Nach der Sitzung des Oberbefehlshabers (des Oberkommandos) erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj über eine Reihe von Beschlüssen, die darauf abzielen, den Schutz des Landes vor russischen Angriffen auf kritische Infrastruktur und Logistik zu verstärken. Nach seinen Worten standen Verträge über die Herstellung von Schutzsystemen für kritische Infrastruktur und Logistikobjekte sowie eine detaillierte Analyse der Bedürfnisse der Ukrhalsnyzja, der Tankstellennetze und der Unternehmen, die aus Sicht Kiews besonders wichtige Ziele für russische Angriffe darstellen, im Zentrum der Tagesordnung.

Oberkommando und Verträge zum Schutz der kritischen Infrastruktur

Der Staatschef betonte, dass während der Sitzung ein Bericht der Nachrichtendienste geprüft wurde, in dem – nach seinen Angaben – festgelegt wurde, auf welche Objekte die russischen Streitkräfte in ihren genehmigten Plänen in erster Linie ihr Augenmerk richten. Auf dieser Grundlage, so Selenskyj, wurden Entscheidungen zum Schutz getroffen: Insbesondere geht es um eine erhebliche Stärkung des Anteils der elektronischen Kriegsführung (EK) und um eine Erhöhung des Umfangs der entsprechenden Einkäufe; die Verträge seien, wie er sagte, bereits bestätigt.

Stärkung der EK und Neuausrichtung der Feuergruppen

Neben dem Ausbau der EK-Mittel teilte Selenskyj mit, dass die Arbeit bestimmter mobiler Feuergruppen und der Linien der Luftverteidigung neu strukturiert werden soll. Dies soll, so das Ziel Kiews, die Flexibilität und Widerstandsfähigkeit des Luftverteidigungssystems und der Feuerstellungen gegenüber den Aktionen des Gegners erhöhen. Der Präsident wies zudem das Finanzministerium an, zusätzliche Ressourcen für logistische Bedürfnisse bereitzustellen, was auf die Priorität der Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Transport- und Energieketten angesichts der anhaltenden Angriffe hinweist.

Logistik, Ukrhalsnyzja und grenznahe Routen

Getrennt davon wurden beim Oberkommando die Herausforderungen und mögliche gemeinsame Schritte mit den Partnern zur Sicherheit der Logistik in den Grenzregionen zu den EU-Ländern und Moldau erörtert. Selenskyj berichtete, dass ein Bericht über die Fähigkeiten der Ukrhalsnyzja vorgelegt wurde, Reparaturen an rollendem Material durchzuführen und Ausrüstung zu liefern; er betonte die Wichtigkeit, dass die Unterstützung der Partner für die UZ aufrechterhalten bleibe und dass auch die staatlichen Banken den Eisenbahnfrachtförderer unterstützen. Nach seinen Worten bereitet das Kabinett Entscheidungen zur Schaffung von Reserve-Logistikrouten in den Frontnähegebieten vor; dabei seien Algorithmen zur Kombination von Eisenbahn- und Straßenrouten durchgerechnet.

Schutz der Tankstellen und Abschuss von „Scheheds“

Am selben Tag, dem 15. September, teilte Selenskyj mit, dass die Ukraine erfolgreich einen weiteren Abfangjäger für russische Strahlendrohnen „Schehed“ erprobt habe. Parallel dazu werden auf den Tankstellen der Oblast Kiew die Sicherheitsmaßnahmen für den Fall von Luftangriffen verstärkt: Den Mitarbeitern der Tankstellen wird Zugang zu einem speziellen digitalen System der Luftaufklärung gewährt, das von den Verteidigungskräften genutzt wird. Diese Maßnahmen, so die Angaben Kiews, zielen darauf ab, die Verwundbarkeit der Objekte der Treibstoffinfrastruktur und der Logistik zu verringern, die im Fokus der russischen Angriffe bleiben.