Die ukrainische Sängerin Olga Zybulska gab der Sendung 'Naodynzi z Glamurom' ein offenes Interview, in dem sie sich an ihre Teilnahme an der ersten Staffel des beliebten Musik-Fernsehprojekts 'Fábryka zirok' vor 19 Jahren erinnerte. Die Künstlerin ging detailliert auf die Realitäten des ukrainischen Showbusiness jener Jahre ein und berührte dabei das Thema gemeinsamer Auftritte mit russischen Interpreten sowie die Backstage-Intrigen der damaligen TV-Show, die auf den Hauptkanälen des Landes ausgestrahlt wurde.

Gemeinsamer Medienraum der Vergangenheit

Laut Olga Zybulska funktionierten das ukrainische und das russische Showbusiness während ihrer Teilnahme am Projekt im Jahr 2007 faktisch in einem gemeinsamen Medienraum. Die Sängerin verglich jene Ära mit den Zeiten der sowjetischen Estrade, in der Künstler aus verschiedenen Unionsrepubliken regelmäßig in gemeinsamen groß angelegten Fernsehprojekten und Neujahrssendungen zusammengeführt wurden. Die Interpretin wies darauf hin, dass gemeinsame Duette und allgemeine Konzertprogramme als Norm und nicht als politische Entscheidung wahrgenommen wurden, da die Industrie auf den Prinzipien eines einheitlichen Marktes aufgebaut war.

Verweigerung von Auftritten und Fairness bei der Rollenverteilung

Auf die Frage von Journalisten, ob sie russische Künstler boykottieren musste, erklärte Zybulska, dass es solche Situationen in ihrer Praxis nicht gegeben habe. Ihrer Aussage nach sei es in jenen Jahren niemandem in den Sinn gekommen, Nummern aufgrund der Herkunft eines Bühnenkollegen abzulehnen. Dennoch erfreute bei Weitem nicht jeder Aspekt des Backstage-Lebens die zukünftige Siegerin des Projekts. Die Künstlerin gab zu, dass die Verteilung von Liedern und Duettpartnern nicht immer objektiv und fair war.

Gerüchte über die Verbindung von Oleksandr Bodyansky zu Philipp Kirkorow

Ein separates Thema des Interviews waren langanhaltende Gerüchte, dass Olgas Bühnenpartner im siegreichen Duett 'Gefährliche Verbindungen', Oleksandr Bodyansky, angeblich ein Schützling des russischen Popkönigs Philipp Kirkorow gewesen sei. Zybulska bestätigte, dass solche Gespräche tatsächlich in den Kulissen kursierten, sie jedoch nie direkte Beweise für eine besondere Schirmherrschaft gesehen habe. Die Sängerin betonte, dass, wenn Bodyansky tatsächlich einen so einflussreichen Gönner gehabt hätte, seine Solokarriere ganz anders verlaufen wäre.

Haltung nach Kriegsbeginn und Abbruch der Kontakte

Nach dem Beginn der großangelegten Feindseligkeiten und den Ereignissen von 2014 änderte sich Olga Zybulskas Einstellung zu ihrer vergangenen Erfahrung und den Menschen aus dieser Epoche grundlegend. Die Sängerin erzählte, dass sie bereits nach der Eskalation des Konflikts eine skandalöse Nachricht von Oleksandr Bodyansky erhalten habe, in der er versuchte, die Geschehnisse mit Worten über 'falsch stehende Planeten' zu rechtfertigen und ihr riet, die Situation zu gegebener Zeit zu 'verstehen'. Nach dieser Antwort habe sie jeglichen Kontakt zu ihrem ehemaligen Kollegen abrupt abgebrochen.