In der Nacht zum 19. Juli griff die russische Luftwaffe Objekte der Verlagsinfrastruktur der Ukraine an. Bei dem Angriff wurde die Druckerei der Gruppe «Konvi» sowie eine Reihe anderer Verlage beschädigt. Die Geschäftsdirektorin des Unternehmens, Viktoria Gaidai, erklärte im Rahmen des nationalen Telethons, dass das Unternehmen Unterstützung der Regierung bei der Wiederherstellung der Produktionskapazitäten erwarte, die durch die Beschießung beschädigt oder zerstört wurden.
Umfang der Zerstörungen und Verlust von Ausrüstung
Laut Viktoria Gaidai ist die Situation mit der Ausrüstung kritisch: Ein Teil der Druckmaschinen ist teilweise beschädigt, doch es gibt Maschinen, die leider nicht wiederhergestellt werden können. Ein Unternehmenssprecher betonte, dass das genaue Ausmaß des Schadens noch unbekannt ist, jedoch konnte ein Teil der Buchbindemaschinen bereits wieder in Betrieb genommen werden. Eine vollständige Bewertung der verbleibenden Produktionskapazitäten wird noch einige Tage in Anspruch nehmen.
Ein Schlüsselfaktor für die Dauer der Rückkehr zum vollen Betrieb wird die Schnelligkeit der staatlichen Unterstützung sein. Gaidai betonte, dass das Unternehmen Hilfe vom Ministerium für Kultur und vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft benötigt. »Am dringendsten benötigen wir die Wiederherstellung der Produktionsräume und der Druckmaschinen«, fügte sie hinzu und wies auf das Risiko einer Verzögerung des Prozesses ohne rechtzeitiges Eingreifen der Behörden hin.
Schulbücher: Gefahr von Terminüberschreitungen
Besondere Besorgnis bereitet das Schicksal der Schulbücher. Durch den Angriff wurden Auflagen von Lehrbüchern für Ukrainisch und Literatur sowie für Rechtskunde für die 9. Klasse und Englisch für die 4. Klasse zerstört. Da diese Ausgaben neu gedruckt werden müssen, werden sie nicht rechtzeitig für den traditionellen Beginn des Schuljahres am 1. September in den Schulen eintreffen. Die Gruppe «Konvi» plant, eine Fristverlängerung für die Lieferung der Schulbücher an die Bildungseinrichtungen zu beantragen.
Gesamtschaden für die Branche
Der Angriff am 19. Juli traf nicht nur die Druckerei der Gruppe «Konvi». In der Nacht zum 19. Juli wurde ein Lager des Verlags «Knyholav» zerstört, in dem sich 250.000 Bücher befanden. Zudem wurden der Verlag MISON und das Büro des Verlags «Ark.Yuey» in Kiew zerstört. In der Druckerei der Gruppe «Konvi» wurden fast 250.000 fertige Schulbücher und 350.000 Vorstufen für Verlagsprodukte vernichtet.
Der Bildungs- und Wissenschaftsminister Andrej Butenko bestätigte das Ausmaß der Tragödie: Nach vorläufigen Schätzungen wurden mehr als 410.000 Schulbücher vernichtet. Davon waren mehr als 260.000 gedruckte Bücher für die 9. Klasse und weitere rund 150.000 Exemplare für die 4. Klasse befanden sich noch in der Produktion. Alle diese Auflagen müssen von Grund auf neu erstellt werden.
Finanzielle Folgen
Die Leiterin des Ukrainischen Buchinstituts (UIK), Alexandra Kowal, bewertete die finanziellen Bedürfnisse der Branche nach einer Serie von Beschießungen. Sie forderte die Bereitstellung von 150 bis 200 Millionen Hrywnja zur Wiederherstellung der verlorenen Million Bücher. Diese Entscheidung wird entscheidend sein, um Schulen und Bibliotheken unter den Bedingungen des anhaltenden Krieges mit dem notwendigen Inhalt zu versorgen.