Laut RBC-Ukraine, mit Verweis auf die Veröffentlichung des Technik-Analysten Kacper Skrzypek, hat Xiaomi in einer geschlossenen Firmware eine neue Funktion namens Smart Privacy Display getestet. Dem aus dem Insider-Leak des Programmcodes zufolge kombiniert die Technologie Hardware- und Softwarelösungen, die darauf abzielen, den Bildschirminhalt vor fremden Blicken zu schützen. Nach Einschätzung von Experten wiederholt die Neuerung in ihrem Funktionsumfang nahezu vollständig die vergleichbare Lösung, die Samsung bereits in seinen Smartphones einsetzt, was den Leak besonders aufschlussreich für das Verständnis der Konkurrenzstrategie des chinesischen Herstellers macht.

So funktioniert Smart Privacy Display: zwei Schutzstufen

Den offengelegten Details zufolge basiert die Funktion auf zwei Mechanismen. Erstens: die Veränderung der Betrachtungswinkel – das System steuert das Licht des Displays auf Pixelebene, wodurch die Sichtbarkeit des Bildes bei seitlichem Blick auf den Bildschirm reduziert wird. Zweitens: die Blickerkennung – die Frontkamera analysiert mithilfe von Gaze-Detection-Algorithmen den Raum um das Gerät und warnt den Benutzer, wenn jemand von hinten oder von der Seite auf den Bildschirm schaut. Die Entwickler haben dem Analysten zufolge mehrere Betriebsmodi der Technologie vorgesehen, die eine flexible Anpassung des Schutzverhaltens ermöglichen.

Datenschutz: Alles wird auf dem Gerät verarbeitet

Besonderes Interesse verdient der Ansatz zur Verarbeitung personenbezogener Daten. Nach Aussage des Technik-Experten werden alle Daten der Frontkamera ausschließlich lokal, auf dem Smartphone selbst, verarbeitet. Das Unternehmen lädt, wie im Leak angegeben, keine Gesichtsfotos und keine Angaben zur Blickrichtung in die Xiaomi Cloud hoch und gibt sie auch nicht an Dritte weiter. Dieser Ansatz beseitigt einen Teil der Hauptkritikpunkte an Funktionen auf Basis der Gesichtserkennung, die zuvor Bedenken hinsichtlich des Leaks biometrischer Daten in die Cloud hervorgerufen hatten.

Technische Kompromisse und der Bezug zu Samsung

Xiaomi hat, dem Leak zufolge, auch eine Liste der technologischen Kompromisse offengelegt, die bei der Nutzung der Funktion unvermeidlich sind: Die Pixellichtsteuerung und der Betrieb der Blickerkennungs-Algorithmen erfordern zusätzliche Hardware- und Software-Ressourcen, was sich auf das Verhalten des Displays und die Akkulaufzeit im aktiven Modus auswirken kann. Die Tatsache selbst, dass der Funktionsumfang eng mit der Lösung von Samsung übereinstimmt, deutet darauf hin, dass der Schutz des Bildschirms vor Mitlesen zum Standard im Flaggschiff-Segment wird und nicht mehr zum exklusiven Merkmal einer einzelnen Marke.

Widersprüchliche Angaben

In den Quellen gibt es Abweichungen, die zu berücksichtigen sind. Erstens: Der Leak wurde im globalen Testsoftware-Bundle entdeckt, doch in demselben Beitrag des Analysten wird angegeben, dass das Video auf dem Global ROM aufgenommen wurde, während die Gruppe „Page privacy display“ und die mit Xiaomi Hyper XiaoAi verbundenen Elemente seinen Worten zufolge weitgehend nur auf dem China ROM verfügbar sind. Die tatsächliche geografische Verfügbarkeit der Funktion zum Zeitpunkt des Leaks ist also nicht ganz eindeutig. Zweitens: Im Basistext wird der künftige Träger der Technologie als „vermutlich die Xiaomi-18-Linie“ bezeichnet, während mehrere ausländische Medien (insbesondere das rumänische start-up.ro) die Modellreihe als Xiaomi 18 Pro und Pro Max konkretisieren. Weder von Xiaomi noch von Samsung liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eine offizielle Bestätigung zu beiden Details vor.

Wann ist zu erwarten: Ausrichtung auf die Xiaomi-18-Linie

Nach Summe der Leaks wird die neue Technologie voraussichtlich an den künftigen Flaggschiff aus der Xiaomi-18-Linie geknüpft, wobei in ausländischen Berichten genauere Modelle (Pro / Pro Max) genannt werden. Da die Funktion in der Testsoftware gefunden wurde, können ihre finale Umsetzung, der Modusumfang und die regionale Verfügbarkeit bis zum offiziellen Ankündigungszeitpunkt noch Änderungen erfahren. Bis zu einer Erklärung von Xiaomi selbst sind alle Details als Insiderinformation und nicht als bestätigte Spezifikation zu betrachten.