Am 25. Juni kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj den Beginn einer großangelegten 40-tägigen Operation des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) an. Ziel der Sonderoperation war es, Russland durch die systematische Zerstörung des militärisch-wirtschaftlichen Potenzials des Gegners zum Frieden zu zwingen. In diesem Zeitraum fügten die ukrainischen Geheimdienste gemeinsam mit anderen Verteidigungskräften eine Serie tiefer Schläge gegen die Infrastruktur zu, die das Funktionieren der russischen Armee und Industrie sicherstellt.

RBC-Ukraine hat eine vollständige Chronologie der Ereignisse zusammengestellt, die zeigt, wie innerhalb von anderthalb Monaten Schlüsselknotenpunkte der Logistik, des Energie- und Kraftstoffsektors sowie der militärischen Infrastruktur auf dem Territorium der Russischen Föderation und in besetzten Regionen getroffen wurden.

Beginn der Operation: Angriffe auf die Krim und die Energieversorgung

Die ersten Tage der Operation waren durch punktuelle Schläge gegen strategische Objekte gekennzeichnet. Bereits am 26. Juni wurden zwei russische militärische Kabelschiffe – die „Wolga“ und die „Wjatka“ – sowie das Fracht- und Passagierfährschiff „Petro Pawlowsk“ im Werftbetrieb „Saliw“ in Kertsch getroffen. Am selben Tag wurden Waffensysteme und Radaranlagen des S-400-Komplexes zerstört.

Am 27. Juni griffen Drohnen die Ölpumpstation „Wtorowo“ in der Oblast Wladimir an, die eine Schlüsselrolle bei der Treibstoffversorgung Moskaus und der Exporthäfen spielt. Am nächsten Tag, dem 28. Juni, erfolgte ein gemeinsamer Schlag gegen das Ölraffineriewerk „Slawjanski“ im Krasnodar-Krai, bei dem es zu Bränden im Tanklager und an den Verarbeitungsanlagen kam.

Jäger und Flugplätze: Eine Serie von Angriffen auf die Krim

Anfang Juli verlagerte sich der Fokus auf die Luftfahrtinfrastruktur. Am 1. Juli wurde die Luftwaffenbasis „Saki“ auf der Krim angegriffen. Fünf direkte Treffer wurden bestätigt, darunter in Hangars, in denen die Jagdflugzeuge Su-30 und Su-30SM standen. Am 3. Juli folgte ein zweiter Schlag auf diesen Flugplatz: Sieben Hangars mit den Jagdflugzeugen Su-30SM, Su-30 und Su-24 wurden getroffen. Parallel dazu wurden Hangars mit den Kamikaze-Drohnen „Schahed“ auf dem Flugplatz „Gwardijskoje“ angegriffen.

Massive Angriffe auf Raffinerien und die „Schattenflotte“

Der 6. Juli war der Tag eines massiven Angriffs auf den Energie- und Kraftstoffsektor. Ziel waren die Raffinerie Jaroslawl, der Öltankterminal in Wyssozko (Oblast Leningrad) und die Raffinerie „Pervy Sawod“ in der Oblast Kaluga. Auf der Krim wurden Flugabwehrsysteme „Pantsir-S2“, ein Öllager in Kertsch und der Flugplatz „Gwardijskoje“ getroffen.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Zerstörung der Tanker der russischen „Schattenflotte“ gelegt. Am 8. Juli traf ein See-Drohne Sea Baby den Tanker „Blue“ in der Nähe von Jalta. Am 16. Juli zerstörten die Drohnen „Mamai“ zwei weitere Schiffe – „Louise 1“ und „Banda“. Am 19. Juli wurde der Tanker „Avero“ sowie drei Öllager im Stavropol-Krai getroffen.

Angriffe tief in das russische Territorium

Die Operation demonstrierte die Fähigkeit, Schläge über enorme Distanzen zu führen. Am 2. Juli erfolgte ein gemeinsamer Schlag gegen die Raffinerie Nischni Nowgorod und die Station „Starolikejewo“ (850 km von der Grenze entfernt). Am 24. Juli wurde die Ölpumpstation „Subchankulowo“ in Baschkortostan (1350 km) und die Mini-Raffinerie „Nowospasski“ getroffen.

Am 29. Juli wurde eine Anlage zur Rohölverarbeitung in einer der größten Raffinerien Russlands – „Lukoil-Permnefteorgsintez“ (mehr als 1500 km von der Ukraine entfernt) – getroffen. Am 31. Juli wurde gemeinsam mit den Verteidigungskräften die Raffinerie Wolgograd getroffen. Am 1. August wurde ein Cluster aus drei Raffinerien in Ufa („Baschneft-UNPZ“, „Baschneft-Nowoil“, „Baschneft-Ufaneftechim“), der 1600 km von der Grenze entfernt liegt, angegriffen.

Zerstörung strategischer Vermögenswerte und Logistik

Am 17. Juli ereignete sich einer der resonantesten Vorfälle: Auf dem Flugplatz „Engels“ wurde ein strategischer Bomber Tu-95 zerstört (der Rumpf wurde abgetrennt). Am 20. Juli trafen 13 SBU-Drohnen das Koordinierungszentrum des FSB in einem Sanatorium in der Oblast Cherson, in dem sich etwa 100 Besatzer befanden.

Parallel dazu operierten die SBU mit Raketenkräften, Artillerie und Spezialeinheiten. Am 27. Juni wurde das Werk „Titan-Barrikady“ in Wolgograd getroffen, das Startvorrichtungen für „Iskander-M“ und „Topol-M“ herstellt. Am 1. Juli wurde das AK „NII Physikalischer Messungen“ in der Oblast Penza angegriffen, das Sensoren für die Raketen „Iskander“, „Kalibr“ und Ch-101 produziert.

Die Logistikketten des Gegners wurden durch Angriffe auf Brücken in Donezk, Saporischschja, Luhansk und auf der Krim Ende Juni zerstört. Am 4. Juli wurde der Öltankterminal „Sankt Petersburg“ und die Basis der Baltischen Flotte „Kronschtadt“ getroffen.

In den 40 Tagen der Operation haben die SBU und die Streitkräfte der Ukraine die Fähigkeit demonstriert, die Ressourcen des Feindes systematisch zu schwächen, indem sie Schläge gegen kritische Infrastrukturen in den unterschiedlichsten Regionen Russlands führen.