Block 2 des Kernkraftwerks Onagawa in der Präfektur Miyagi wurde wegen eines Lecks von radioaktivem Wasser vorübergehend abgeschaltet. Dies gab der Kraftwerksbetreiber Tohoku Electric Power Company am 17. Oktober 2026 bekannt. Der Reaktor wird für etwa 10 Tage vom Netz genommen, um defekte Komponenten zu überprüfen und auszutauschen.

Ursache des Vorfalls und Leckagemenge

Nach Angaben des Betreibers war ein defektes Ventil die Ursache für das Leck. Die geschätzte Menge des ausgetretenen Wassers betrug etwa 0,2 Tonnen pro Stunde. Das Unternehmen teilte mit, dass der Wasserstand im Abwassersammelschacht bereits im Juli zu steigen begann, wodurch das Personal das Leck entdecken und Eindämmungsmaßnahmen ergreifen konnte.

Umweltsicherheit

Die Tohoku Electric Power Company erklärte, dass das gesamte ausgetretene Wasser innerhalb des Werksgeländes aufgefangen wurde. Der Betreiber bestätigte, dass keine radioaktiven Stoffe außerhalb des Kraftwerksgeländes ausgetreten sind und in der Umwelt keine anormalen Strahlungswerte festgestellt wurden. Der Vorfall wurde als umweltunbedenklich eingestuft.

Nicht der erste Vorfall im Jahr 2026

Dies ist nicht der einzige Zwischenfall mit radioaktiven Materialien im AKW Onagawa in diesem Jahr. Zuvor, im Mai 2026, musste das Kraftwerk wegen eines kleineren Lecks von radioaktivem Dampf vorübergehend abgeschaltet werden. Der wiederholte Vorfall lenkte erneut die Aufmerksamkeit auf Fragen des Anlagenbetriebs in japanischen Nuklearanlagen und die Einhaltung von Sicherheitsstandards.

Kontext: Erster Reaktor im Osten Japans seit 2011

Block 2 des AKW Onagawa wurde im Oktober 2024 wieder in Betrieb genommen und war damit der erste Reaktor im Osten Japans, der nach dem Erdbeben und Tsunami von 2011 den Betrieb wiederaufnahm. Das Kraftwerk war nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima Daiichi im selben Jahr abgeschaltet worden und vor seiner Wiederinbetriebnahme mehr als zwei Jahre lang außer Betrieb.

Japans Nuklearprogramm: Aktueller Stand

Die Fukushima-Katastrophe von 2011 zwang die japanische Regierung, alle 54 Kernkraftwerke im ganzen Land abzuschalten, was die Energieversorgung schwer beeinträchtigte. Vor der Katastrophe deckten Atomreaktoren etwa ein Drittel des gesamten japanischen Stromverbrauchs. Seither nimmt das Land seine Atomkraftwerke im Einklang mit neuen, strengeren Sicherheitsstandards schrittweise wieder in Betrieb. Derzeit sind 14 Reaktoren in Betrieb, und diese Zahl wächst weiter. Die japanische Regierung unter Premierministerin Sanae Takaichi unterstützt die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Reaktoren und führt diesbezüglich aktive Gespräche mit den lokalen Behörden.