In der Ukraine haben die Dreharbeiten für einen abendfüllenden Dokumentar-True-Crime-Film mit dem Titel „Її три дієслова“ (Ihre drei Verben) begonnen, der der tragischen Ermordung der bekannten Sprachwissenschaftlerin und Aktivistin Irina Farion gewidmet ist. Das Projekt wurde als einer der Gewinner des staatlichen Wettbewerbs „Tysyachevesna“ ausgewählt und soll nicht nur das Verbrechen selbst, sondern auch den breiten Kontext gründlich untersuchen. Die Macher beabsichtigen, einzigartige Archivmaterialien, Gerichtsakten und digitale Beweise zu nutzen.

Einzigartige Archive aus dem Jahr 2022

Einen besonderen Wert erhält das kommende Werk durch Aufnahmen, die bereits 2022 zu Lebzeiten von Irina Farion gemacht wurden. Regisseur Jurij Dwyschon verbrachte damals sechs Drehtage mit ihr für ein Kurzfilmprojekt. Der Crew standen rund 13 Stunden exklusive Interviews und Beobachtungen der Persönlichkeit und ihrer Familie zur Verfügung, die größtenteils noch nie veröffentlicht wurden. Nach den tragischen Ereignissen im Juli 2024 erhielten diese Aufnahmen eine völlig neue Bedeutung.

Linguistischer Detektiv und Gerichtsverfahren

Die Drehbuchautorin und Co-Regisseurin Karina Pustowalowa betont, dass die Autoren bewusst auf das Format einer banalen Kriminalchronik verzichtet und die Erzählung als linguistischen Detektiv aufgebaut haben. Der Fokus liegt auf Worten, versteckten Untertönen und digitalen Spuren, die zur Bildung der kriminellen Absicht beitrugen. Das Filmteam dokumentierte den Verlauf des Prozesses und die gesellschaftliche Reaktion.

Perspektive der Familie und gesellschaftliche Bedeutung

Irina Farions Tochter, Sofija Osoba, arbeitet an dem Dokumentarprojekt mit. Ihrer Ansicht nach soll der Film die Frage beantworten, warum ihre Mutter zur Zielscheibe wurde. Die Macher hoffen, dass der Film den Zuschauern hilft, die Persönlichkeit der Aktivistin besser zu verstehen. Der Hauptblock der Dreharbeiten zum Prozess ist abgeschlossen.