Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in einem Interview mit dem ukrainischen öffentlich-rechtlichen Sender „Suspilne“, dass der bevorstehende G20-Gipfel in Miami zur Plattform für ein Dreier-Gespräch zwischen Vertretern der Ukraine, der USA und Russlands werden könnte. Laut dem Staatschef hätten die ukrainische und die amerikanische Seite bereits die Möglichkeit eines solchen Verhandlungsformats besprochen; der G20-Gipfel selbst schaffe aus seiner Sicht die Voraussetzungen für einen Dialog mit einem konkreten Ergebnis. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf eine Veröffentlichung von „Suspilne“.
Bewertung des Formats: „eine potenzielle Möglichkeit mit einem konkreten Ergebnis“
Selenskyj betonte, dass die ukrainische Seite die Initiative Washingtons als eine der vielversprechendsten betrachte. „Ich halte dies für eine der besten Möglichkeiten, die von der amerikanischen Seite, von Präsident Trump im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel angeboten wurde. Ich halte dies für eine potenzielle Möglichkeit, bei der ein Dreier-Gespräch mit einem konkreten Ergebnis zustande kommen könnte“, erklärte der Präsident. Gleichzeitig unterstrich er, dass Kiew bereit sei, ein solches Format zu unterstützen, sofern eine entsprechende Vereinbarung zwischen den Seiten bestehe: „Unbedingt wird die Ukraine unterstützen, wenn ein solches Format und eine entsprechende Vereinbarung bestehen“.
Rolle der anderen G20-Teilnehmer im Verhandlungsprozess
Nach Ansicht Selenskyjs schaffen die Anwesenheit anderer einflussreicher Staaten auf dem Gipfel – Chinas, Indiens, der Staaten des Nahen Ostens und der europäischen Partner der Ukraine – zusätzliche Möglichkeiten für Verhandlungen. Der Präsident wies darauf hin, dass einige dieser Länder weiterhin wirtschaftliche Beziehungen zu Russland pflegen, was aus seiner Sicht zu einem zusätzlichen Hebel des Drucks im Rahmen eines multilateralen Dialogs werden könnte. So verwandle das G20-Format nach seiner Logik eine bilaterale Frage in eine multilaterale, in der die Interessen und Positionen zahlreicher Akteure auf die endgültige Konfiguration der Verhandlungen einwirken.
Kontext: Einladung Putins und der Dezember-Zeitrahmen
Die Möglichkeit eines Dreier-Gesprächs wird vor dem Hintergrund diskutiert, dass der russische Präsident Wladimir Putin eine Einladung zum G20-Gipfel im Dezember in Miami erhalten hat. Genau diese Umstände machen den Gipfel laut Selenskyj zu einer potenziellen „Atmosphäre, in der ein Ergebnis erzielt werden kann“. Damit bleibt die Bestätigung der Teilnahme Putins am Dezember-Gipfel sowie die Abstimmung des konkreten Formats des trilateralen Kontakts durch die Seiten die entscheidende Voraussetzung für die Umsetzung der Initiative.
Widersprüchliche Angaben
In den vorliegenden Quellen werden die wesentlichen Fakten der Erklärung Selenskyjs – die Bereitschaft Kiews zu einem Dreier-Gespräch auf dem G20-Gipfel, die Besprechung des Formats mit der amerikanischen Seite und die Verknüpfung mit dem Dezember-Gipfel in Miami – kohärent dargestellt und enthalten keine Widersprüche in Daten oder Zahlen. Gleichzeitig registriert die Quelle glavred.info (ID 3) eine parallele Erklärung Selenskyjs zu „drei Varianten einer Waffenruhe“ mit Russland, was auf einen weiteren Verhandlungsrahmen hinweist, der über das einzelne G20-Format hinausgeht. Das genaue Datum und der konkrete Ablauf des Dreier-Gesprächs sind in den öffentlichen Quellen zum 24. September 2026 von keiner der Seiten bestätigt worden, was die „vermutliche Datierung“ (wie in der Veröffentlichung von slovoidilo.ua, ID 4) im Status der Erwartung einer offiziellen Ankündigung belässt.
Zusätzlicher Kontext: Anerkennung von Fehlern
In demselben Interview erklärte Selenskyj, dass er während des Zeitraums des großangelegten Krieges zahlreiche schwierige Entscheidungen treffen musste, von denen nicht alle richtig waren. Laut seinen Worten sei gerade die große Menge täglicher Entscheidungen und Vereinbarungen die Ursache der begangenen Fehler gewesen. Diese Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund der Diskussion über die Perspektiven des Friedensprozesses und dürfte darauf abzielen, die öffentliche Meinung auf mögliche Kompromisslösungen vorzubereiten, die das Ergebnis der trilateralen Verhandlungen sein könnten.