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title: "Zelenskyj eroeffnet Debatte ueber Online-Wahlen in der Ukraine: 'Das Parlament muss eine Loesung finden'"
description: "Zelenskyj sprach im ZDF-Interview ueber moegliche Online-Wahlen in der Ukraine und nannte die Situation fuer Soldaten ungerecht. Parlamentssprecher Stefantschuk hatte zuvor Abstimmungen via 'Diia' als technisch unmoeglich bezeichnet."
date: 2026-11-05T20:10:33.274Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/zelenskyj-online-wahlen-ukraine-zdf
tags: [ukraine, zelensky, elections, online-voting, diia, verkhovna-rada, zdf, war, military]
author: "Alexander Buran"
publisher: "XAB.info"
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# Zelenskyj eroeffnet Debatte ueber Online-Wahlen in der Ukraine: 'Das Parlament muss eine Loesung finden'

![Wolodymyr Zelenskyj sitzt an einem Schreibtisch in dunkler Kleidung vor der Staatsflagge der Ukraine.](https://xab.info/media/2026/11/05/zelenskyi-onlain-vybory-ukraina-zdf/zelenskyi-onlain-vybory-ukraina-zdf-1.webp)

## Kernpunkte

- Zelenskyj erwog im ZDF-Interview die Durchführung von Wahlen in der Ukraine als Online-Format
- Der Präsident erklärte, dass Soldaten an der Front nicht abstimmen könnten, was Wahlen ungerecht mache
- Parlamentssprecher Stefantschuk wies zuvor auf die technische Unmöglichkeit der Stimmabgabe über 'Diia' hin
- Die Werchowna Rada arbeitet an einem Gesetz für Wahlen unter Kriegsrecht

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskyj hat in einem Interview mit dem deutschen Fernsehsender ZDF erklärt, dass die Regierung die Durchführung von Wahlen in einem Online-Format in Betracht ziehen könnte. Seinen Worten zufolge könnte ein Großteil der Bürger unter den Bedingungen des anhaltenden Krieges physisch nicht an der Abstimmung teilnehmen, was das traditionelle Wahlformat ungerecht mache. Zelenskyj betonte, dass Millionen von Militärangehörigen in den Schützengräben lägen und technisch nicht die Möglichkeit hätten, abzustimmen, weshalb die Organisation der Wahlen einen unkonventionellen Ansatz erfordere.

### 'Soldaten koennen nicht waehlen — das ist zu hundert Prozent ungerecht'

Im Interview mit dem ZDF begründete das Staatsoberhaupt seine Position ausführlich und wies darauf hin, dass die Streitkräfte an der Front faktisch ihres Wahlrechts beraubt seien. „Die Streitkräfte sind an der Front, sie sind auch gegen Wahlen, weil sie keine Möglichkeit haben, abzustimmen. Ist das etwa gerecht? Millionen Menschen befinden sich in Schützengräben, und es ist technisch unmöglich, das zu organisieren“, erklärte Zelenskyj. Er fügte hinzu, dass gerade die Soldaten als Erstes das Staatsoberhaupt wählen sollten, da „sie die Unabhängigkeit bewahrt haben und sie weiterhin bewahren“. Seiner Überzeugung nach ist der Soldatenberuf in Kriegszeiten der wichtigste, und da die Militärangehörigen ihr Leben riskieren, sei es „zu hundert Prozent ungerecht“, Wahlen abzuhalten, bei denen sie nicht mitbestimmen können.

### Online-Wahlen: Technische Machbarkeit und gesetzgeberisches Vakuum

In Bezug auf mögliche Alternativen ließ Zelenskyj die Durchführung von Wahlen in einem digitalen Format zu. „Es ist möglich, aber dann muss das Parlament eine Lösung suchen und finden“, stellte der Präsident fest. Damit wälzte er die Verantwortung für die Ausarbeitung der rechtlichen und technischen Grundlagen für Online-Wahlen auf die Werchowna Rada ab. Zum Zeitpunkt der Aussage des Präsidenten war im Parlament kein konkreter Gesetzentwurf zur Regelung der Fernwahl verabschiedet worden, und das bestehende Wahlrecht enthält keine Mechanismen für rein digitale Wahlen.

