In Sewastopol, das sich unter russischer Besatzung befindet, hat die Situation mit Lebensmitteln und Kraftstoff einen kritischen Punkt erreicht. Die lokale Bevölkerung sieht sich mit strengen Einschränkungen beim Einzelverkauf von Gütern des täglichen Bedarfs konfrontiert. Ursache der Krise sind systematische Angriffe auf die Logistikinfrastruktur und Raffinerien, was zu einer Unterbrechung der Lieferungen auf die Halbinsel geführt hat.

Laut Quellen, auf die sich RBC-Ukraine mit Verweis auf The Moscow Times beruft, macht sich der Mangel im Einzelhandel bereits bemerkbar. In einem der großen Supermärkte der Stadt – „Dobrostroi“ – wurden strenge Kauflimits für Lebensmittel eingeführt. Kunden ist es verboten, mehr als drei Flaschen Pflanzenöl und drei Packungen Nudeln pro Person zu kaufen. Die Einschränkungen wurden eingeführt, um Hamsterkäufe zu verhindern und eine minimale Verteilung der knappen Waren zu gewährleisten.

Kraftstoffkollaps und Einführung von Zuteigungsscheinen

Die Probleme mit Lebensmitteln waren eine logische Fortsetzung der Kraftstoffkrise, die zuvor auf der Halbinsel ausgebrochen war. Systematische Angriffe auf russische Raffinerien und den Güterverkehr auf der Straße R-280 „Noworossija“, bekannt als „Landkorridor“, führten zu einem akuten Mangel an Kraftstoffen.

Die Besatzungsverwaltung Sewastopols war gezwungen, mit Notmaßnahmen auf die Situation zu reagieren. Zuerst wurde der Verkauf von Benzin auf 20 Liter pro Person begrenzt, und später wurden Zuteigungsscheine für Dieselkraftstoff eingeführt. An lokalen Tankstellen wurde das Verschwinden der beliebten Benzinmarken AI-92 und AI-95 festgestellt. Anschließend kündigte der sogenannte „Gouverneur“ Michail Raswojajew den vollständigen Stopp des freien Kraftstoffverkaufs an Tankstellen der größten Netzwerke „TES“ und „ATAN“ an.

Derzeit wird Kraftstoff ausschließlich gegen Zuteigungsscheine abgegeben. Zur Kontrolle der Situation wurden an den Tankstellen spezielle Wachposten aufgestellt, die die Nummern aller Fahrzeuge notieren, um wiederholte Käufe und Verstöße gegen die Limits auszuschließen.

Vorrang für den Verkehr und Störungen im Bankensystem

Unter den Bedingungen der Ressourcenknappheit hat die Besatzungsmacht die Prioritäten neu verteilt. Die Kraftstoffversorgung wurde dem kommunalen und sozialen Verkehr gewidmet, während die Zivilbevölkerung auf das System der Zuteigungsscheine umsteigen musste. Zuvor wurden strenge Limits für den Kauf von Benzin AI-95 und später auch AI-92 eingeführt.

Parallel zum logistischen Kollaps auf der Halbinsel verschärfte sich die innere Wirtschaftskrise. Anfang Juni begannen in der Krim massige Störungen bei Bankkarten. Das Zahlungssystem auf dem besetzten Gebiet „lag plötzlich flach“, was bargeldlose Zahlungen im öffentlichen Nahverkehr und an wichtigen Infrastruktureinrichtungen unmöglich machte. Dies verschlimmerte die Lage der Bewohner, da ihnen die Möglichkeit genommen wurde, Dienstleistungen auf herkömmliche Weise zu bezahlen.