In Indonesien haben die Folgen des Ausbruchs des Vulkans Anak Krakatau zur vorübergehenden Schließung von sieben Flughäfen geführt, darunter zwei Luftverkehrsknotenpunkte, die die Hauptstadt Jakarta bedienen. Laut dem Verkehrsministerium des Landes wurden durch die Absage und Verspätung von Flügen rund 170.000 Passagiere betroffen. Der Vulkan, der in der Sunda-Straße zwischen den Inseln Java und Sumatra liegt, begann am späten Abend des 6. September zu eruptieren; die Ausbreitung von Vulkanasche auf Jakarta und die umliegenden Gebiete machte Flüge unsicher. Indonesien liegt am Pazifischen Feuerring – einer Zone des Zusammenpralls tektonischer Platten, die durch hohe vulkanische und seismische Aktivität gekennzeichnet ist.
Chronologie des Ausbruchs
Die Aktivität des Anak Krakatau nahm über mehrere Tage zu. Am Samstag spuckte der Vulkan Lavafontänen, und laute Geräusche seiner Aktivität waren Berichten zufolge aus einer Entfernung von mehreren hundert Kilometern zu hören. Neue Eruptionen setzten am Sonntag fort; die letzte wurde um 20:23 Uhr Ortszeit registriert. Gerade der Nachweis von Vulkanasche im Luftraum in der Nähe der Flughäfen war der Grund für deren Schließung aus Sicherheitsgründen.
Lähmung des Luftverkehrs
Die Behörden stellten den Betrieb von sieben Flughäfen ein: neben den zwei jakartensischen Knotenpunkten auch die Flugplätze in den benachbarten Provinzen Lampung und Westjava. Die Schließungsfrist wurde mindestens bis zum Ende des 7. September verlängert. Der indonesische Verkehrsminister Dudi Purwagandhi erklärte, dass eine genaue Vorhersage der Normalisierung aufgrund der wechselnden Wetterbedingungen unmöglich sei. Laut dem Ministerium wurden in acht Flughäfen, deren Betrieb durch Asche gestört wurde, 1558 Flüge verzögert oder abgesagt, davon mehr als 900 am internationalen Flughafen Sukarno-Hatta, den wichtigsten Luftverkehrstoren Jakartas. Passagiere mussten alternative Routen suchen, und Schiffen, die die Sunda-Straße passieren, wurde aufgrund von Navigationsrisiken erhöhte Wachsamkeit empfohlen.
Folgen jenseits der Flughäfen
Die Auswirkungen des Ausbruchs gingen weit über die Luftfahrt hinaus. Am Montag wurden die Schulen in ganz Jakarta auf den Online-Unterricht umgestellt. Die Asche erreichte die Stadt Bandar Lampung am südlichen Rand Sumatras: Anwohner berichteten von einer Ascheschicht auf geparkten Autos und am Straßenrand. Die Behörden verboten, dem Vulkan näher als drei Kilometer zu kommen.
Historischer Kontext des Anak Krakatau
Der Name Anak Krakatau bedeutet „Kind des Krakatau“. Dieser neue Vulkan begann 1927 über dem Wasser zu formen, in der Senke, die nach dem katastrophalen Ausbruch des Krakatau im Jahr 1883 entstand, bei dem etwa 35.000 Menschen ums Leben kamen. Im Jahr 2018 stürzte ein Teil des Anak Krakatau ins Meer und löste ein starkes Tsunami aus, das 429 Menschen das Leben kostete und Tausende Bewohner zur Flucht zwang. Das vulkanologische Agentur Indonesiens warnte vor einer hohen Wahrscheinlichkeit neuer Eruptionen in nächster Zeit; dabei erklärte die Leiterin des geologischen Instituts, Lana Sari, dass die aktuelle Serie von Eruptionen kein Potenzial habe, ein Tsunami auszulösen.
Widersprüchliche Daten
Im Ausgangsmaterial gibt es Unstimmigkeiten, die zu berücksichtigen sind. Erstens wird an einer Stelle von sieben geschlossenen Flughäfen gesprochen, an anderer Stelle von acht Flughäfen, deren Betrieb durch Asche gestört wurde; der Unterschied dürfte damit zusammenhängen, dass einige Knotenpunkte mit Einschränkungen arbeiteten, statt vollständig geschlossen zu sein. Zweitens sind die genauen Zeitpunkte der Normalisierung des Luftverkehrs unbekannt: Die Behörden verlängerten die Schließung nur bis zum Ende des 7. September, und der Verkehrsminister wies ausdrücklich auf die Unmöglichkeit hin, das Ende der Einschränkungen vorherzusagen. Drittens stimmt die Zuordnung der Wochentage zu den Daten in der Quelle (Ausbruch „am Freitag, 6. September“) nicht immer mit dem Kalender des Jahres 2026 überein, daher ist die Chronologie orientierend zu betrachten, gestützt auf die Daten 6.–7. September.
Am 7. September bleibt die Situation angespannt: Der Vulkan zeigt weiterhin Aktivität, die Flughäfen arbeiten im eingeschränkten Modus, und die Behörden halten das Verbot aufrecht, dem Krater zu nahe zu kommen. Der Hauptfaktor der Unsicherheit bleiben die Wetterbedingungen, die die Richtung und Geschwindigkeit der Ausbreitung der Aschewolke bestimmen.