In Truskawetz fand die wichtigste DefTech-Schlacht dieses Frühlings statt – die großangelegten Wettkämpfe für UAV-Piloten „Wilde Drohnen“. Auf dem Übungsgelände trafen 19 Besatzungen der AFU und der Nationalgarde sowie Vertreter von vier Ausbildungszentren zusammen. Das Besondere an diesem Turnier war, dass die meisten Teilnehmer direkt von der Front anreisten und die Last ihrer Kampfeinsätze mit sich trugen.

Das Projekt „Wilde Drohnen“ veranstaltet militärische Wettkämpfe seit 2024. Dieses Mal dauerte das Turnier zwei Tage. Der Ablauf war extrem dicht: Am ersten Tag traten FPV-Drohnenpiloten an, am zweiten Tag schlossen sich ihnen die Besatzungen schwerer Bomber an.

Pause vom Krieg und Erfahrungsaustausch

Die Co-Organisatoren des Wettbewerbs aus der 33. OMBr, Ruslan Diky und Yuriy Parkhomov, betonten, dass das Projekt eine Antwort auf die Herausforderungen des modernen Krieges ist. Für die Frontkämpfer ist dies eine seltene Gelegenheit, die Umgebung zu wechseln. Hauptfeldwebel des Bataillons „Black Raven“, Denys Sydiy, unterstrich, dass das Turnier organisiert wurde, um den Soldaten eine Erholung von der Kontaktlinie zu bieten.

Da auf dem Übungsgelände Vertreter von Einheiten von der Front versammelt waren, entwickelte sich die Veranstaltung zu einer Plattform für informellen Austausch, Weitergabe von Kampferfahrung und Kennenlernen von Neuheiten der ukrainischen Rüstungsindustrie. Ein Soldat der 153. OMBr mit dem Rufnamen „Logan“ erklärte, dass das Übungsgelände als Ort relativer Sicherheit wahrgenommen wird.

„Aufgaben direkt unter Kampfbedingungen aus einem Bunker auszuführen, wenn es überlebenswichtig ist, ein großes Ziel zu treffen, ist psychologisch viel schwieriger“, betonte der Pilot. Trotz der Nervosität, die bei Wettkämpfen unvermeidlich ist, sind die Bedingungen auf dem Übungsgelände für die Operatoren deutlich komfortabler.

Technologische Gleichheit

Die Organisatoren stellten für alle Teilnehmer gleiche Bedingungen sicher. Die Teams nutzten identische Fluggeräte, entwickelt von der Firma SkyFall: schnelle FPV-Drohnen „Shrike“ und schwere Nachtbomber „Vampire“. Dadurch wurde das Ergebnis vor allem durch Können, Reaktionsfähigkeit und das Zusammenspiel der Besatzungen bestimmt.

Ein Vertreter von SkyFall mit dem Rufnamen „Ares“ berichtete, dass der „Vampire“ (unter den Besatzern als „Baba Jaga“ bekannt) im Jahr 2025 im Rahmen des staatlichen Programms „Drohnenarmee. Bonus“ zum effektivsten Zerstörungsmittel an der Front wurde. Er wird in einer Vielzahl von Kampfeinsätzen eingesetzt – vom Abwurf von Munition bis hin zu Fernminenlegung, Logistik, Lieferung von Munition, Verpflegung und medizinischen Gütern.

Die FPV-Drohnen „Shrike“ sind Hochgeschwindigkeitsplattformen, die für präzise Schlagoperationen eingesetzt werden und sich durch hohe Manövrierfähigkeit und Genauigkeit auszeichnen. Mit genau diesen Drohnen zerstörten Militärs des unbemannten Systems-Bataillons „Höhenräuber“ im vergangenen Jahr einen russischen Mi-8-Hubschrauber im Wert von mehr als 10 Millionen Dollar.

Extreme Strecke und Luftkollisionen

Die Rennstrecke erwies sich als extrem. Die Piloten mussten mit rasender Geschwindigkeit durch Ringe fliegen, künstliche Hindernisse umrunden und bei schlechter Sicht über einem See manövrieren. Die größte Herausforderung war der Luftverkehr. Gleichzeitig befanden sich mehrere Fluggeräte im Sektor, was zu echten Luftkollisionen führte.

„Das Schwerste sind wahrscheinlich die Nerven. Man ist schrecklich nervös. Nicht so wie im Kampf, da ist alles anders, da ist Adrenalin und man sieht den Feind. Hier ist es reiner Sport, rasende Geschwindigkeit und Konkurrenz“, teilte der Pilot „Nois“ von der 114. Territorialverteidigungsbrigade mit, die Tausende Kampfeinsätze auf dem Konto hat.

Wilder Dart und Mannschaftsübungen

Ein einzigartiger Teil des zweiten Tages war der „Wilde Dart“ (an die FPV-Drohnen wurden spezielle Speere befestigt, mit denen man auf ein Ziel schießen musste) sowie komplexe Mannschaftsübungen, bei denen drei UAV-Typen interagierten: der Aufklärer „Mavic“, der Bomber „Vampire“ und der Schlag-FPV. Die Besatzungen mussten den „Mavic“ starten, ein Ziel finden und markieren, woraufhin der „Vampire“ zwei Abwürfe durchführte und der FPV-Kamikaze blind einen Luftballon treffen musste.

Die Wettkämpfe wurden fortgesetzt, obwohl auf dem Übungsgelände Luftalarm ertönte.

Die Gewinner des Turniers

Nach den zweitägigen Wettkämpfen verkündete der Schiedsrichter des Turniers und Leiter des Ausbildungszentrums für UAV-Operatoren „Dovzhik“, Dmytro Zhmakin, die Gewinner. Im harten FPV-Wettbewerb zeigte der Pilot mit dem Rufnamen „Svat“ eine goldene Taktik. Während seine Konkurrenten im Luftchaos auf Kollisionen zusteuerten, handelte er langsam, aber mit Juwelier-Präzision.

„Meine Taktik ist einfach: Es ist besser, etwas langsamer anzukommen, aber das Ziel mit der ersten Drohne beim ersten Flug zu treffen. Das bringt mehr Nutzen“, erklärte der Gewinner seinen Erfolg.