Die ukrainische Nationalmannschaft hat den erweiterten Kader aus 30 Fußballern für die ersten vier Spiele der Nations League 2026/27 bekanntgegeben, und darunter befindet sich nicht der Mittelfeldspieler von Brentford, Jewhen Yarmolyk. Die Entscheidung hat im ukrainischen Fußballumfeld breite Resonanz ausgelöst, da der Ukrainer am Vorabend der Nominierungsbekanntgabe in der Startelf des Premier-League-Spiels gegen Chelsea stand und 69 Minuten auf dem Platz verbrachte – sein längster Einsatz im aktuellen Saisonverlauf. Genau dieser Widerspruch zwischen der Spielpraxis im Verein und der Abwesenheit in der Nationalmannschaft wurde zum Anlass für zahlreiche Fragen, auf die nun konkrete Antworten gegeben wurden.
Die offizielle Version: „Entzündung“ und die Entscheidung des Stabs
Der Cheftrainer der ukrainischen Nationalmannschaft Andrea Maldera hatte das Fehlen des Mittelfeldspielers zuvor mit einer nicht optimalen körperlichen Verfassung erklärt, die mit einer „Entzündung“ zusammenhängt. Laut dem Insider Igor Burbas haben der medizinische Stab von Brentford und der Trainerstab der Nationalmannschaft gemeinsam beschlossen, die herbstliche internationale Pause für einen vollständigen Rehabilitationskurs zu nutzen. Ziel ist es, Yarmolyk optimale Konditionen für den nächsten Teil der Saison zu ermöglichen, wenn die Belastung für den Mittelfeldspieler sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft deutlich zunehmen wird.
Ein Detail, das der Insider enthüllte: Impfung nach dem Spiel gegen Chelsea
Igor Burbas berichtete, dass Yarmolyk am Morgen nach dem Spiel Brentford – Chelsea eine Impfung erhalten hat, nach der für acht Tage jegliche körperliche Belastung verboten ist. Genau dieses Zeitfenster fällt mit dem Länderspielfenster zusammen, was eine vollständige Vorbereitung und Teilnahme am Trainingsprozess der Nationalmannschaft unmöglich macht. Somit wurde der Mittelfeldspieler nicht wegen einer akuten Verletzung suspendiert, sondern hat vielmehr eine planmäßige medizinische Maßnahme durchlaufen, die eine erzwungene Ruhephase erfordert.
Die Reaktion des Spielers selbst: „Ich hasse es, Spiele zu verpassen“
Jewhen Yarmolyk hat öffentlich Bedauern über die Unmöglichkeit geäußert, sich den „Blau-Gelben“ anzuschließen. In seiner Mitteilung in den sozialen Medien gestand der Mittelfeldspieler, dass die Nominierung in die Nationalmannschaft für ihn immer der größte Kindheitstraum und eine große Privilegierung war, und er ist zutiefst enttäuscht, dass er dem Team in der herbstlichen Pause nicht helfen kann. „Für mich ist das schwer, ich hasse es, Spiele zu verpassen, aber ich verstehe, dass der Durchlauf des entsprechenden Wiederherstellungsprozesses mir helfen wird, auf dem Feld effektiver zu sein – sowohl in den Spielen für die Nationalmannschaft als auch für Brentford – in den kommenden Monaten“, schrieb Yarmolyk. Laut seinen Angaben hat Brentford für ihn einen separaten Erholungszeitraum geplant, der genau auf diese acht Tage abgestimmt ist.
Widersprüchliche Angaben
Im öffentlichen Raum existieren zwei etwas verschiedene Formulierungen der Ursache für das Fehlen Yarmolyks. Einerseits bediente sich Trainer Maldera des Begriffs „Entzündung“, was einen akuten Entzündungsprozess impliziert, der einer Behandlung bedarf. Andererseits verweist der Insider Burbas auf eine planmäßige Impfung, die bereits nach Abschluss des Spiels gegen Chelsea durchgeführt wurde, als der Mittelfeldspieler 69 Minuten gespielt hatte. Auf den ersten Blick widersprechen sich diese Versionen: Wenn der Spieler eine akute Entzündung gehabt hätte, die acht Tage vollständige Ruhe erforderte, wäre sein Einsatz in der Startelf des Premier-League-Spiels unerklärlich gewesen. Bei einer detaillierteren Analyse ergibt sich jedoch die Logik: Die „Entzündung“ könnte ein chronischer oder subklinischer Zustand gewesen sein, der die Spiellast nicht behinderte, aber die Abschluss des Rehabilitationskurses (einschließlich der Impfung) in einem spielfreien Zeitraum erforderte. Dennoch haben weder der Trainerstab der Nationalmannschaft noch der Verein Brentford das vollständige medizinische Protokoll offiziell offengelegt, daher bleiben beide Versionen – „Entzündung“ und „Impfung“ – im öffentlichen Diskurs als sich ergänzend und nicht als sich ausschließend.
Kontext: Yarmolyks Weg zur Nationalmannschaft und der Spielplan der „Blau-Gelben“
Zum letzten Mal spielte Jewhen Yarmolyk Ende März 2026 für die ukrainische Nationalmannschaft in einem Freundschaftsspiel gegen Albanien, das mit 1:0 gewonnen wurde. Für die ersten Testspiele unter der Leitung von Andrea Maldera im Mai–Juni wurde der Mittelfeldspieler wegen einer Verletzung nicht nominiert. Nun, in der neuen Saison der Nations League 2026/27, werden die „Blau-Gelben“ die ersten beiden Spieltage auswärts bestreiten: Am 25. September trifft die Ukraine auf Ungarn, am 28. September – auf Georgien. Die zwei nominell Heimspiele – gegen Nordirland (2. Oktober) und Ungarn (5. Oktober) – finden in der slowakischen Stadt Trnava statt. Somit verpasst Yarmolyk alle vier Begegnungen, soll aber nach dem Plan des medizinischen Stabs in optimaler Form zum November-Fenster zurückkehren.
Erinnerung: Zuvor hat der ehemalige Verteidiger der Nationalmannschaft Jewhen Lewtschenko in einem exklusiven Kommentar für Sport RBC.UA seine Erwartungen an die nächsten Spiele der Ukraine in der Nations League geteilt und darauf hingewiesen, dass das Fehlen eines oder zweier Mittelfeldspieler bei einer klugen taktischen Aufstellung den Ergebnis nicht kritisch beeinflussen sollte. Details – auf Sport RBC.UA.