Am Abend des 3. November 2026 wurde ein Flugzeug von Air Serbia, das den Flug JU134 von Belgrad nach Moskau durchführte, im litauischen Luftraum umgedreht und zum Abflughafen zurückgeschickt. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf newsmaxbalkans.com, wobei auch RFI die Umkehrung des Fluges bestätigt. Quellen zufolge befand sich eine Delegation an Bord, die mit der russischen Seite ein Gasabkommen besprechen sollte.

Wer an Bord war und warum das Flugzeug umgedreht wurde

Unter den Passagieren befanden sich Medienberichten zufolge der Vorsitzende der Sozialistischen Bewegung Aleksandar Vulin, der Chef der Serbischen Volkspartei Nenad Popović sowie der Direktor des staatlichen Gasunternehmens Srbijagas, Dušan Bajatović. Berichten zufolge erhielt die Besatzung über Litauen von den örtlichen Behörden Informationen über die Notwendigkeit zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen in Bezug auf einen der Passagiere. Daraufhin wurde beschlossen, das Flugzeug nach Belgrad zurückzubringen, und der Flug nach Moskau wurde nicht durchgeführt.

Vermutungen über die Identität des Passagiers

Serbische Medien vermuten, dass es sich um Aleksandar Vulin handelte, gegen den, wie betont wird, US-Sanktionen verhängt wurden. Weder offizielle Stellen noch die Fluggesellschaft bestätigten in den in der Grundlage angeführten öffentlichen Mitteilungen jedoch öffentlich, um welchen konkreten Passagier es sich handelte; in den verfügbaren Formulierungen taucht lediglich «einer der Passagiere» auf, für den zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich waren.

Politischer Kontext: Machtwechsel in Belgrad

Das Ereignis fand vor dem Hintergrund der vorgezogenen Parlamentswahlen in Serbien statt, die am 25. Oktober 2026 stattfanden. Nach Angaben der Wahlkommission übertraf die «Studentenliste» die Partei des Ex-Präsidenten Aleksandar Vučić um mehr als 13 Prozentpunkte und gewann in 22 Städten, darunter Belgrad. Die Wahlen fanden vor dem Hintergrund fast zweijähriger Studentenproteste statt, die nach dem Tod von 16 Menschen beim Einsturz eines Vordachs am Bahnhof in Novi Sad im Jahr 2024 begonnen hatten.

Gasverhandlungen vor dem Hintergrund des Kurswechsels

Die Rückkehr der Delegation, die zur Besprechung eines Gasabkommens unterwegs war, lenkt die Aufmerksamkeit verstärkt darauf, wie sich die neue politische Konstellation in Serbien auf die Beziehungen zu Russland auswirken wird. Wie RBC-Ukraine berichtete, erklärte der zukünftige Abgeordnete der «Studentenliste», Jovo Bakić, in einem Interview mit RT Balkan, dass die neue serbische Regierung keine Sanktionen gegen Russland verhängen werde, mit dem Argument, dass solche Maßnahmen für Moskau nichts ändern, Serbien selbst jedoch schaden würden. Somit wurde der Zwischenfall mit der Flugumkehr zu einer bemerkenswerten Episode an der Schnittstelle von Energiediplomatie und innenpolitischer Umgestaltung in Belgrad.