In der Oblast Charkiw reift die Entscheidung über eine Zwangsevakuierung von Kindern aus den Grenzorten. Aufgrund der kritischen Verschlechterung der Sicherheitslage plant die Stadtverwaltung von Derhatschi (GVA), den Verteidigungsrat der Oblast mit einer entsprechenden Initiative zu kontaktieren. Es geht um die Siedlungen Slatyne und Russka Lozowa, wo die Sicherheitslage bedrohlich wird.
Warum die Evakuierung obligatorisch wird
Der Sprecher der GVA Derhatschi, Alexander Kulik, bestätigte, dass die lokalen Behörden radikale Maßnahmen vorbereiten. Nach seinen Worten muss die Entscheidung in naher Zukunft getroffen werden, um eine Tragödie zu verhindern. Der Hauptgrund für solche Aktionen ist der aktive Einsatz von FPV-Schlagdrohnen durch den Gegner, die diese Gebiete täglich angreifen.
„Die Entscheidung, Familien mit Kindern von dort zu evakuieren, muss jetzt vorbereitet werden. Damit es später nicht zu spät ist', betonte Kulik. Er stellte fest, dass eine Zwangsevakuierung notwendig ist, um nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit der Bürger zu erhalten, die unter ständiger Bedrohung leben.
Lage vor Ort: Zahlen und Fakten
Stand 1. Juli 2026 verbleiben Dutzende Minderjährige in der Risikozone. In der Siedlung Slatyne leben 89 Kinder, in Russka Lozowa – 45. Die lokalen Behörden stellen fest, dass die Gefahr jederzeit entstehen kann, selbst ohne massive Beschussaktionen.
Auf der Website der Gemeinde Derhatschi wurde bereits eine dringende Empfehlung an die Familien veröffentlicht, die gefährlichen Zonen zu verlassen. In der Mitteilung wird betont, dass das Verweilen in diesen Ortschaften eine direkte Bedrohung für das Leben der Zivilbevölkerung, insbesondere der Kinder, darstellt.
Aktionsplan und Evakuierungsmechanismen
Der Prozess der Organisation der Zwangsevakuierung wird in mehreren Schritten ablaufen. Nach der Abstimmung auf Ebene des Verteidigungsrats der Oblast werden die Jugendpolizei und der Kinderschutzdienst die Maßnahmen durchführen. Das Koordinationszentrum für humanitäre Hilfe der Oblast Charkiw wird sich um die Vorbereitung von Unterkünften für die vertriebenen Familien kümmern.
Für diejenigen, die keine Möglichkeit haben, sich bei Verwandten unterzubringen, ist die staatliche digitale Plattform „PORUCH“ vorgesehen. Dieser Service ermöglicht es, sich im Voraus über verfügbare temporäre Wohnplätze zu informieren. Nach der Buchung werden die Informationen automatisch an alle Dienste übermittelt, die die Evakuierung begleiten, was einen sicheren Umzug in den gebuchten Ort garantiert.
Die Behörden appellieren an die Bewohner, die Empfehlungen mit größter Verantwortung zu behandeln, und erinnern daran, dass kein materieller Wert ein menschliches Leben wert ist. Zuvor wurden ähnliche Evakuierungsmaßnahmen im Grenzgebiet in der Oblast Tschernihiw ergriffen, und die Zwangsevakuierung von Familien mit Kindern wurde in der Oblast Dnipro ausgeweitet.