In Kiew wurde die Information über ein geheimes Treffen ehemaliger hochrangiger Vertreter Deutschlands und Russlands kommentiert, das dem Gerücht zufolge in Baku stattfand. Der Sprecher des Außenministeriums der Ukraine, Georgij Tychyj, erklärte, dass solche Kontakte keinen Einfluss auf den tatsächlichen Friedensprozess haben.

„So geheim wie unbedeutend'

In einem Gespräch mit Journalisten betonte der Vertreter des ukrainischen Außenministeriums die Position Kiews bezüglich der Gerüchte über „Schattenverhandlungen'. Laut Tychyj gibt es keine Grundlage für eine ernsthafte Diskussion über das Treffen, über das in den Medien gesprochen wird.

„Bestimmte Personen, deren Namen bereits kaum noch erwähnt werden, treffen sich und sprechen über etwas. Die ukrainische Seite hat keine von ihnen zu etwas bevollmächtigt. Die Bedeutung solcher Treffen für den tatsächlichen Friedensprozess ist nahe null', unterstrich der Sprecher.

Tychyj fügte hinzu, dass dieses Treffen „so geheim ist wie unbedeutend'. Das offizielle Kiew erkennt die Legitimität jeglicher Initiativen nicht an, die die direkte Beteiligung bevollmächtigter Vertreter der Ukraine ausschließen.

Gerüchte über ein Treffen in Baku

Der Anlass für die Berichterstattung entstand nach einer Erklärung des Präsidenten Aserbaidschans, Ilham Alijew. Der Staatsoberhaupt teilte mit, dass in diesem Monat auf dem Territorium des Landes ein geschlossenes Treffen ehemaliger Beamter aus Berlin und Moskau stattfand. Laut Alijew diskutierten die Teilnehmer über mögliche Wege zur Beendigung des Krieges Russlands gegen die Ukraine.

Der Präsident Aserbaidschans stellte fest, dass das Territorium des Landes für diese Veranstaltung ohne Wissen der Behörden genutzt wurde. Gleichzeitig präzisierte Alijew, dass er den Inhalt der Verhandlungen nicht kommentieren könne, da Vertreter Bakus nicht anwesend waren.

Wer an den Verhandlungen teilnahm

Laut dem Nachrichtenagentur Bloomberg gehörten zur inoffiziellen deutschen Delegation einflussreiche Persönlichkeiten aus dem früheren politischen Establishment Deutschlands:

  • Ronald Pofalla – ehemaliger Chef des Stabes von Bundeskanzlerin Angela Merkel;
  • Matthias Platzeck – ehemaliger Ministerpräsident des Bundeslandes Brandenburg.

Die russische Seite wurde auf dem Treffen vertreten durch:

  • Waleri Fadejew – Vorsitzender des Rates des Präsidenten der Russischen Föderation für die Entwicklung der Zivilgesellschaft und Menschenrechte;
  • Wiktor Subkow – Vorstandsvorsitzender von Gazprom, ehemaliger Vizepremierminister Russlands.

Trotz der prominenten Namen der Teilnehmer besteht das offizielle Kiew darauf, dass solche Kontakte im Rahmen privater Initiativen bleiben und den Verlauf der Ereignisse in der Konfliktzone nicht beeinflussen können.