Die ukrainischen Verteidigungskräfte haben die Siedlung Seredne (Srednee) in der Oblast Donezk vollständig geräumt und unter Kontrolle gebracht. Dies erklärte am 19. September 2026 der Kommandeur des 1. mechanisierten Bataillons der 66. separaten mechanisierten Brigade mit dem Rufnamen „Bekon“, wie RBC-Ukraine unter Verweis auf den Telegram-Kanal des Dritten Armeekorps berichtet. Laut dem Bataillonskommandeur wurde die Spezialoperation „Vivaldi“ ohne Verluste unter den ukrainischen Kämpfern durchgeführt – ein Faktum, das der Kommandeur selbst auf die Qualität der Planung und das Niveau der Unterstützung in allen Phasen der Operation zurückführt.

Vorbereitung: Höhenzüge und Brückenkopf

Der Befreiung Serednes ging eine langwierige Vorbereitungsarbeit voraus. Auf den Annäherungsstrecken zur Ortschaft befand sich ein Höhenzug mit strategisch wichtigen Stützpunkten, die zuvor von russischen Streitkräften kontrolliert wurden. Von diesen Stellungen aus überwachte der Gegner sowohl die Zugänge zur Siedlung als auch nahezu ihr gesamtes Gebiet. Die ukrainischen Verteidiger eroberten zunächst einen Brückenkopf und räumten anschließend Stützpunkt für Stützpunkt. Auf bestimmten Abschnitten näherten sich die Kämpfer unauffällig, setzten Rauchvorhänge ein und führten ihre Aktionen unter Atemschutz durch, was die Aufgabe erheblich erschwerte, aber Handeln unter der möglichen Anwendung von Giftstoffen durch den Gegner ermöglichte.

Täuschungstaktik und Logistik per Drohne

Nach der Eroberung der Höhenzüge begann die Räumung der ersten Straße Serednes. Zur Versorgung mit Munition, Lebensmitteln, Wasser und medizinischen Mitteln richteten die Kämpfer mithilfe unbemannter Luftfahrzeuge eine Logistik ein und lagerten Vorräte in den in der Siedlung gefundenen Kellern an. Gleichzeitig richteten ukrainische Gruppen direkt innerhalb der Ortschaft Hinterhalte ein, um den Gegner in die Irre zu führen. Russische Kräfte, die zur Verstärkung oder Rotation anrückten, wurden systematisch auf den Annäherungsstrecken zu den bereits eingenommenen Stellungen vernichtet. Der Bataillonskommandeur „Bekon“ betont: „Wenn Sie Ihre Aufgabe erfüllt haben und minimale oder gar keine Verluste haben – dann ist das ein Niveau der Planung, ein Niveau der Unterstützung und ein Niveau der Arbeit. Je besser wir unsere Arbeit machen, desto mehr Leben unserer Männer können wir retten.“

Panzertechnik im unpassierbaren Gelände

Zur Verbringung der Infanterie zum Ziel wurden zwei BTR-13 und ein T-74-Panzer eingesetzt. Aufgrund von Starkregen und unpassierbarem Gelände konnte die Technik nicht über die regulären Routen abziehen. Die Kämpfer schweißten vor Ort Stacheln aus Bewehrungsstahl an die Ketten, um den Grip mit dem Boden zu verbessern. Dies ermöglichte es, über einen Abschnitt, der als unpassierbar galt, bis auf kurze Distanz zu den Stellungen des Gegners vorzudringen. Die russischen Streitkräfte erwarteten den Angriff ausschließlich von der Straßenseite, wo die Panzerabwehrmittel positioniert waren. Die ukrainische Panzertechnik überraschte den Gegner, indem sie von der anderen Seite anrückte, die Infanterie aussetzte und ungehindert abrückte.

Kontext der Operation „Vivaldi“ und die Gesamtlage an der Front

Die Räumung Serednes war Teil der großangelegten Spezialoperation „Vivaldi“, im Rahmen derer die ukrainischen Verteidiger ein Gebiet in der Oblast Donezk befreiten, das größer ist als die Stadt Schytomyr, getarnte Kräfte des Gegners vernichteten und einen Brückenkopf für weitere aktive Maßnahmen schufen. Wie der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umerow berichtete, wurde im Zuge der Operation der nördliche „Zangen“-Manöver der russischen Truppen zerschlagen. In letzter Zeit haben die Verteidigungskräfte eine Reihe von Erfolgen auf mehreren Frontabschnitten erzielt: Die AFU verbesserten ihre Stellungen in der Donezbecken und warfen russische Einheiten bei Kupjansk zurück, wodurch sie neue Angriffspläne des Gegners durchkreuzten.

Widersprüchliche Angaben

Die Aussage über das vollständige Fehlen von Verlusten unter den ukrainischen Kämpfern ist ein Selbstbericht des Einheitskommandeurs und wurde von keiner unabhängigen Quelle bestätigt. Im militärischen Kontext kann die Formulierung „ohne Verluste“ das Fehlen von Kampferlusten (Getötete und Verwundete) bedeuten, schließt aber Alltags- oder technische Zwischenfälle nicht aus. Außerdem werden im ursprünglichen Text konkrete Waffentypen genannt – BTR-13 und T-74-Panzer –, die in den öffentlichen Quellen zur Ausrüstung der AFU keine Standardbezeichnungen darstellen. Zusätzliche Quellen (Objectiv.tv, 24tv.ua, Fakty.com.ua) bestätigen den Gegenangriff und die Operation „Vivaldi“, gehen jedoch nicht auf die Zusammensetzung der eingesetzten Technik auf Ebene einer einzelnen Einheit ein. Der Name der Siedlung wird in ukrainischen Quellen als „Seredne“ und in der russischsprachigen Transkription als „Srednee“ angegeben.