Energiewende: Baku anstelle Moskaus
Der Präsident Aserbaidschans, Ilham Alijew, äußerte bei einem Treffen mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz eine harte These: Russland habe die Fähigkeit verloren, seine traditionellen Partner vollständig mit Öl und Gas zu versorgen. Der Staatschef Aserbaidschans schlug Berlin direkt vor, Baku als alternativen Energielieferanten zu betrachten.
Laut Alijew sind die traditionellen Lieferketten unterbrochen. Insbesondere wies er darauf hin, dass Russland aufgrund der Stilllegung von Ölraffinerien keine Erdölprodukte mehr in früheren Mengen exportieren kann. Vor diesem Hintergrund ist Aserbaidschan bereit, den Gasexport in den europäischen Raum erheblich zu steigern, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Lieferungen nach Deutschland liegt.
Schattenverhandlungen und die Position Bakus
Im Verlauf des Gesprächs berührte Alijew auch das Thema der informellen Diplomatie. Er teilte mit, dass in Aserbaidschan ohne Wissen der offiziellen Behörden des Landes ein Treffen zwischen Vertretern Russlands und Deutschlands stattgefunden hat. Baku hat eine abwartende Haltung eingenommen: Wenn das Ziel dieser Kontakte die Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine ist, ist Aserbaidschan bereit, einen solchen Schritt zu begrüßen.