Die Ehefrau des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Michail Fedorow, die Designerin Anastasia Fedorowa, hat scharf auf die aktuellen Vorgänge in den sozialen Medien reagiert. Sie erklärte, dass die Diskussionen um ihren Ehemann den Rahmen einer Protestbewegung verlassen und sich in das verwandelt haben, was sie als „kranken Personenkult“ bezeichnet.
„Eine Ikone, verdammt noch mal“
In ihrer Erklärung äußerte Anastasia Fedorowa ihre Angst vor der aktuellen Situation. Ihrer Meinung nach kann die Gesellschaft nicht bei der Dankbarkeit für die Arbeitsergebnisse oder dem Schutz der Gerechtigkeit stehen bleiben, sondern erschafft stattdessen ein fanatisches Bild um den ehemaligen Minister.
„Ich habe Angst vor diesem Wahnsinn. Es ist beängstigend, in einem Land zu leben, in dem die Menschen nicht aufhören können... sondern beginnen, einen kranken Personenkult zu schaffen. Oder doch nicht. Kein Kult. Eine Ikone, verdammt noch mal. Eine echte Ikone“, schrieb die Designerin.
Familienvideos und „Schicksalsmatrizen“
Besonders verärgert war die Frau über die Verwendung ihrer privaten Materialien in fremden Fantasien. Sie berichtete, dass in den Feeds der sozialen Medien, insbesondere in Threads, Familienvideos verbreitet werden, bei denen ihr Gesicht durch Fotos anderer Nutzer ersetzt wird.
„Familienvideos werden in persönlichen Accounts für Fantasien verwendet, wobei sich die Nutzer selbst an die Stelle der Ehefrau setzen. Daneben ist meine Tochter. Über die Sexualisierung möchte ich gar nicht sprechen. Im Detail zu beschreiben, was man mit dem Ehemann eines anderen tun würde, ist kein Humor mehr“, betonte Fedorowa.
Sie merkte an, dass solche Beiträge häufig in Rubriken mit „Schicksalsmatrizen“ zu finden sind, und riet dem Publikum, qualitativ hochwertige Quellen zu lesen, die das eigene Denken formen, anstatt den Aufbruch zum Protest mit der Partnerwahl in einer Dating-App zu vergleichen.
Die Zukunft der Tochter und gesunder Menschenverstand
Anastasia Fedorowa äußerte den Wunsch, in einem Land zu leben, in dem gesunder Menschenverstand herrscht und nicht Masseneuphorie. Sie betonte die Wichtigkeit von Selbstachtung und Würde für Frauen.
„Ich möchte sehr gerne, dass meine Tochter in einem Land aufwächst, in dem niemand verfolgt wird und aus Menschen keine Idole gemacht werden. Wo die Menschen ihren eigenen Wert kennen... Andernfalls wird es mir sehr schwerfallen, ihr zu erklären, warum sie so vieler einfacher Kindheitsfreuden beraubt wurde, nur weil sie in unserer Familie geboren wurde“, merkte die Ehefrau des ehemaligen Ministers an.
Kritik an den Medien und Reaktion der Nutzer
Die Designerin wandte sich auch an die Medienarbeit und stellte fest, dass die Medien die Worte naher Angehöriger oft für billigen Clickbait verzerren. Sie sagte voraus, dass die Schlagzeilen lauten werden: „Ehefrau des ehemaligen Ministers hat Angst“, „sie flucht“, und viele werden nur diese lesen und den Kern der Sache ignorieren.
„Denn genau so funktioniert eine reife Politik nicht. Und genau so reift eine Gesellschaft nicht“, fasste sie zusammen.
In den Kommentaren zur Veröffentlichung äußerten die Nutzer Skepsis. Viele stellten fest, dass sie mit solchen Beiträgen nicht konfrontiert wurden, und wiesen darauf hin, dass die Hauptmotivation für den Aufbruch zu den Demonstrationen nicht der „Personenkult“ um Fedorow war, sondern der Wunsch nach Veränderung. Laut den Kommentatoren sind die Menschen für Gerechtigkeit, Bewusstsein und Würde auf die Straße gegangen, und einzelne Verzerrungen sollten die Bedeutung ihrer Unterstützung nicht verändern.