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title: "«Sich an Dienstzeiten zu messen, ist falsch»: Senja Halitsch spricht über seine Entlassung aus den AFU und ruft die Gesellschaft auf, über unsichtbare Kriegsverletzungen zu sprechen"
description: "O.Torvald-Leader Senja Halitsch kommentierte im Styler-Interview seine Entlassung aus den AFU und rief dazu auf, die Dienstzeiten von Soldaten nicht zu vergleichen. Der Musiker sprach über unsichtbare Kampfschäden — von der Barotrauma bis zur Schizophrenie —, die, seinen Worten zufolge, von der Gesellschaft bis heute abgewertet werden."
date: 2026-09-16T14:04:02.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/zhenya-galich-ausschreibung-aus-afu-unsichtbare-kriegsverletzungen
tags: [evgen-galich, o-torvald, afu, invisible-war-injuries, ptsd, ukraine, musician-interview, mental-health]
publisher: "XAB.info"
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# «Sich an Dienstzeiten zu messen, ist falsch»: Senja Halitsch spricht über seine Entlassung aus den AFU und ruft die Gesellschaft auf, über unsichtbare Kriegsverletzungen zu sprechen

![Schtschena Galitsch in einem Collage seiner Fotos: am Klavier in einem zerstörten Gebäude und in Tarnkleidung mit der ukrainischen Flagge im Hintergrund](https://xab.info/media/2026/09/17/zhenya-galich-sipanie-iz-vsunevidimye-travmy/zhenya-galich-sipanie-iz-vsunevidimye-travmy-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Senja Halitsch kommentierte seine Entlassung aus den AFU und rief dazu auf, sich nicht an Dienstzeiten und der Art der Verletzungen zwischen Soldaten zu «messen».
- Der Musiker wies darauf hin, dass das Wort «Kontusion» die tatsächlichen Diagnosen nicht widerspiegelt: Es geht um Schädel-Hirn-Verletzungen, Barotraumas und Hörstörungen.
- Halitsch befasst sich seit 2025 mit dem Thema unsichtbarer Kampfschäden und stellt fest, dass sich die Folgen zwei bis drei Monate nach der Verletzung manifestieren können.
- Die von ihm angeführte Statistik zu Afghanistan und dem Irak: Etwa 20 % der Soldaten kehrten mit unsichtbaren Verletzungen zurück, was zur Destabilisierung der Gesellschaft führte.
- Halitsch erklärte, dass man anhand des äußeren Erscheinungsbildes nicht feststellen kann, ob ein Mensch weiter dienen kann, und rief die Gesellschaft dazu auf, mentale und innere Verletzungen nicht länger abzuwerten.

Der Leader der Rockband O.Torvald, Jewhenij Halitsch, kommentierte in einem neuen Interview mit der Journalistin Alina Dorotjuk offen seine «Entlassung» aus den Reihen der Streitkräfte der Ukraine und reagierte auf die Welle der Reaktionen, in denen seine Situation mit dem Erleben anderer Soldaten verglichen wurde. Der Musiker, der sich seit 2025 aktiv mit dem Thema unsichtbarer Kampfschäden befasst, erklärte, dass das für Laien geläufige Wort «Kontusion» den tatsächlichen Umfang der Folgen des Krieges für Körper und Psyche eines Menschen nicht widerspiegelt.

### «Das war unsere Entscheidung im Jahr 2022»

Halitsch begann das Gespräch damit, dass er großen Respekt vor allen ausdrückt, die 2022 freiwillig die Waffe ergriffen, um das Land zu verteidigen. Seinen Worten zufolge wurde genau damals eine kollektive Entscheidung getroffen, und jeder, der in den Krieg ging, handelte bewusst. Der Musiker zog jedoch eine scharfe Grenze: Es sei falsch, sich an Dienstzeiten und an der Art der erlittenen Verletzungen zu «messen». «Alle sagen jetzt: Mein Mann ist dort mit Verletzungen, mit Kontusionen … Nun, ich auch, — zitiert Styler Halitsch. — Aber wenn wir angefangen haben, uns an Dienstzeiten und Verletzungen zu messen …» — genau diese Logik entwerte, seiner Meinung nach, das reale Erleben jener, deren Verletzungen nicht mit bloßem Auge sichtbar sind.

