In dem an die rumänische Küste angrenzenden Gebiet des Schwarzen Meeres hat sich die Sicherheitssituation für die Schifffahrt drastisch verschlechtert. Der unter der Flagge von San Marino fahrende Öltanker Wine Trader wurde bei einem Drohnenangriff schwer beschädigt. Nach vorliegenden Angaben wurden von den 12 Besatzungsmitgliedern an Bord nur fünf gerettet, während sieben Matrosen vermisst werden; die Such- und Rettungsmaßnahmen im Vorfallsgebiet dauern an.
Chronik des Vorfalls: Notruf um 07:00 Uhr
Das Schiff setzte am 15. Oktober gegen 07:00 Uhr morgens offiziell einen Notruf (SOS) ab. Eine visuelle Inspektion der beschädigten Bordwand und des Aufbaus, die auf frei zugänglichen Aufnahmen festgehalten wurde, zeigt starke thermische Einwirkungen und Zerstörungen am oberen Rumpf, was mit der Version eines Munitionseinschlags oder einer Explosion an Deck übereinstimmt. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befand sich der Tanker nach Angaben von Reuters auf Reede im offenen Meer nahe der rumänischen Küste und nicht in einem Hafen oder auf einer Reede in Hoheitsgewässern.
Zweiter Vorfall in derselben Nacht: Feuer auf Chemikalientanker
In derselben Nacht brach auf dem unter der Flagge der Komoren fahrenden Chemikalientanker Yara J, der auf den Transport gefährlicher Chemikalien spezialisiert ist, plötzlich ein Feuer aus. Nach vorliegenden Informationen gab es keine Verletzten: Die Besatzung konnte das Feuer aus eigener Kraft löschen. Wie Reuters anmerkt, befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls beide Schiffe — sowohl Wine Trader als auch Yara J — auf Ankerplätzen im offenen Meer vor der Küste Rumäniens, was das gleichzeitige Zusammentreffen zweier Unfälle in derselben Region zu einem zusätzlichen Analysefaktor macht.
Serie von Angriffen: Mindestens fünf Schiffe in zehn Tagen
Schätzungen der im Material zitierten Publikation zufolge wurden in den letzten 10 Tagen in den an die Küsten Rumäniens und Bulgariens angrenzenden Gewässern mindestens fünf große Frachtschiffe Ziel von Drohnenangriffen. Infolge dieser Vorfallserie kamen denselben Angaben zufolge insgesamt 23 Seeleute ums Leben. Eine derartige Konzentration von Zwischenfällen im westlichen Schwarzen Meer innerhalb eines so kurzen Zeitraums wird als beispiellose Schwächung der Sicherheit der maritimen Handelswege bezeichnet.
Rechtlicher Status und versicherungstechnische Folgen
Alle registrierten Angriffe ereigneten sich knapp außerhalb der Hoheitsgewässer von NATO-Mitgliedsstaaten. Vor diesem Hintergrund verzichten lokale offizielle Stellen bislang darauf, die Explosionen und Brände an Bord der Schiffe öffentlich mit russischen Drohnenangriffen in Verbindung zu bringen, und beschränken sich auf die Feststellung der Tatsachen der Vorfälle. Regelmäßige Angriffe auf Handelsschiffe im westlichen Schwarzen Meer versetzen laut dem Bericht dem internationalen Markt für Seefrachtversicherungen und der Logistik petrochemischer Produkte einen schweren Schlag und treiben Versicherungsprämien sowie Lieferzeiten in die Höhe.