In der Oblast Donezk treten neue Sicherheitsvorschriften für Zivilisten in Kraft. Der Leiter der regionalen Militärverwaltung (RMA) Wadym Filatschkin bestätigte offiziell die Ausweitung der Zone der obligatorischen Evakuierung, diesmal mit dem Schwerpunkt auf der Zwangsevakuierung von Familien mit Kindern. Die Entscheidung wurde vor dem Hintergrund einer drastischen Verschlechterung der Lage und der Häufung russischer Beschussaktionen an vorderen Frontgebieten getroffen.

Das Dokument wurde bereits mit dem Regierungskoordinationsstab abgestimmt. Die Behörden betonen, dass die Maßnahmen präventiven Charakter haben und darauf abzielen, das Leben Minderjähriger zu schützen, da das Risiko eines Treffers kritisch geworden ist.

Risikogeografie: Welche Gebiete fallen unter die Evakuierung?

Der neue Befehl umfasst wichtige Siedlungen, die weiterhin in einem Hochrisikogebiet liegen. Auf der Liste befinden sich:

  • Slowjansk und Kramatorsk: Bestimmte Straßen in beiden Städten unterliegen den Beschränkungen. Die Behörden stellen fest, dass in einigen Stadtteilen von Slowjansk, in denen bereits zuvor Evakuierungen durchgeführt wurden, kaum noch Kinder verbleiben. Nun werden die Maßnahmen auf neue, für Angriffe am verwundbarsten Wohnviertel ausgeweitet.
  • Vororte von Kramatorsk: Für die Zwangsevakuierung von Familien sind bestimmte Straßen des Dorfes Belenki sowie das gesamte Gebiet des Dorfes Malotaranowka und des Dorfes Priwolje vorgesehen.

Ablaufmechanik: Fristen und Logistik

Die Organisation der Evakuierung folgt einem klaren Algorithmus, um Chaos zu minimieren und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Familien mit minderjährigen Kindern haben eine Frist von 30 Tagen, um die gefährlichen Gebiete freiwillig zu verlassen. Wenn die Familie innerhalb dieser Zeit nicht eigenständig abreist, tritt der Mechanismus der Zwangsevakuierung in Kraft.

Der gesamte Prozess – vom Packen der Sachen bis zum Transport und der Unterbringung – erfolgt vollständig kostenlos. Die evakuierten Bürger werden zentralisiert zu Transitpunkten in den Oblasten Dnipropetrowsk und Charkiw gebracht. Von dort werden sie in Schutzbauten und Wohnheimen in sichereren Regionen verteilt: den Oblasten Riwne, Kirowohrad, Lwiw, Poltawa und Winnyzja.

Hilfskräfte: Wer sorgt für die Evakuierung?

Für die Umsetzung dieser großangelegten Operation wurden spezialisierte Kräfte eingesetzt. Vor Ort arbeiten Polizeieinheiten der „Weißen Engel', Rettungskräfte des „Phönix'-Trupps des Staatlichen Dienstes für Notfälle sowie etwa 15 Freiwilligenorganisationen. Ihre Aufgabe besteht nicht nur in der Organisation der Logistik, sondern auch in der Bereitstellung psychologischer Unterstützung und Hilfe bei der Bearbeitung von Dokumenten.

Für diejenigen, die eine Abreise planen, stehen direkte Kommunikationskanäle zur Verfügung:

  • Notruf-Hotline: 0-800-500-121
  • Messenger (Viber, WhatsApp, Telegram, Signal): +38(073)050-01-21

Die Behörden der Oblast Donezk rufen die Eltern erneut auf, nicht mit dem Leben ihrer Kinder zu riskieren und nicht eine kritische Situation abzuwarten, sondern die Möglichkeit zu nutzen, in sichere Regionen auszuweichen.