### Unsichtbare Verletzungen: von der Barotrauma bis zur Schizophrenie

Ein eigener Abschnitt des Interviews ist der medizinischen Terminologie und der Natur der Kampfschäden gewidmet. Halitsch erläuterte, dass das Wort «Kontusion» eine Vereinfachung darstellt: Die korrekten Diagnosen lauten «Schädel-Hirn-Verletzung durch Minen- und Sprengverwundung» bzw. «Barotrauma» bei Schädigung der Hörorgane. «Und es gibt eine enorme Vielzahl solcher Arten», betonte er. Der Musiker erzählte auch, dass er sich seit 2025 mit dem Thema unsichtbarer Schäden befasst und persönlich beobachtet hat, wie sich die Folgen mit einer Verzögerung von zwei bis drei Monaten manifestieren: Der Mensch dient weiter auf Adrenalin, weil «die Hände an ihrem Platz sind, die Beine an ihrem Platz», und dann entwickelt er buchstäblich eine Schizophrenie und eine Anpassungsstörung, nach der die Rückkehr in das zivile Leben äußerst erschwert wird.

### Die Statistiken aus Afghanistan und dem Irak als Warnung

Um das Ausmaß des Problems zu verdeutlichen, nannte Halitsch Daten, die er, seinen Worten zufolge, im Kontext der Erfahrungen von Soldaten nach den Kriegen in Afghanistan und dem Irak gesehen hatte: Etwa 20 % der Soldaten kehrten mit unsichtbaren Verletzungen zurück, und die Destabilisierung der Zivilgesellschaft hing in großem Maße genau damit zusammen. «Sie können ihre Emotionen nicht kontrollieren. Das ist ein schweres PTBS, das ist eine Anpassungsstörung, das sind depressive Syndrome. Darüber spricht nie jemand», unterstrich der Frontmann. Er erwähnte auch einen Fall, in dem ein Soldat mitten während eines Konzerts einen Anfall erlitt, und rief dazu auf, solche Zustände nicht auf «gewöhnlichen Alkoholkonsum» zu schieben, da ein Mensch in solchem Zustand Substanzen nicht aus «gutem Leben» konsumiert, sondern als Versuch, mit dem Zustand umzugehen, was ihn nur verschlimmert.

### Warum manche ausgemustert werden, andere aber nicht

Zum Abschluss des Gesprächs kehrte Halitsch zur Ausgangsfrage zurück — zu den Kriterien der Entlassung. Er erklärte, dass man anhand äußerer Merkmale den tatsächlichen Zustand eines Menschen und seine Fähigkeit, weiter zu dienen, nicht beurteilen könne. «Ich kenne Jungs, die auf der psychiatrischen Abteilung liegen. Wir fahren zu ihnen, sprechen mit ihnen, finden Spezialisten, die mit ihnen arbeiten werden. Dass sie in diese Welt zurückkehren werden — die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering», sagte der Musiker. Seiner Überzeugung nach hält die Gesellschaft mentale Verletzungen, Hirn-, Hör- und Sehstörungen bis heute für «unsichtbar» und weniger wichtig als physische, und genau diese Haltung müsse sich ändern.

