Anatolij Anatolich, einer der bekanntesten ukrainischen Showmens, hat in einem kürzlich erschienenen Interview für Wave RBC.UA offen über seine Position zu einer Reihe heikler Fragen gesprochen, darunter seine Haltung zu Swetlana Loboda, seine politischen Ansichten und seine persönlichen Verbindungen zur Familie des Präsidenten. Trotz der äußeren Leichtigkeit und des Humors bleibt hinter der Kamera ein Vater mehrerer Kinder, der täglich nach einem Gleichgewicht zwischen Arbeit, der Erziehung seiner drei Kinder und der Bewahrung seiner eigenen moralischen Kompass sucht.

Verteidigung von Loboda und Trennung der Begriffe

Im Gespräch mit Journalisten bestätigte Anatolich, dass er Swetlana Loboda weiterhin unterstützt, trotz ihrer Auftritte in russischer Sprache und der Kritik seitens der Öffentlichkeit. Er betonte, dass es für ihn wichtig ist, Kunst und Politik zu trennen: „Loboda ist eine Künstlerin, die singt, und kein Politiker, der Entscheidungen trifft'. Gleichzeitig merkte er an, dass er andere Künstler wie Serdjucka nicht unterstützt, deren Aktionen er als provokativer ansieht. Dieser Ansatz hat in der Gesellschaft Kontroversen ausgelöst, da viele in seinen Worten einen Versuch sehen, Kollaboration zu rechtfertigen.

Politische Ansichten und persönliche Verbindungen

Anatolich verheimlichte nicht, dass er bei den Präsidentschaftswahlen nicht für Wolodymyr Selenskyj gestimmt hat, betonte jedoch, dass er bereits vor dem Machtantritt der Familie mit seiner Frau Jelena Selenska befreundet ist. Er erzählte, dass er sie zu seinen Geburtstagen eingeladen und warme Beziehungen gepflegt habe, auch nachdem sie zur First Lady geworden war. „Ich bin kein Politiker, ich bin ein Showman, und ich muss nicht zwischen Freunden und Ideologie wählen', erklärte er. Dieser Grundsatz zog jedoch Kritik von denen auf sich, die der Meinung sind, dass öffentliche Figuren in ihren politischen Positionen konsequent sein sollten.

Widersprüchliche Daten

Es gibt Uneinigkeit darüber, wie tief Anatolich in politische Diskussionen involviert ist. Einerseits behauptet er, dass er Politik in seiner Arbeit vermeidet, insbesondere seit seinem Weggang vom Fernsehsender „Pryamyj'. Andererseits zeigen seine Äußerungen über Loboda und Selenskyj, dass er den politischen Kontext nicht vollständig ignorieren kann. Einige Quellen deuten darauf hin, dass seine Position zu Loboda nach Druck seitens der Kollegen gemildert wurde, während Anatolich selbst darauf besteht, dass seine Meinung unverändert geblieben ist.

Arbeit im Radio und Verzicht auf TV

Gegenwärtig arbeitet Anatolich im Radio „Maximum' zusammen mit Denys Schupnyk und Jana Hluschenko. Er lehnte die Teilnahme an einem neuen Fernsehprojekt ab und begründete dies mit dem Wunsch, seine künstlerische Freiheit zu bewahren. „Im Radio kann ich sagen, was ich denke, ohne Druck der Eigentümer oder politischer Ansichten', bemerkte er. Sein Abschied vom Fernsehen hing damit zusammen, dass er sich in Formaten wie „Snidanok' oder „Tantsi z zirkyami' eingeschränkt fühlte.

Privatleben und Kindererziehung

Anatolich gab zu, dass die Erziehung seiner drei Kinder seine oberste Priorität ist. Er sprach über die Schwierigkeiten, mit denen er als Vater mehrerer Kinder unter Kriegsbedingungen konfrontiert ist, und darüber, wie er versucht, familiäre Werte zu bewahren. „Ich möchte nicht, dass meine Kinder mich als politischen Aktivisten sehen, ich möchte für sie ein Vorbild eines ehrlichen Menschen sein', sagte er. Auch die finanzielle Aufteilung in der Ehe mit Jula wurde zum Thema des Gesprächs: Sie haben vereinbart, dass jeder seine eigenen Einkünfte kontrolliert, aber große Ausgaben gemeinsam planen.