### Probleme der 'Diia'-Plattform und die Haltung des Parlamentssprechers

Wie bereits von RBC-Ukraine berichtet, erklärte der Vorsitzende der Werchowna Rada, Ruslan Stefantschuk, dass Wahlen über die App „Diia“ zum aktuellen Zeitpunkt unmöglich seien. Er wies auf eine Reihe von „Fallstricken“ hin, die sich bei der Nutzung dieses Dienstes während der Abstimmung beim „Eurovision“-Wettbewerb gezeigt hätten. Laut Stefantschuk erlauben die technischen und rechtlichen Beschränkungen der Plattform keine Garantie für Vertraulichkeit, Richtigkeit und Sicherheit der Stimmen im Maßstab landesweiter Wahlen. Gleichzeitig merkte er an, dass das Parlament aktiv an einem Gesetz arbeite, das den Ablauf von Wahlen unter Kriegsrecht regeln soll, wobei die konkrete Durchführung derzeit „absolut unmöglich“ sei.

### Kontext: Wahlen in Kriegszeiten — ein systemisches Problem

Die Frage der Organisation von Wahlen in der Ukraine vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts bleibt eines der meistdiskutierten Themen in politischer und rechtlicher Hinsicht. Einerseits gibt es internationalen Druck und interne Forderungen zur Einhaltung demokratischer Normen und der Machtrotation. Andererseits machen objektive militärische Einschränkungen eine traditionelle Stimmabgabe in Wahllokalen für einen Großteil der Bevölkerung, einschließlich Militärangehöriger, Binnenvertriebener und Bewohner der vorübergehend besetzten Gebiete, unrealistisch. Zelenskyjs Initiative zur Prüfung eines Online-Formats spiegelt somit den Versuch wider, einen Kompromiss zwischen der Legitimität des Wahlprozesses und seiner technischen Realisierbarkeit unter extremen Bedingungen zu finden.

## Die Angaben gehen auseinander

### Technische Machbarkeit von Online-Wahlen

- **Präsident Wolodymyr Zelenskyj:** Die Durchführung von Online-Wahlen ist möglich, aber das Parlament muss eine Lösung finden ([rbc.ua](https://www.rbc.ua/ukr/news/zelenskiy-mi-mozhemo-podumati-onlayn-vibori-1793909081.html))
- **Parlamentssprecher Ruslan Stefantschuk:** Wahlen über die 'Diia'-App sind aufgrund technischer 'Fallstricke' unmöglich; eine konkrete Durchführung von Wahlen ist derzeit absolut unmöglich ([rbc.ua](https://www.rbc.ua/ukr/news/zelenskiy-mi-mozhemo-podumati-onlayn-vibori-1793909081.html))

*Worin sie übereinstimmen:* Beide Seiten erkennen an, dass der Mechanismus für Online-Wahlen bei landesweiten Abstimmungen in der Ukraine derzeit weder bereit noch umgesetzt ist

## Faktencheck und Quellen

- [Зеленский: мы можем подумать об онлайн-выборах](https://www.rbc.ua/ukr/news/zelenskiy-mi-mozhemo-podumati-onlayn-vibori-1793909081.html) - Direkte Zitate von Zelenskyj aus dem ZDF-Interview sowie die zuvor veröffentlichte Erklärung von Stefantschuk zur Unmöglichkeit der Abstimmung über 'Diia'. Primärquelle, Zitate sind zugeordnet.

## Häufige Fragen

### Was genau sagte Zelenskyj zum Wahlformat?

Der Präsident erklärte, dass die Ukraine Online-Wahlen in Betracht ziehen könnte, betonte jedoch, dass das Parlament dafür eine entsprechende Lösung finden müsse.

### Warum hält Zelenskyj traditionelle Wahlen für ungerecht?

Seinen Worten zufolge befinden sich Millionen Soldaten an der Front und können technisch nicht wählen. Er nannte dies 'zu hundert Prozent ungerecht' und unterstrich, dass gerade die Soldaten das Staatsoberhaupt wählen sollten.

### Können Wahlen über die App 'Diia' durchgeführt werden?

Parlamentssprecher Ruslan Stefantschuk erklärte zuvor, dass Wahlen über 'Diia' zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund technischer und rechtlicher Einschränkungen, die bei der Nutzung für den Eurovision-Song-Contest deutlich wurden, unmöglich seien.

### Arbeitet das Parlament an einem Gesetz für Wahlen in Kriegszeiten?

Ja, laut Stefantschuk arbeitet die Werchowna Rada an einem Gesetz, das die Möglichkeit von Wahlen unter Kriegsrecht definiert, wobei er deren praktische Umsetzung aktuell als 'absolut unmöglich' bezeichnete.