In der Nacht zum 6. Juli wurde Kiew einem massiven Angriff mit ballistischen Waffen und Marschflugkörpern ausgesetzt. Laut Angaben von 4:30 Uhr kamen infolge des Anschlags drei Menschen ums Leben. Bereits in der Nacht zum 2. Juli hatten die Besatzer einen massiven Schlag gegen die Hauptstadt geführt, bei dem eine Rakete ein Hochhaus im Stadtteil Darnyzka traf.

Andrij Kowalenko, Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation (ZPI), kommentierte die jüngsten Ereignisse und erklärte, dass bei dem nächtlichen ballistischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt jegliche militärische Logik fehle. Nach seiner Einschätzung verfolgen die Aktionen des Gegners ausschließlich demonstrative Ziele.

Psychologischer Krieg und das „Bild“ für die Gesellschaft

Der Experte charakterisierte das Geschehen als Krieg gegen die Zivilbevölkerung. Kowalenko wies auf die Wichtigkeit des Kontextes hin: Der Angriff erfolgte zu einem Zeitpunkt, in dem die russische Gesellschaft zunehmend Probleme mit Warteschlangen für Kraftstoff thematisierte. Nach Angaben des ZPI-Leiters zielte der Schlag darauf ab, eine bestimmte „Szenerie“ für das russische Inland zu inszenieren.

„Wir haben es mit Unstaatlichkeit und Sadisten zu tun“, betonte Kowalenko bei der Beschreibung der Motivation des Gegners.

Wechsel des Gleichgewichts am Himmel

Kowalenko wies auf den scharfen Kontrast in der aktuellen Situation hin: Während Russland Kiew bombardiert, greifen die ukrainischen Verteidigungskräfte massiv Moskau und andere Regionen der Russischen Föderation an. Der Experte ist überzeugt, dass „die Russen mit fortschreitender Zeit immer weniger Trumpf in ihrer Ausrüstung haben werden“.

Der Spezialist stellte fest, dass ein Gleichgewicht im Drohnenkrieg früher unmöglich schien, das Übergewicht jedoch nun auf die Seite der Ukraine verschoben ist.

Der Preis des Friedens und historische Parallelen

Obwohl er anerkennt, dass die Angriffe Russlands Leid und Tragödien verursachen, äußerte der ZPI-Leiter die feste Überzeugung: Einseitige Schläge Russlands haben den Frieden niemals nähergebracht. Im Gegenteil, ein wahrer Frieden ist nur durch die Verstärkung der Gegenmaßnahmen Kiews, einschließlich Raketenangriffen, möglich.

Um den Geist der Nation zu stärken, zog Kowalenko eine historische Parallele zu Großbritannien während des Zweiten Weltkriegs und rief die Ukrainer auf, trotz der Schwierigkeit des Moments ihre Widerstandskraft nicht zu verlieren.