In der Suchergebnisliste von „Yandex“ ist die Präsenz von Werbeanzeigen im Block der KI-Antworten deutlich gestiegen. Laut Daten der Analysten von Digital Budget, die von der „Kommersant“ zitiert werden, ist der Anteil des KI-Antwort-Blocks am Gesamtvolumen der Impressions für die größten Werbekunden des Finanzsektors im zweiten Quartal 2026 von 17 % auf 30 % gestiegen. Die Anzeigen werden im unteren Teil der KI-Antworten von „Alisa AI“ in der Haupt-Suchergebnisliste platziert und mit dem Label „Promo“ gekennzeichnet. Das Format wird seit 2025 getestet und wird nur angezeigt, wenn es zum Kontext der Nutzeranfrage passt und dabei hilft, deren Aufgabe zu lösen.

Wie Werbung in KI-Antworten funktioniert

Bei „Yandex“ selbst wird betont, dass es unmöglich ist, gezielt in diesen Block zu gelangen: Ein separates Produkt zur Bewerbung in den schnellen Antworten der „Suche“ und im Chat mit „Alisa AI“ existiert nicht. Laut dem Unternehmen muss dafür eine Suchwerbung in „Yandex Direct“ gestartet werden, woraufhin die Anzeigen im Neuroblock automatisch bei Kontextübereinstimmung erscheinen. Somit bleibt die Neuro-Ergebnisliste für Werbekunden vorerst eine „Black Box“: Garantierte Impressions im Block werden nicht verkauft, und das Unternehmen kann die Reichweite nicht im Voraus festlegen.

Wer im Neuroblock dominiert

Die Struktur der Impressions im KI-Antwort-Block ist extrem konzentriert. Der wichtigste Werbekunde ist „Sber“, auf dessen Anzeigen 57 % der Impressions entfielen. Auf dem zweiten Platz liegen die eigenen Finanzdienstleistungen von „Yandex“ mit einem Anteil von 27 %, auf dem dritten — „T-Bank“ mit 9 %. Auf diese drei Akteure entfallen 90 % aller Impressions im Neuroblock. Von der „Kommersant“ befragte Experten stellen fest, dass die Priorität in diesem Kanal faktisch den Banken zusteht, selbst wenn „Yandex“ offiziell die Abwesenheit gezielter Platzierung betont.

Wie neu ist dieser Traffic-Kanal

Die Experten sind sich einig, dass die Neuro-Ergebnisliste noch zu früh als eigenständiger Traffic-Quell betrachtet werden kann, jedoch ist sie bereits ein wachsender Kontaktkanal zum Verbraucher. Schätzungen der Experten zufolge beträgt das Traffic-Wachstum für Banken aus diesem Kanal im Allgemeinen 1 % bis 5 %, und bei spezialisierten Anfragen kann der Indikator höhere Werte erreichen. In der Praxis hat nur eine kleine Anzahl von Unternehmen Zugang zur Testversion des Blocks erhalten, was den Wettbewerb zusätzlich einschränkt und die Positionen derjenigen stärkt, die bereits im Format arbeiten.

Widersprüchliche Daten

In den Quellen gibt es Unstimmigkeiten, die zu berücksichtigen sind. Erstens überlappt die Formulierung zum Traffic-Wachstum bei spezialisierten Anfragen der Bereich „bis 5 % bis 10 %“ teilweise die obere Grenze des allgemeinen Bereichs (1–5 %), was wie eine Ungenauigkeit in den Ursprungsdaten aussieht und eine Klärung bei den Analysten erfordert. Zweitens gibt es eine Diskrepanz zwischen der Aussage von „Yandex“, dass ein gezieltes Erreichen des Blocks unmöglich sei und garantierte Impressions nicht verkauft würden, und der tatsächlichen Lage, in der 90 % der Impressions bei drei großen Finanzakteuren konzentriert sind. Das bedeutet, dass in der Praxis die Priorität dennoch vom Umfang des Werbebudgets bestimmt wird und nicht von einer zufälligen Kontextübereinstimmung.

Was kommt als Nächstes

Experten warnen: Wenn das Format allgemein zugänglich wird, besteht die Gefahr, dass es die Logik des Werbeauktions in der klassischen Ergebnisliste wiederholt, bei der die maximale Sichtbarkeit bei den Teilnehmern mit großen Werbebudgets bleibt. Für Unternehmen bedeutet dies, dass die Neuro-Ergebnisliste von „Yandex“ allmählich von einem experimentellen Kanal zu einem vollwertigen Element des Mediamix wird, in dem der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit des Nutzers in KI-Antworten nur zunehmen wird.