### Widersprüchliche Daten

In den vorliegenden Quellen wurden keine direkten faktischen Widersprüche hinsichtlich des Datums der Entlassung oder der Art der Verletzungen Halitschs festgestellt. Im Interview gibt er jedoch das genaue Datum seines Ausscheidens aus den Reihen der AFU und die konkrete Diagnose nicht preis, sondern beschränkt sich auf allgemeine Formulierungen über «unsichtbare Verletzungen» und die Beschäftigung mit diesem Thema «seit 2025». In anderen Veröffentlichungen (u. a. auf Unian) hatte der Musiker zuvor von zwei Fällen gesprochen, in denen er «beinahe gestorben» sei, was auf einen schwereren Zustand hindeuten könnte, als es aus dem aktuellen Zitat hervorgeht. Der Unterschied in den Schwerpunkten erklärt sich durch das Format: Im Styler-Interview legt Halitsch den Schwerpunkt auf die gesellschaftliche Debatte und nicht auf persönliche medizinische Details.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Senja Halitsch gibt Details zu seinem Ausscheiden aus den Reihen der AFU preis und spricht über seinen Gesundheitszustand](https://styler.rbc.ua/ukr/people/miryaemos-terminami-sluzhbi-i-travmami-evgen-1789563765.html) - Основной источник: полное интервью Алины Доротюк с Женей Галичем. Все прямые цитаты и тезисы статьи взяты из данного материала.
- [«Ich sah, wie meine Seele aus mir herausfliegt»: Der Leader der Band O.TORVALD erzählt, wie er zweimal beinahe starb](https://www.unian.net/lite/stars/videl-kak-iz-menya-dusha-uzhe-vyletaet-lider-gruppy-o-torvald-rasskazal-kak-dvazhdy-edva-ne-umer-12823554.html) - Контекстный источник: подтверждает, что Галич ранее публично рассказывал о тяжёлых эпизодах на фронте. Не противоречит текущему интервью, но раскрывает больший личный медицинский контекст.
- [Senja Halitsch gesteht, warum er in einer Mietwohnung lebt und wie viel er verdient](https://kp.ua/culture/a700586-zhenja-halich-priznalsja-pochemu-zhivet-v-semnoj-kvartire-i-skolko-zarabatyvaet) - Вспомогательный контекст о текущем бытовом статусе музыканта. Не влияет на фактическую основу статьи.
- [Der Leader der Band O.Torvald, Senja Halitsch, reagiert auf Gerüchte über eine Scheidung](https://kp.ua/culture/a698616-lider-hruppy-otorvald-zhenja-halich-otreahiroval-na-slukhi-o-razvode-s-zhenoj) - Вспомогательный контекст о текущем бытовом статусе музыканта. Не влияет на фактическую основу статьи.

## ❓ FAQ

### Q: Warum hält Senja Halitsch es für falsch, die Dienstzeiten von Soldaten zu vergleichen?
**A:** Halitsch argumentiert, dass die Folgen des Krieges für jeden Menschen einzigartig sind: Einige erleiden sichtbare Verletzungen, andere unsichtbare Schäden am Gehirn, am Gehör, am Sehen oder an der Psyche. Es für abwertend zu halten, «wer länger gedient hat» oder «wer mehr Kontusionen hat» zu vergleichen, da unsichtbare Verletzungen nicht weniger schwerwiegend sind als physische.

### Q: Was meint Halitsch, wenn er von «unsichtbaren Verletzungen» spricht?
**A:** Er zählt Schädel-Hirn-Verletzungen durch Minen- und Sprengverwundungen, Barotraumas (Schäden der Hörorgane), Sehstörungen, schweres PTBS, Anpassungsstörungen, depressive Syndrome und in Einzelfällen die Entwicklung einer Schizophrenie auf. Diese Schäden sind äußerlich nicht sichtbar, können den Menschen aber vollständig der Möglichkeit berauben, in das zivile Leben zurückzukehren.

### Q: Wann können sich die Folgen einer Kampfschädigung manifestieren?
**A:** Den Worten Halitschs zufolge kann ein Mensch auf Adrenalin weiter dienen, ohne die Folgen zu spüren, während sich ernste Symptome — bis hin zu psychischen Störungen — zwei bis drei Monate nach der Verletzung zeigen.

### Q: Welche statistischen Daten führt Halitsch als Argument an?
**A:** Er verweist auf die Erfahrungen der Kriege in Afghanistan und dem Irak: Etwa 20 % der zurückgekehrten Soldaten hatten unsichtbare Verletzungen, und genau diese, seinen Worten zufolge, waren mit Verbrechen und der Destabilisierung der Zivilgesellschaft verbunden, da die Menschen ihre Emotionen nicht kontrollieren konnten.

### Q: Gibt Halitsch das genaue Datum seiner Entlassung aus den AFU an?
**A:** Nein. Im Interview nennt er kein konkretes Datum und gibt die genaue medizinische Diagnose nicht preis, sondern beschränkt sich auf allgemeine Formulierungen über die Beschäftigung mit dem Thema unsichtbarer Verletzungen seit 2025 und seine persönlichen Erfahrungen im Krankenhaus.