Ab dem 1. Juli tritt in der Region Tschernihiw ein umfassender Plan für die obligatorische Evakuierung der Zivilbevölkerung in Kraft. Die regionalen Behörden haben den Beginn einer neuen Welle zur Evakuierung der Bewohner aus Grenzgebieten angekündigt, in denen weiterhin eine kritische Bedrohung der Sicherheit besteht. Die Entscheidung wurde vom Verteidigungsrat der Region getroffen und betrifft sowohl neue als auch zuvor bereits evakuierte Siedlungen.

Umfang der Operation und betroffene Gebiete

Laut der Militärverwaltung der Region Tschernihiw (OVA) wird die neue Welle 12 Grenzorte in vier Gemeinden der Region betreffen. Darüber hinaus haben die Behörden Maßnahmen zur Evakuierung von Menschen aus sieben Dörfern in den Gemeinden Snowsk, Horodnia, Nowhorod-Siwerskyj und Semeniwka wieder aufgenommen, in denen die Evakuierung bereits im Winter angekündigt worden war.

Die Lage in diesen Gebieten bleibt schwierig. Trotz vorheriger Aufrufe verbleiben in den Siedlungen immer noch etwa tausend Menschen. Darunter sind 120 Kinder. Ein Teil der Bewohner hat die Häuser im Winter verlassen, die übrigen haben jedoch offiziell von der Evakuierung abgelehnt. Angesichts der Verschärfung der Lage gehen die Behörden nun zu Zwangsmaßnahmen über, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.

Logistik und soziale Unterstützung

Die OVA hat zugesichert, dass der Prozess auf hohem Niveau organisiert ist. Evakuierungsrouten und Transportmittel wurden bereits genehmigt, und der Interaktionsalgorithmus aller Dienste ist vollständig erprobt. Die lokale Bevölkerung wird zusätzlich über konkrete Sammelplätze informiert, um einen reibungslosen Abfluss der Menschen zu gewährleisten.

Die Behörden garantieren, dass allen Evakuierten unbedingt Unterkünfte für den vorübergehenden Aufenthalt zur Verfügung gestellt werden. Der gesamte Prozess der sicheren Evakuierung der Bürger soll innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen sein. Dies wird es ermöglichen, die gefährlichen Zonen so schnell wie möglich von Zivilisten zu befreien.

Grund für die Eskalation: Angriffe auf die Infrastruktur

Die Entscheidung für eine neue Evakuationswelle wurde durch regelmäßige Angriffe des Gegners auf Grenzorte und andere Siedlungen der Region diktiert. Ende Mai griff ein feindlicher Drohnen einen Streifenwagen in Nowhorod-Siwerskyj an, wodurch drei Polizeibeamte verletzt wurden.

Die Angreifer setzen ihre Angriffe auf die zivile Infrastruktur fort. Im Dorf Maschiwo brannte infolge eines Drohnenangriffs die lokale Schule vollständig aus. Eine besondere Bedrohung stellen ballistische Raketen dar. So wurde infolge eines Streubombenangriffs auf die Stadt Pryluky das Einkaufszentrum „Epicentr“ zerstört. Bei dieser Tragödie kamen drei Menschen ums Leben, und die Zahl der Verletzten überstieg 20.