Die Europäische Wirtschaftsassociation (EBA) hat die Nationale Kommission für staatliche Regulierung in den Bereichen Energie und Nebenkosten (NEURC) offiziell aufgefordert, die Höchstpreise (Price Caps) auf dem Strommarkt zu überprüfen und auf einem wirtschaftlich begründeten Niveau festzulegen. Nach Ansicht der Wirtschaft müssen die geltenden Preisobergrenzen so gestaltet sein, dass sie Importe und flexible Erzeugung bei Defiziten im Stromnetz ermöglichen.

Kernproblem und Risiken für Importe

Das Hauptproblem besteht darin, dass die ukrainische Preisgrenze bisweilen unter den tatsächlichen Kosten von Strom oder dessen Erzeugung liegt. Die EBA betont, dass kommerzielle Importe wirtschaftlich unrentabel werden, wenn der Preis auf benachbarten europäischen Märkten die Obergrenze in der Ukraine übersteigt. Dies schafft kritische Risiken in Zeiten hoher Nachfrage, in denen das Land auf externe Lieferungen aus Europa angewiesen ist.

Auswirkungen auf flexible Erzeugung

Darüber hinaus belasten strenge Obergrenzen die Wirtschaftlichkeit von Gasmotor-, Gasturbinen- und Blockheizkraftwerken. Diese verteilte Erzeugung kann die Produktion in Bedarfszeiten schnell steigern, erfordert jedoch marktgerechte Bedingungen, damit der Betrieb profitabel bleibt.

Expertisen und europäische Integration

Auch Experten teilen diese Sorgen. Zuvor hatte der Energieexperte Andrian Prokip erklärt, dass die Preisklauseln in allen Marktsegmenten um mindestens 25 % angehoben werden sollten. Langfristig muss sich die ukrainische Regulierung der europäischen modellhaft annähern.