In der Ukraine wurde ein weitreichendes Betrugsnetzwerk aufgedeckt, das sich als legale Krypto-Wechselstuben ausgab. Durch das operative Eingreifen der Strafverfolgungsbehörden wurden in sieben Regionen des Landes mehr als 20 Durchsuchungen durchgeführt. Dies teilte Generalstaatsanwalt Ruslan Kravchenko in seinem Telegram-Kanal mit.

Die Illusion eines legalen Geschäfts

Das kriminelle System war mit einem hohen Maß an Detailtreue aufgebaut und imitierte den Betrieb eines echten Finanzdienstleisters. Die Betrüger erstellten eine vollständige Website, ein System zur Bearbeitung von Anfragen und Kommunikationskanäle im Messenger Telegram. Um Vertrauen zu schaffen, wurden Wechselstellen in verschiedenen Regionen der Ukraine eingerichtet, in denen Anfragen entgegengenommen und BestätigungsCodes ausgestellt wurden.

Hinter der Fassade der Legalität verbarg sich jedoch ein einfacher Raubmechanismus. Wie die Ermittler herausfanden, erhielten die Kunden nach der Übermittlung ihrer Mittel zur „Barauszahlung“ weder Kryptowährung noch eine Rückzahlung ihres Geldes. Das System basierte auf dem vollen Vertrauen der Opfer, die an die Professionalität der Finanzvermittler glaubten.

Operativer Kauf und Umfang der Beschlagnahmungen

Im Rahmen der Dokumentation des Verbrechens führten die Strafverfolgungsbehörden einen operativen Kauf durch, bei dem die Betrüger nach ihrem Schema 50.000 Hrywnja erbeuteten. Dies ermöglichte es, das Verbrechen bei der Tat zu dokumentieren und unbestechliche Beweise zu sammeln.

Laut dem Generalstaatsanwalt wurden bei den großangelegten Durchsuchungen bei den Teilnehmern des Netzwerks Bargeld in verschiedenen Währungen im Gesamtwert von mehr als 20 Millionen Hrywnja sichergestellt. Zudem wurden technische Geräte und Dokumente beschlagnahmt, die den Betrieb der Plattform ermöglichten.

Schicksal der Organisatoren und Ausführenden

Die Ermittlungen bereiten bereits Verdachtsmitteilungen für alle aufgedeckten Teilnehmer des Schemas vor. Ihnen wird die unrechtmäßige Aneignung fremden Eigentums durch Täuschung in vorsätzlicher Absprache einer Personengruppe zur Last gelegt. Gegenwärtig arbeiten die Strafverfolgungsbehörden daran, alle Glieder der Kette zu identifizieren – von den Organisatoren des Netzwerks bis hin zu den Kurieren, die das Geld von den Opfern entgegennahmen.

Obwohl der offizielle Name des Netzwerks noch nicht bekannt gegeben wird, deuten Quellen in den Strafverfolgungsbehörden darauf hin, dass es sich möglicherweise um den Dienst Money 24/7 handelt. Dies ist die erste große Aufdeckung einer solchen Struktur, die das Vertrauen der Bürger in neue Finanztechnologien für Diebstähle ausnutzte.

Kontext des Kampfes gegen Cyberkriminalität

Diese Ermittlungen finden vor dem Hintergrund einer verstärkten staatlichen Aufmerksamkeit für den Bereich der Kryptowährungen statt. Kürzlich ging erstmals eine mit einer Hackergruppe verbundene Kryptowährung unter staatliche Kontrolle, die Unternehmen und Bürger in Europa und den USA angegriffen hatte. Am 27. Juni wurden auf das Krypto-Wallet der ARMA mehr als 8,3 Millionen USDT überwiesen, was mehr als 372 Millionen Hrywnja entspricht.

Parallel zum Kampf gegen Cyberbetrug decken die Strafverfolgungsbehörden weiterhin Korruptionsschemata in anderen Bereichen auf. So wurden kürzlich die Leiter des Staatsunternehmens „Kiewer Regionalstraßenverwaltung“ entlarvt, die die illegale Vermietung von Staatsvermögen gegen Bargeld organisiert hatten.

Die Ermittlungen im Fall der Krypto-Betrüger laufen weiter. Die Strafverfolgungsbehörden versprechen, den Fall vor Gericht zu bringen und den Opfern im Rahmen des Strafverfahrens das Geld zurückzuerstatten.