Im sowjetischen Bezirk der Krim wurde der Vorortzugverkehr vollständig eingestellt. Ursache für diese Transportblockade waren schwere Schäden an der Eisenbahninfrastruktur, die infolge nächtlicher Explosionen entstanden. Einheimische bestätigen, dass sie in der Nacht eine Serie starker Detonationen hörten, die das Gleisbett buchstäblich zertrümmerten.
Zerstörung der Strecke und Einstellung der S-Bahnen
Der Fahrbetrieb der Personenzüge wurde auf dem Abschnitt zwischen dem Bahnhof 30 km und dem Bahnhof Krasnoflotskaja eingestellt. Die offizielle Ankündigung zur Einstellung der Fahrten erfolgte durch die lokale Vorortverkehrsgesellschaft. Die Lage am Tatort sieht kritisch aus: Nach Augenzeugenberichten und veröffentlichten Aufnahmen sind die Schienen verbogen und zerrissen, und über den Gleisen steigt dichter Rauch auf, der kilometerweit sichtbar ist.
RBC-Ukraine berichtet unter Berufung auf den Telegram-Kanal „Krimskij Wetjer“ (Krimwind), dass die genauen Ursachen der Explosionen und die Angriffsziele derzeit geklärt werden. Die Folgen des Anschlags sind jedoch bereits für die Bewohner der Halbinsel spürbar, deren Routen blockiert wurden.
Ausnahmezustand und Reduzierung der Fahrten
Die Ereignisse spielen sich vor dem Hintergrund einer verschärften Kontrolle auf der Halbinsel ab. Am 26. Juni führten die Besatzungsbehörden der Krim und Sewastopols einen regionalen Ausnahmezustand ein. Der Verwaltungschef Sergei Akjonow begründete diese Entscheidung mit der Notwendigkeit der „Ordnung wirtschaftlicher Fragen“ und der Gewährleistung der Stabilität der Lebensbedingungen der Bevölkerung.
Doch die reale Situation sieht anders aus. Einen Tag vor der Einführung des Ausnahmezustands, am 25. Juni, reduzierten russische Eisenbahner massiv die Anzahl der Personenzüge in die Krim. Die Anzahl der Fahrten wurde von 18 auf 7 reduziert; alle Züge verkehren nun nur noch bis zum Bahnhof „Kertsch-Süd“ und fahren nicht weiter ins Innere der Halbinsel. Offizielle Gründe für diesen Schritt nannten die Besatzer damals nicht.
Großangelegter Drohnenangriff
Die Reduzierung des Zugverkehrs fiel mit einer großangelegten Operation der ukrainischen Drohnenkräfte zusammen. In der Nacht zum 25. Juni trafen ukrainische Drohnen fast 40 militärische und logistische Objekte des Gegners. Zu den Zielen gehörten das Kraftwerk Tawrija, große Umspannwerke, Radaranlagen sowie ein Öltanklager in Dschanojk. Diese Schläge fügten der Infrastruktur erheblichen Schaden zu, die die Besatzer für militärische Zwecke nutzen wollen.