Die Region Toskana ist zum neuen Epizentrum der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Italien geworden. Seit Beginn des Jahres 2026 bis Mitte August wurden in der Region 638 Infektionsfälle unter Wildschweinen registriert – die höchste Zahl im Land. Der Virus, der in der Provinz Massa-Carrara seinen Ursprung nahm, verbreitete sich rasch in die benachbarten Provinzen Lucca und Pistoia und befiel mindestens zwei Schweinefarmen. Auf Fotos aus den Betrieben ist zu sehen, wie die Besitzer den Viehbestand im Rahmen strenger Quarantänemaßnahmen untersuchen.

Koordinierung auf Gemeindeebene

Um eine weitere Ausbreitung der Infektion zu verhindern, führte die Vereinigung der italienischen Gemeinden der Toskana gemeinsam mit der regionalen Regierung ein dringliches Treffen mit den Bürgermeistern durch. Ziel ist es, den Reaktionsprozess zu standardisieren: Die provinzialen Einsatzgruppen koordinieren nun direkt die Sammlung der Kadaver von Wildschweinen, um verstreute und widersprüchliche Maßnahmen zwischen den einzelnen Ortschaften zu vermeiden. Dieser Ansatz soll die „Grauzonen" schließen, in denen die lokalen Behörden zuvor jeweils nach eigenem Schema handelten.

Warum der Virus für die Tierhaltung so gefährlich ist

Die Afrikanische Schweinepest wird von der Europäischen Union als Krankheit der Kategorie A eingestuft, die bei Feststellung die sofortige Tötung der Tiere erfordert. Der Erreger wird nicht auf den Menschen übertragen, verursacht jedoch aufgrund des Fehlens eines kommerziell verfügbaren Impfstoffes oder einer Behandlung enorme Schäden in der Tierhaltung. Ein zusätzliches Risiko besteht darin, dass Menschen als „passive Zwischenüberträger" auftreten können: Schmutz, der nach Spaziergängen in der Natur an Schuhen oder Fahrradreifen mit dem Virus kontaminiert ist, kann leicht eine neue Ausbruchswelle auslösen. Die regionalen Behörden empfehlen, persönliche Gegenstände gründlich zu desinfizieren und den Kontakt mit Kadavern von Wildschweinen strikt zu vermeiden.

Druck auf Nordwestitalien

Der Ausbruch übt erheblichen Druck nicht nur auf die Toskana, sondern auch auf den Nordwesten des Landes aus. Bis Ende Juli wurden in den Regionen Piemont und Ligurien 2194 infizierte Wildschweine und 10 Ausbrüche auf Farmen registriert. Die Summe dieser Zahlen zeigt, dass Italien faktisch mit zwei aktiven Herden konfrontiert ist, die gleichzeitig Quarantäne und logistische Koordination erfordern.

Europäischer Kontext: 14 Länder bedroht

Die Lage in Italien spiegelt eine allgemeine Welle von Ausbrüchen auf dem Kontinent wider. Laut Daten des Europäischen Amtes für Lebensmittelsicherheit (EFSA) belief sich die Zahl der in der EU mit ASP infizierten Wildschweine im Jahr 2025 auf 11.036 Tiere – 44 % mehr als im Jahr 2024, während die Zahl der Ausbrüche unter Hausschweinen um 76 % (585 Ausbrüche) stieg. Der Virus kehrte zudem nach 31 Jahren in Spanien zurück und wurde Ende Juli erstmals in Finnland nachgewiesen, wodurch die Gesamtzahl der betroffenen EU-Länder auf 14 stieg. Die EFSA betont, dass die passive Überwachung – die Suche und Untersuchung toter oder kranker Tiere – nach wie vor das wichtigste Instrument zur Erkennung und Kontrolle der Krankheit bleibt.

Widersprüchliche Daten

Bei der gegenseitigen Überprüfung der Quellen wurden zwei Vorbehalte festgestellt. Erstens taucht in einem der Primärmaterialien die fehlerhafte Bezeichnung „Parachnoide Schweinepest" auf, was eine terminologische Ungenauigkeit darstellt: Der korrekte Name der Krankheit ist Afrikanische Schweinepest (ASP). Zweitens beziehen sich die aggregierten EFSA-Zahlen (11.036 Wildschweine, 585 Ausbrüche) auf das Jahr 2025 und dienen als Kontext, während die regionalen Daten für Italien (638 Fälle in der Toskana, 2194 in Piemont und Ligurien) auf das Jahr 2026 entfallen. Direkte Diskrepanzen in den Zahlen zwischen unabhängigen Medien (vietnam.vn, euronews.com) wurden nicht festgestellt, jedoch sind die genauen aktuellen Werte für einzelne Provinzen überwiegend durch eine einzige Quelle bestätigt, was eine vorsichtige Interpretation erfordert.