Die Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Kanada und Mexiko stattfand, ging als das größte und torreichste Fußballereignis aller Zeiten in die Geschichte ein. Der Turniersieger war die spanische Nationalmannschaft, doch die WM wird nicht nur durch die Goldmedaillen, sondern auch durch das Brechen zahlreicher statistischer Rekorde in Erinnerung bleiben, die zuvor als unantastbar galten. Das erweiterte Format mit 48 Mannschaften und 104 Spielen wurde zum Katalysator für eine neue Ära im Weltfußball.

Rekorde bei Zuschauerzahlen und Toren

Die Organisatoren des Turniers stellten einen absoluten Rekord bei den Zuschauerzahlen in der Geschichte der Weltmeisterschaften auf. Die Tribünen der nordamerikanischen Stadien besuchten mehr als 6 Millionen Fans. Zum Vergleich: Der vorherige Rekord, der bei der WM 1994 aufgestellt wurde, lag bei 3,58 Millionen Zuschauern. Somit verdoppelte sich das Publikum fast.

Die Zuschauer sahen zudem die höchste Anzahl an geschossenen Toren in der Geschichte der FIFA-Turniere. In 104 Spielen wurden 308 Tore erzielt, was einer durchschnittlichen Torquote von 2,97 Toren pro Spiel entspricht. Der vorherige Rekord, der bei der WM 2022 festgehalten wurde (172 Tore), wurde noch vor Beginn der K.-o.-Runde gebrochen.

Die Ära der Veteranen und einzigartige Leistungen

Einer der seltsamsten, aber beeindruckendsten Fakten war die Teilnahme von sechs Spielern im Alter von 40 Jahren und älter an einem einzigen Turnier. In der gesamten Geschichte der Weltmeisterschaften waren zuvor nur sieben solcher Fälle registriert worden. Auf den Plätzen Nordamerikas spielten:

  • Cristiano Ronaldo (41 Jahre)
  • Guillermo Ochoa (40 Jahre)
  • Luka Modrić (40 Jahre)
  • Edin Džeko (40 Jahre)
  • Manuel Neuer (40 Jahre)
  • Vozinha (40 Jahre)

Der 40-jährige Torhüter der Nationalmannschaft von Kap Verde, Vozinha, wurde zu einer der großen Entdeckungen des Turniers und bewies, dass das Alter kein Hindernis für Spiele auf höchstem Niveau ist.

Lionel Messi: Der neue König der Weltmeisterschaften

Der Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft schrieb trotz der Niederlage im Finale die Geschichte der Weltmeisterschaften um. Mit 38 Jahren wurde er zum ältesten Torschützen eines Hattricks in der WM-Geschichte, was im Spiel gegen Algerien (3:0) geschah. Zudem wurde Messi, der im Finale aufs Feld ging, zum ältesten Feldspieler in einem entscheidenden Spiel des Turniers.

Der Anführer der „Albiceleste“ stellte einen absoluten Rekord für die Anzahl der Torvorlagen bei Weltmeisterschaften auf – 12 Assists. Außerdem wurde er zum besten Torschützen nach dem System „Tor+Vorlage“ in der Geschichte mit 33 torgefährlichen Aktionen. Messi bestritt 34 Spiele und wurde zum wichtigsten „Wächter“ der Weltmeisterschaften.

Zusammen mit Cristiano Ronaldo und Guillermo Ochoa gehörte der Argentinier zu dem elitären Club der Spieler, die an sechs Weltmeisterschaften teilgenommen haben. Dabei bleiben Messi und der Portugiese die einzigen Fußballer, die diesen Status erreicht haben.

Antirekorde Argentiniens und Erfolge kleiner Nationen

Die argentinische Nationalmannschaft stellte auch einige unangenehme statistische Leistungen auf. Neben der Null an Schüssen aufs Tor in der regulären Spielzeit des Finales stellten die „Albiceleste“ einen Rekord für die Anzahl der roten Karten in WM-Finals auf – drei Ausstellungen. Zudem teilen sich die Argentinier mit den Brasilianern den ersten Platz bei der Gesamtzahl der Ausstellungen bei Turnieren (je 10 rote Karten).

Gleichzeitig triumphierten bei der WM kleine Nationen. Die Nationalmannschaft von Kap Verde, deren Bevölkerung etwas mehr als 500.000 Einwohner beträgt, wurde zum kleinsten Land in der Geschichte, das es schaffte, in die K.-o.-Runde vorzudringen. Und Curaçao (156.000 Einwohner) wurde zum kleinsten Land, das bei einer Weltmeisterschaft ein Tor geschossen hat. Das historische Tor ins deutsche Tor erzielte der 22-jährige Mittelfeldspieler Liviano Comenencia.

Trainingsrekorde: Advocaat, de la Fuente und Deschamps

Auch auf der Trainerbank wurden Geschichtsseiten umgeschrieben. Der niederländische Spezialist Dick Advocaat, der die Nationalmannschaft von Curaçao trainierte, wurde zum ältesten Trainer in der Geschichte der Weltmeisterschaften – er war 78 Jahre alt.

Der Cheftrainer der siegreichen spanischen Nationalmannschaft, Luis de la Fuente, wurde zum ältesten Trainer, der eine Weltmeisterschaft gewonnen hat. Er war 65 Jahre alt, was den vorherigen Rekord (59 Jahre) deutlich übersteigt. Der Trainer der französischen Nationalmannschaft, Didier Deschamps, aktualisierte die Rekorde für die Anzahl der ausgetragenen Spiele (27 Spiele) und Siege bei Weltmeisterschaften und überholte den legendären Helmut Schön.