Die Weltmeisterschaft 2026 nimmt Fahrt auf, und eine der faszinierendsten Gruppen des Turniers ist Gruppe J. Hier werden vier Mannschaften mit völlig unterschiedlichem Hintergrund antreten: der amtierende Weltmeister Argentinien, der ehrgeizige Algerien, das organisierte Österreich und der WM-Debütant Jordanien. Jede dieser Nationalmannschaften bringt ihre eigene einzigartige Geschichte, ihren eigenen Stil und ihre eigenen Ziele in das Turnier ein.
Argentinien: Nicht nur Messi
Argentinien reist als amtierender Weltmeister zur WM 2026. Vor vier Jahren ging die Mannschaft von Lionel Scaloni einen schwierigen Weg zum Titel: Sie startete mit einer sensationellen Niederlage gegen Saudi-Arabien, bestritt harte Spiele im K.-o.-System, gewann zweimal im Elfmeterschießen, sicherte sich aber am Ende den wichtigsten Trophäe.
Heute wirkt diese Nationalmannschaft nicht mehr wie eine Mannschaft, die nur um Lionel Messi herum aufgebaut ist. Ja, Leo bleibt die wichtigste Legende und das Symbol Argentiniens, aber an seiner Seite ist eine neue Generation von Führungsspielern aufgewachsen. Julián Álvarez ist zu einem der Schlüsselspieler im Angriff geworden, Lautaro Martínez nähert sich dem Turnier als Top-Stürmer, und Enzo Fernández, Alexis Mac Allister und Rodrigo De Paul bilden eine starke Mittelfeldlinie.
Die besondere Stärke dieser Mannschaft ist die Fähigkeit, in schwierigen Spielen zu überleben. Argentinien spielt nicht immer brillant, findet aber fast immer einen Weg, ein Ergebnis zu erzielen. Genau das macht sie zu einem der Hauptfavoriten auf den Titel.
Scaloni ist es gelungen, nicht nur eine Ansammlung von Stars zu schaffen, sondern eine Mannschaft mit klarer innerer Chemie. Und obwohl die Motivation nach dem Sieg in Katar vielleicht nicht mehr so wild ist, haben die Argentinier genug Klasse, um erneut weit voranzukommen.
Algerien: Die Rückkehr einer Legende
Algerien kehrt erstmals seit 2014 zur Weltmeisterschaft zurück. Damals schaffte die afrikanische Mannschaft erstmals in ihrer Geschichte den Einzug ins K.-o.-System der WM, wo sie Deutschland Paroli bot. Seither durchlief die Mannschaft verschiedene Phasen, verfügt aber nun wieder über einen Kader, der Aufmerksamkeit erregen kann.
Der Hauptstern der Algerier ist Riyad Mahrez. Er ist bereits 35 Jahre alt, aber dieses Turnier könnte für ihn etwas Besonderes werden. Der Höhepunkt seiner Vereinskarriere liegt zwar lange zurück, doch er bleibt ein Fußballer, der mit einer einzigen Berührung den Verlauf eines Spiels verändern kann. Für Algerien werden seine Erfahrung, Technik und Kühle im letzten Drittel des Feldes von entscheidender Bedeutung sein.
Die Mannschaft hat einen interessanten Kader an Angreifern. Neben Mahrez gibt es im Kader Amin Gouiri, Mohamed Amoura, Youssouf Fofana und andere Fußballer, die das Spiel auf hohem Niveau beherrschen. Genau Technik und unkonventionelle Lösungen könnten die Hauptwaffe Algeriens sein.
Die Mannschaft wird von Vladimir Petković trainiert, der dank seiner Arbeit mit der Schweizer Nationalmannschaft mit großen Turnieren vertraut ist. Seine Mannschaft kann defensiv gut organisiert sein, aber gleichzeitig im Angriff gefährlich. Die Frage ist nur, ob Algerien in den entscheidenden Momenten genug Stabilität und Erfahrung mitbringt.
Österreich: Die Mannschaftsmaschine
Österreich kehrt nach einer sehr langen Pause zur Weltmeisterschaft zurück. Das letzte Mal spielte diese Mannschaft noch im letzten Jahrhundert bei einer WM, sodass der Einzug in die WM 2026 bereits ein großer Erfolg ist.
Das heutige Österreich ist in erster Linie ein Teamspiel. Ralf Rangnick hat eine Nationalmannschaft geschaffen, die viel läuft, aggressiv pressiert und versucht, die Gegner zu Fehlern zu verleiten. Diese Mannschaft hat keine einzelne Superstar auf dem Niveau von Messi oder Mahrez, aber ein sehr klares Verständnis ihres eigenen Fußballs.
Die Österreicher haben viele Spieler mit Erfahrung in der Bundesliga und anderen starken europäischen Ligen. David Alaba, Marcel Sabitzer, Konrad Laimer, Christoph Baumgartner, Marco Arnautović – das sind Fußballer, die wissen, was ein hohes Niveau bedeutet.
Der größte Vorteil Österreichs ist die Intensität. Die Mannschaft kann den Gegner überrennen, den Kampf erzwingen und nach hohem Ballgewinn Torchancen schaffen. Aber es gibt auch eine Schwäche: Wenn die Österreicher lange Zeit positionell angreifen müssen, könnten Probleme mit der Kreativität auftreten.
In Gruppe J könnte gerade das Spiel Österreichs gegen Algerien entscheidend für den Kampf um den zweiten Platz sein. Zwar könnten bei einem günstigen Szenario beide Mannschaften auf den Einzug ins K.-o.-System hoffen.
Jordanien: Historischer Debüt
Jordanien ist die größte Überraschung dieser Gruppe. Für die Nationalmannschaft ist dies die erste Weltmeisterschaft, und die bloße Teilnahme ist bereits ein historisches Ereignis. Eine Mannschaft, die noch nie auf diesem Niveau gespielt hat, wird nun in einer Gruppe mit dem amtierenden Weltmeister und erfahrenen europäischen und afrikanischen Nationalmannschaften antreten.
Für Jordanien wird jedes Spiel ein Sieg sein, und jeder Schritt nach vorne eine Errungenschaft. Ihre Aufgabe ist es, Charakter zu zeigen, bis zum Ende zu kämpfen und vielleicht die Favoriten zu überraschen. Selbst wenn sie nicht ins K.-o.-System einziehen, wird ihre Teilnahme ein wichtiger Schritt für die Entwicklung des Fußballs in der Region sein.
Gruppe J: Was erwartet uns?
Gruppe J verspricht, eine der unvorhersehbarsten Gruppen der WM 2026 zu sein. Hier ist alles dabei: Legenden, Debütanten, Ambitionen und Geschichten. Argentinien wird versuchen, den Titel zu verteidigen, Algerien – den alten Ruhm zurückzuerobern, Österreich – zu beweisen, dass Mannschaftsfußball die Stars besiegen kann, und Jordanien – seine erste Seite in der Geschichte des Weltfußballs zu schreiben.
Jedes Spiel dieser Gruppe wird wichtig sein, jedes Ergebnis bedeutungsvoll. Und wer weiß, vielleicht wird genau hier eine neue Legende geboren oder eine Sensation geschehen, die den Verlauf des Turniers verändert.