Die Sonderbeauftragten des US-Präsidenten Steve Witkoff und Jared Kushner verbrachten einen Arbeitstag in Kiew, wo sie sich mit Präsident Wolodymyr Selenskyj, dem ukrainischen Verhandlungsteam sowie Vertretern Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands trafen. Laut Selenskyj reiste die amerikanische Delegation mit dem Zug in die ukrainische Hauptstadt: „Die Russen haben mit ihren Angriffen gezeigt, dass sie kein Flugzeug benutzen können, obwohl wir alles vorbereitet haben, unsere Flughäfen funktionieren.“ Am Bahnhof wurden die Gäste von Kyrylo Budanow, Rustem Umerow und David Arachamija empfangen.

Verhandlungen in mehreren Sitzungen: von „Patriot“ bis zum Winterpaket

Die Arbeitsberatungen fanden in mehreren Sitzungen statt. Zuerst führte das amerikanische Team geschlossene Verhandlungen mit der ukrainischen Seite, anschließend schlossen sich Vertreter Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands dem Gespräch an. Selenskyj scherzte gegenüber Witkoff und Kushner: „Ihr habt heute sogar besser funktioniert als die „Patriot“-Systeme für unsere Bürger in der Hauptstadt. Danke. Kommt öfter, dann haben wir die Möglichkeit, ein bisschen zu leben.“ Dabei unterstrich der Präsident die Ernsthaftigkeit des Themas: „Wir haben gute Gespräche geführt, über „Patriot“ kann man manchmal scherzen, aber wir verstehen, dass dies ein sehr aktuelles Thema ist. Wir haben dem Winterzeitraum und all den Herausforderungen, die tatsächlich bestehen können, ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt.“

Trump gibt die Aufgabe vor: ein Paket für den Frieden vorbereiten

Jared Kushner übermittelte, dass Präsident Trump ihn und Witkoff persönlich beauftragt habe, in die Ukraine zu reisen, um den Verhandlungsprozess wieder aufzunehmen. „Präsident Trump überbringt seine Grüße und seinen Respekt. Er verfolgt die Lage sehr aufmerksam und arbeitet hart daran, einen Ausweg aus diesem Krieg zu finden. Der Präsident konzentriert sich derzeit darauf, nicht nur den Konflikt zu beenden, sondern einen Rahmen zu schaffen, in dem ein langfristiger Frieden aufgebaut werden kann“, erklärte Kushner. Witkoff betonte seinerseits: „Ich hoffe, alle verstehen, dass dies für uns sehr wichtig ist und wir sehr ernst sind. Es ist uns sehr wichtig, ein Ergebnis zu erzielen.“

Rückkehr zum dreiseitigen Format: Die USA halten es für „nützlicher“

Kushner offenbarte das nächste strategische Ziel Washingtons: „Steve und ich sind der Meinung, dass eine Rückkehr zu den Verhandlungen im dreiseitigen Format, das wir vor sechs Monaten versucht haben, produktiv wäre. Wir haben dies mit beiden Seiten besprochen und hoffen, dass wir bald dazu zurückkehren. Es ist sehr wichtig, nicht nur große Fragen, sondern auch Fragen zur Deeskalation zu besprechen. Steve und ich halten das dreiseitige Format für nützlicher, weil alle Seiten miteinander kommunizieren.“ Damit beabsichtigen die USA, den direkten Kommunikationskanal zwischen Kiew, Moskau und Washington wiederherzustellen, der, laut Angaben der amerikanischen Seite, bereits etwa im März 2026 angewendet wurde.

Winterpaket und die Rolle Europas

Selenskyj bemerkte, dass die ukrainischen Teams „unsere Möglichkeiten positiv bewerten“ im Kontext der Winterzeit, und betonte die Abhängigkeit von der westlichen Unterstützung: „Wenn der Krieg im Winter weitergeht, zählen wir sehr auf das Winterpaket.“ Komplexe Fragen könnten, so der Präsident, nur auf der Ebene der Staatsführer gelöst werden. Die Anwesenheit von Vertretern Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands bei den Kiewer Beratungen bestätigt, dass die europäische „Dreiergruppe“ parallel zur amerikanischen Mission weiterhin die Rolle eines Vermittlers und Sicherheitsgaranten spielt.