Im diplomatischen Kreis hat sich ein unerwarteter Skandal um den Zeitplan des bevorstehenden Besuchs des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in den Vereinigten Staaten entzündet. Obwohl der für September 2026 geplante Besuch das erste offizielle Staatsbesuch eines chinesischen Führers in den USA seit 11 Jahren sein wird, hat sich sein Programm erheblich geändert. Laut Quellen, die der Administration nahe stehen, wird Xi Jinping eines der bedeutendsten internationalen Ereignisse des Jahres verpassen – die Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York – und sich ausschließlich auf das bilaterale Treffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump konzentrieren.

Enge Zeitpläne und Verzicht auf New York

Laut Informationen von vier Quellen, die mit dem Zeitplan des chinesischen Führers vertraut sind, wird der Besuch extrem kurz sein. Xi Jinping wird voraussichtlich am späten Abend des 23. September in Washington eintreffen und das Land bereits am 25. September wieder verlassen. Sein Aufenthalt in den USA wird somit weniger als zwei Tage dauern. Dieser kurze Zeitraum wird ausschließlich einem Ziel gewidmet sein – dem Treffen mit Donald Trump, das am 24. September im Weißen Haus stattfinden soll. Die Entscheidung, New York nicht zu besuchen, wo am 22. September die allgemeinen Debatten der UN beginnen, kam für die diplomatische Gemeinschaft überraschend, die erwartet hatte, dass Peking die UN-Bühne nutzen würde, um seine Pläne für friedliche Entwicklung vorzustellen.

Diplomatischer Kontext und fehlende Vorbereitung

Zuvor wurde in den diplomatischen Kreisen Washingtons die Version diskutiert, dass das Datum des Gipfels am 24. September speziell gewählt wurde, um Xi Jinping die Möglichkeit zu geben, auch an der Generalversammlung teilzunehmen. Dies hätte China ermöglicht, seine Initiativen den anhaltenden Konflikten, einschließlich des Krieges der USA gegen den Iran, entgegenzustellen. Das Fehlen einer Vorgruppe Pekings in New York, die normalerweise für einen Besuch dieses Niveaus vorbereitet wird, bestätigt jedoch, dass der chinesische Führer nicht vorhat, im UN-Hauptquartier zu erscheinen. Weder die chinesische Botschaft noch die US-Vertretung bei den UN haben diese Änderungen im Zeitplan bisher kommentiert.

Fokus auf bilaterale Beziehungen und die Ukraine

Die Kürzung des Programms deutet darauf hin, dass Peking und Washington beabsichtigen, sich auf einen engen Kreis bilateraler Fragen zu konzentrieren und öffentliche Erklärungen auf der internationalen Bühne zu vermeiden. Das letzte Treffen der Führer fand im Mai 2026 in Peking statt, wo Donald Trump persönlich mit Xi Jinping die Situation in der Ukraine besprach und den chinesischen Führer aufforderte, dazu beizutragen, den Krieg Russlands gegen die Ukraine zu beenden. Es wird erwartet, dass das Thema des ukrainischen Konflikts und aktuelle geopolitische Meinungsverschiedenheiten im Mittelpunkt der Tagesordnung am 24. September stehen werden. Das Weiße Haus hat das Datum des Besuchs bestätigt, lehnte es jedoch ab, andere Details des Aufenthalts des chinesischen Staatschefs in Amerika zu kommentieren.

Widersprüchliche Daten

Es gibt Diskrepanzen bei der Interpretation der Motive für diesen engen Zeitplan. Einerseits glauben Diplomaten der EU, dass der Verzicht auf New York ein taktischer Schritt sein könnte, um direkte rhetorische Zusammenstöße mit den USA vor dem Hintergrund des Krieges mit dem Iran zu vermeiden. Andererseits könnten das Fehlen offizieller Kommentare seitens der chinesischen Seite und das Fehlen einer Vorgruppe in New York darauf hindeuten, dass der Besuch von Anfang an als rein geschlossener Gipfel ohne öffentliche Komponente geplant war. Es ist derzeit unklar, ob dies eine vorübergehende Maßnahme ist oder ein Signal für eine Änderung der Prioritäten in der chinesischen Außenpolitik.