Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte (AFU) meldete eine Serie von Schlägen gegen Objekte der russischen Besatzer, die am 8. September und in der Nacht zum 9. September ausgeführt wurden. Zu den bestätigten Zielen zählen ein schnelles Patrouillenboot in den Gewässern des vorübergehend besetzten Sewastopols, ein Lager- und Startplatz für Schlagdrohnen im Gebiet des besetzten Donezk sowie Elemente der elektronischen Aufklärung auf der Halbinsel. Parallel dazu wurde laut Angaben des Kommandos der Spezialoperationstruppen ein kombinierter Schlag gegen die Marinebasis in Noworossijsk geführt. Das endgültige Ausmaß der verursachten Schäden wird, wie der Generalstab betont, noch ermittelt.

Schlag gegen den Kutter „Mangust“ in der Kaschtschaja-Bucht

Laut Generalstab trafen Einheiten der Verteidigungskräfte das russische schnelle Patrouillenboot Projekt 12150 „Mangust“ in der Kaschtschaja-Bucht des vorübergehend besetzten Sewastopols. Boote dieser Klasse sind für Patrouillenfahrten, den Schutz von Meeresgewässern und den Kampf gegen kleine Ziele bestimmt. Nach den öffentlichen Projektdaten beträgt die Länge des Bootes etwa 20 Meter, die Höchstgeschwindigkeit erreicht rund 50 Knoten (über 90 km/h), die Besatzungsstärke liegt bei bis zu sechs Personen. Ein solcher Treffer beraubt den Gegner eines der Instrumente zur Kontrolle der Küstenzone und erschwert die Organisation von Patrouillenfahrten im Buchtgebiet.

Aufklärung und Drohnen: weitere Ziele auf der Halbinsel und in Donezk

Neben dem Kutter wurden auf dem besetzten Territorium der Halbinsel laut Generalstab eine Antennenanlage der elektronischen Aufklärung in Oleniwka sowie eine Antenne in einer funktransparenten Kuppel eines separaten Kommando-Messkomplexes in Wityno beschädigt. Im Gebiet des besetzten Donezk führten die ukrainischen Verteidiger einen Schlag gegen den Lager-, Vorbereitungs- und Startplatz der feindlichen Schlagdrohnen aus und trafen mehrere weitere Objekte im Osten des Landes. Auf den gezeigten Aufnahmen ist eine für solche Operationen typische Vorbereitung zum Start einer Schlagdrohne von einer Bodenstellung in einem bewaldeten Gebiet zu sehen, was den Charakter der eingesetzten Mittel widerspiegelt.

Noworossijsk: Brand im Hafen und Aussagen des Kommandos

In der Nacht wurde in Noworossijsk im Bereich der Hafeninfrastruktur nach einer Serie von Explosionen ein Brand festgestellt. Die lokalen Behörden beschränkten ihre offizielle Meldung auf die Bestätigung der „Abwehr eines Angriffs“ durch Drohnen, ohne Details über die Folgen preiszugeben. Später erklärte der Befehlshaber der Spezialoperationstruppen der AFU, Robert „Madsjar“ Browdy, dass die ukrainischen Streitkräfte einen kombinierten Schlag gegen die Marinebasis in Noworossijsk führten, bei dem laut seinen Angaben Raketenwerfer, ein Decken-Jagdflugzeug und ein Hubschrauber getroffen wurden.

Widersprüchliche Angaben

Die Darstellungen beider Seiten weichen hier deutlich voneinander ab. Die russischen lokalen Behörden in Noworossijsk bestätigten lediglich die „Abwehr eines Angriffs“ durch Drohnen und gaben keine Angaben zu den Folgen, sodass sie das Ausmaß der Schäden de facto nicht bestätigten. Gleichzeitig behauptet das Kommando der Spezialoperationstruppen der AFU einen kombinierten Schlag gegen die Basis und nennt konkrete getroffene Objekte – Raketenwerfer, ein Decken-Jagdflugzeug und einen Hubschrauber. Eine unabhängige Bestätigung des Schadensausmaßes für Noworossijsk fehlt in den vorliegenden Materialien, daher werden beide Darstellungen so wiedergegeben, wie sie vorliegen, ohne eine „korrekte“ Version auszuwählen. Ähnlich stützen sich die Angaben zum Kutter „Mangust“ und zu den Aufklärungsobjekten auf die Aussage einer Seite – des Generalstabs der AFU.

Der Generalstab der AFU betont, dass das endgültige Ausmaß der den Besatzern zugefügten Schäden an allen genannten Objekten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch ermittelt wird. Die dargestellte Lage spiegelt somit die operative Zusammenfassung für den 8.–9. September wider, wobei die Schläge gegen maritime, aufklärerische und drohnenbezogene Objekte des Gegners an der Küste und in den östlichen Regionen die Schlüsselrichtung bleiben.