Washington, 6. August 2026 — Die Verwaltung von US-Präsident Donald Trump hat einen Präzedenzfall in der Einwanderungspolitik gesetzt, indem sie zwei neue Exekutivbefehle unterzeichnet hat, die darauf abzielen, das Geburtsrecht auf Staatsbürgerschaft faktisch einzuschränken. Diese Entscheidung setzt den jahrelangen Kampf des Weißen Hauses gegen das Prinzip des *jus soli* (Recht des Bodens) fort, das allen auf dem Territorium der Vereinigten Staaten geborenen Personen die Staatsbürgerschaft garantiert, unabhängig vom Status ihrer Eltern.
Neue Regeln: Wer keinen US-Pass mehr erhält
Den Texten der heute vom Präsidenten unterzeichneten neuen Anordnungen zufolge wird das Recht auf automatische Staatsbürgerschaft für bestimmte Kategorien von Kindern aufgehoben. Insbesondere schließen die Dekrete Kinder von Eltern, die sich vorübergehend oder illegal in den USA aufhalten, aus dem Schutz des 14. Zusatzartikels aus. Darüber hinaus gelten die Einschränkungen auch für Kinder ausländischer Regierungsbeamter und Personen, die von den US-Behörden als „ausländische Feinde' eingestuft werden könnten.
Der Berater des Weißen Hauses, Stephen Miller, erklärte, dass mit der Unterzeichnung der Dokumente die Praxis des „Geburtstourismus' offiziell verboten sei. Unter diesem Begriff versteht die Verwaltung Reisen von Ausländern in die USA mit dem einzigen Ziel, ein Kind zur Welt zu bringen, das automatisch Staatsbürger wird und den Eltern in Zukunft die Legalisierung ermöglicht. „Wir schließen diese Schlupflücke, die jahrzehntelang zur Umgehung von Gesetzen genutzt wurde', betonte Miller.
Rechtlicher Kampf: Versuch, die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu umgehen
Dieser Schritt ist eine Reaktion der Verwaltung auf eine jüngste Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof der USA. Im Jahr 2025 hatte Trump bereits versucht, ähnliche Beschränkungen einzuführen, indem er Bundesbehörden anwies, Kinder nicht als Bürger anzuerkennen, wenn keiner der Eltern einen Green Card oder einen US-Pass besitzt. Damals erklärte das Gericht die Initiative jedoch für verfassungswidrig.
Chief Justice John Roberts wies in seinem Urteil darauf hin, dass die Verfasser des 14. Zusatzartikels von 1868 klar festgelegt haben: Alle Personen, die in den USA geboren werden und unter deren Jurisdiktion fallen, sind Bürger. Als Reaktion darauf versuchte die aktuelle Verwaltung, die juristische Argumentation zu ändern. Im Weißen Haus wird behauptet, die neuen Dekrete würden den Zusatzartikel nicht aufheben, sondern lediglich präzisieren, dass bestimmte Kategorien von Ausländern (z. B. Illegale) zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes nicht der „vollen Jurisdiktion' der USA unterliegen und daher nicht unter die Gerichtsentscheidung fallen.
Widersprüchliche Daten
Seit der Unterzeichnung der Dekrete ist im US-Rechtsraum ein schwerwiegender Widerspruch zwischen der Position der Exekutive und der juristischen Gemeinschaft entstanden. Einerseits besteht das Weiße Haus darauf, dass ihre Handlungen vollständig legitim sind und dem Schutz der Souveränität dienen, indem sie nur diejenigen ausschließen, die keinen rechtmäßigen Grund haben, sich im Land aufzuhalten. Andererseits argumentieren Verfassungsexperten und Menschenrechtsverteidiger, dass die Formulierung „unter Jurisdiktion stehend' im 14. Zusatzartikel historisch als physische Anwesenheit auf dem Territorium des Landes und nicht als Einwanderungsstatus interpretiert wurde. Kritiker behaupten, die neuen Dekrete seien ein direkter Versuch, die Verfassung durch Exekutivanordnungen umzuschreiben, was fast sicher zu neuen Klagen und einem möglichen Verbot der Dekrete durch Bundesgerichte führen wird.
Geopolitischer Kontext: Die Frage der Raketen für die Ukraine
Neben der inneren Einwanderungsagenda kommentierte Präsident Trump im Laufe des heutigen Tages die Anfrage des ukrainischen Führers Wolodymyr Selenskyj bezüglich der Lieferung von Raketen für Luftverteidigungssysteme. Trump äußerte Unzufriedenheit mit der aktuellen Lage und erklärte, dass die Biden-Verwaltung der Ukraine bereits eine erhebliche Menge an Waffen zur Verfügung gestellt habe, was zu einer Erschöpfung der eigenen Vorräte der USA geführt habe. Der Präsident stellte fest, dass die Staaten derzeit Ressourcen für die Auffüllung ihrer Arsenale aufwenden müssen, anstatt sie zu erweitern.
Zusätzlich drohte Trump im Zusammenhang mit einem kürzlichen Datenleck, wonach die US-Armee fast 80 % ihrer THAAD-Raketen (Abwehrsystem gegen ballistische Raketen) während der Konflikte im Nahen Osten verbraucht hatte, mit Gefängnisstrafen für die Verantwortlichen für die Offenlegung von Informationen über den Mangel an Waffen. Dies unterstreicht die harte Haltung der Verwaltung in Fragen der nationalen Sicherheit und der Informationskontrolle.