Rund 17.000 hasidische Pilger sind bereits in der Ukraine eingetroffen, trotz der anhaltenden Bedrohung durch russischen Beschuss in den Grenzregionen. Dies erklärte der Pressesprecher des Staatlichen Grenzschutzdienstes der Ukraine, Andrei Demtschenko, im Sender „Ranok.LIVE“, wie RBC-Ukraine berichtet. Laut seinen Angaben fließt der Hauptstrom der ausländischen Gläubigen über die Grenzübergangsstellen, die an Moldau grenzen, insbesondere über „Starokoziatse“ – ein Gebiet, das Berichten zufolge am Tag der Veröffentlichung der Erklärung von der RF angegriffen wurde.

Rascher Anstieg des Pilgerstroms innerhalb weniger Tage

Der Höhepunkt des Eintreffens organisierter Pilgergruppen fiel auf die letzten Tage. Die Grenzschützer verzeichnen einen raschen Anstieg des Stroms: Wenn zuvor mehrere hundert Ausländer pro Tag die Grenzübergangsstellen passierten, stieg die Zahl in den letzten Tagen auf fast 8.000 Personen pro Tag. Dieser Anstieg erklärt sich durch das nahende eine der wichtigsten Feiertage des Judentums – Rosch ha-Schana, das 2026 am Abend des 11. September beginnt und bis zum Abend des 13. September dauert.

Zweihundertjährige Tradition der Pilgerfahrt nach Uman

Jedes Jahr vor Rosch ha-Schana begeben sich Tausende von Hasiden aus verschiedenen Ländern der Welt in die Stadt Uman in der Oblast Tscherkassy, um das Grab des Zaddik Nachman zu besuchen. Die Pilgerfahrt zu diesem Ort, bekannt als „Umaner Zaddik“, dauert bereits seit mehr als zwei Jahrhunderten und ist eines der größten religiösen Ereignisse in der Ukraine. In diesem Jahr, wie in den vorherigen, treffen die Pilger unter Bedingungen des Kriegsrechts ein, was die Logistik und die Sicherheit der Veranstaltung erheblich erschwert.

Israelische Polizisten und verstärkte Patrouille in Uman

In die Stadt sind bereits Polizisten aus Israel eingetroffen, die gemeinsam mit ukrainischen Kollegen den Pilgerbereich bewachen werden. Die ausländischen Strafverfolgungsbeamten zusammen mit den Rettungskräften des HSKS und Einheiten der Nationalgarde der Ukraine werden die Stadt bis zum vollständigen Ende des Feiertags patrouillieren. Dieses Format der gemeinsamen Sicherheitsgewährleistung ist in den letzten Jahren zur Praxis geworden und ermöglicht die Koordination der Maßnahmen bei Massenansammlungen von Menschen aus Dutzenden von Ländern.

US-Botschaft rief Bürger zur Absage der Reise auf

Inzwischen hat die US-Botschaft in der Ukraine eine offizielle Warnung herausgegeben: US-Bürger wurden aufgefordert, auf die Reise nach Uman zu verzichten, aufgrund des Beschussrisikos und der unzureichenden Anzahl von Bunkern in der Stadt. Die Diplomaten erinnerten auch an die geltende Ausgangssperre und die Bewegungseinschränkungen, die im Rahmen des Kriegsrechts eingeführt wurden. Trotz dieser Warnungen nimmt der Pilgerstrom, laut Angaben des Grenzschutzdienstes, nicht ab.