In der engsten Umgebung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zeichnet sich eine ernste Spaltung in Bezug auf die Führung der Kampfhandlungen ab. Dies erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Interview mit der Zeitung The Guardian, wie RBC-Ukraine berichtet.

Laut dem ukrainischen Staatschef herrscht in der russischen Elite keine Einheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Konflikts. Selenskyj behauptet, dass ein Teil der Personen, die den Kreml-Chef umgeben, für die Fortsetzung des Krieges eintreten, während eine andere Gruppe eher zu dessen Beendigung neigt.

Der wirtschaftliche Faktor als Argument gegen den Krieg

Als Hauptargument für diejenigen in Russland, die sich für Frieden einsetzen, nannte der ukrainische Präsident den Zustand der Wirtschaft. «Unternehmer verstehen, dass die russische Wirtschaft in einem schrecklichen Zustand ist», betonte Selenskyj. Genau diese wirtschaftliche Realität veranlasst seiner Meinung nach einen Teil der Elite, über den Preis der Fortsetzung des Konflikts nachzudenken.

Der Staatschef der Ukraine skizzierte auch konkrete Schritte, die seiner Meinung zufolge das Ende des Krieges näherbringen würden. Er betonte, dass der Frieden näher rücken würde, wenn:

  • Westliche Länder die bestehenden Sanktionen nicht aufheben;
  • Der Druck auf die russische Schattenflotte und andere Schlüsselbereiche der Wirtschaft verstärkt wird;
  • Ukraine ihre Stärke auf dem Schlachtfeld behält.

Die Position Kiews und die Reaktion des Westens

Hinsichtlich des Formats der Verhandlungen bleibt die Position Kiews unverändert. «Auf jeden Fall sind wir bereit zu sprechen, aber wir werden kein Territorium abtreten», unterstrich Wolodymyr Selenskyj.

Der Kurs zur Verschärfung des Sanktionsdrucks auf Russland wird auch auf Ebene der Europäischen Union unterstützt. Kaja Kallas, Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, erklärte, dass die Verluste Russlands durch Sanktionen bereits 1,5 Billionen Dollar überstiegen haben. Der Block bereitet zudem neue Beschränkungen vor, die 80 Organisationen und Einzelpersonen betreffen werden.

Erhöhte Sicherheit im Kreml

Aufgrund externer Bedrohungen und der geopolitischen Spannungen wurden im Kreml erhöhte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Wie RBC-Ukraine berichtete, schalteten russische Geheimdienste vorübergehend das Videoüberwachungssystem rund um Wladimir Putin aus, um eine technische Überprüfung durchzuführen.

Laut einer Quelle lag der Grund für diese Maßnahmen in der Besorgnis der russischen Sicherheitskräfte nach der Liquidation des Obersten Führers des Iran, Ali Chamenei. Die Geheimdienste fürchteten die Möglichkeiten moderner Aufklärungstechnologien und beschlossen, sich durch eine Überprüfung der Schwachstellen der Überwachungssysteme in der Residenz des russischen Führers abzusichern.