Der ehemalige ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko wurde zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats des Nationalmuseums für den Holodomor-Genozid gewählt. Dies meldet das ukrainische Kulturministerium. Dem Rat gehören elf Vertreter von Bürgervereinigungen, internationalen Organisationen und der wissenschaftlichen Gemeinschaft an. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Überwachung der Museumsarbeit, der Gewährleistung seiner Transparenz und der Mobilisierung von Ressourcen für die Entwicklung.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats und Schlüsselernennungen

Bei der ersten Sitzung des neu gegründeten Aufsichtsrats wurde die Führungsebene bestätigt. Vorsitzender wurde Wiktor Juschtschenko, der von 2005 bis 2010 Präsident der Ukraine war. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Roman Waschtschuk gewählt – ehemaliger kanadischer Botschafter in der Ukraine. Als Sekretärin des Rates wurde Olga Soroka, Gründerin und Leiterin des Netzwerks der Nachkommen des Holodomor, ernannt. Dem Rat gehören auch Vertreter der ukrainischen Diaspora, der Wissenschaft und internationaler Organisationen an, was den globalen Charakter der Museumsmission unterstreicht.

Prioritäre Aufgaben: Vom Bau bis zur internationalen Finanzierung

Laut einer Erklärung der Kulturministerin Tetyana Berezhna umfassen die dringlichsten Aufgaben des Rates die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts des Museumskomplexes, die Schaffung einer Dauerausstellung und die Gewinnung internationaler Finanzierung. Wiktor Juschtschenko betonte, dass die Suche nach Mitteln zur Fertigstellung des zweiten Museumsabschnitts eine der Hauptaufgaben sein wird. Geplant ist die Einbindung sowohl des ukrainischen Geschäftslebens als auch der ukrainischen Diaspora im Ausland. Laut Juschtschenko gewinnt die vollständige Entwicklung des Museums unter Kriegsbedingungen besondere Bedeutung.

Museumsentwicklung im Krieg: Erhaltung der Sammlung und neue Projekte

Die Generaldirektorin des Museums, Lesya Hasidschak, teilte mit, dass sich die Sammlung des Museums in den letzten vier Jahren um 234 % vergrößert hat. Die Mitarbeiter des Instituts führten Expeditionen durch, nahmen Zeugenaussagen zum Holodomor und zum massiven künstlichen Hunger von 1946–1947 auf, bauten das Archiv der mündlichen Geschichte des Holodomor auf, bereiteten neue Publikationen vor und digitalisierten Museumsstücke. Das Museum arbeitet weiterhin an der Schaffung einer Dauerausstellung und setzt ein internationales Projekt zur technischen Unterstützung der kanadischen Regierung um. Während der Sitzung wurde insbesondere die Arbeit des Museums unter Bedingungen eines umfassenden Krieges, der Schutz der Sammlung und die Vorbereitung der Räumlichkeiten auf die Herbst-Winter-Periode diskutiert.

Architektonische Ambitionen: Gründach und moderne Technologien

Der Architekt des Nationalmuseums für den Holodomor-Genozid, Jurij Kowaljew, berichtete, dass der Bau des zweiten Abschnitts des Museumskomplexes fortgesetzt wird. Das neue Gebäude wird das größte Gründach Europas, den ersten geneigten Aufzug in der Ukraine, moderne Ausstellungs- und Konferenzräume sowie einen Raum für Ausstellungen haben, die sich nicht nur dem Holodomor, sondern auch dem modernen Krieg Russlands gegen die Ukraine widmen. Dies unterstreicht das Bestreben des Museums, nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein Zentrum für modernen kulturellen und bildenden Raum zu werden.

Widersprüchliche Daten

In einigen Quellen wird erwähnt, dass der Bau des zweiten Museumsabschnitts bereits begonnen hat, jedoch wurden keine genauen Fertigstellungstermine angegeben. Es gibt auch Unterschiede bei der Einschätzung des Finanzierungsvolumens: Einige Quellen sprechen von der Mobilisierung von Mitteln des ukrainischen Geschäftslebens, andere von internationaler Finanzierung. Diese Daten bedürfen einer zusätzlichen Überprüfung und Klärung durch das ukrainische Kulturministerium.