Mitten in großangelegten Such- und Rettungsarbeiten in Venezuela ereignete sich ein Vorfall, der allen Beteiligten der Operation Hoffnung schenkte. Kolumbianische Rettungskräfte, die zur Hilfe bei der Bewältigung der Folgen eines Doppelbebens eingetroffen waren, konnten einen 11-jährigen Jungen lebend unter Betonplatten bergen.
Die Spezialoperation wurde von Experten der kolumbianischen Nationalen Dienststelle für das Management von Naturkatastrophenrisiken gemeinsam mit Feuerwehrleuten aus der Landeshauptstadt Bogotá durchgeführt. Laut Angaben des kolumbianischen Verteidigungsministeriums befand sich das Kind 70 Stunden unter den Trümmern. Die erfolgreiche Rettung von Mose war ein starker moralischer Impuls für die internationalen Teams, die weiterhin in den Ruinen zerstörter Städte nach Überlebenden suchen.
Umfang der Katastrophe und internationale Hilfe
Am Abend des 24. Juni erschütterten zwei gewaltige Erdstöße mit einer Stärke von 7,2 und 7,5, die weniger als eine Minute auseinanderlagen, Venezuela. Die US-amerikanische Geologische Dienststelle (USGS) stuft dieses Ereignis als das schwerste Naturkatastrophenereignis in der Geschichte des Landes seit 1900 ein. Nach offiziellen Angaben handelt es sich um eine katastrophale Begebenheit innerhalb der letzten 123 Jahre.
Bis zum 28. Juni bleibt die Statistik der Verluste tragisch: Die Zahl der Toten belief sich auf 1.430 Personen, und die Zahl der Verletzten überstieg 3.200. Mehr als dreitausend Familien müssen in Notunterkünften leben. Aufgrund der kritischen Zerstörung der Infrastruktur, des Mangels an Ausrüstung und der enormen Zahl Vermisster sah sich die Regierung Venezuelas gezwungen, den Ausnahmezustand zu verhängen.
Arbeit der Rettungskräfte
Zur Bewältigung der Erdbebenfolgen wurden beispiellose Maßnahmen eingeleitet. Mehr als 1.600 ausländische Fachkräfte sind in das Land eingereist. Zusammen mit lokalen Diensten und Freiwilligen räumen sie ununterbrochen Trümmer, in der Hoffnung, diejenigen zu finden, die noch überleben könnten. Die Rettung des 11-jährigen Jungen bewies, dass die Überlebenschancen auch nach drei Tagen unter den Trümmern bestehen bleiben.