Der ukrainische Designer und Stylist André Tan hat in einem Instagram-Video erklärt, wie man mit Hilfe von Schnitt und Akzenten eine Silhouette mit üppigen Hüften proportionierter wirken lässt. Das Unterhaltungsprojekt Styler (RBC-Ukraine) hat sich dem Material angenommen und auf fünf konkrete Styling-Techniken aufmerksam gemacht. Die zentrale Botschaft des Stylisten lautet, dass breite Hüften kein Mangel sind, den man unbedingt unter weiter Kleidung verstecken muss, sondern eine Eigenschaft der Figur, mit der man durch Schnitt, Länge, vertikale Linien und die Platzierung von Akzenten geschickt arbeiten sollte.

Hosen und Röcke: Vertikale und A-Linie

Das Erste, worauf Tan die Aufmerksamkeit lenkt, ist der Schnitt der Hose. Um die Hüften visuell auszubalancieren, empfiehlt der Stylist, sich für gerade und weite Modelle zu entscheiden und auf sehr enge Varianten zu verzichten, wenn das Ziel nicht darin besteht, den Unterschied zwischen Hüften und dem übrigen Teil der Figur zu betonen. Ein gerader oder weiter Schnitt erzeugt nach seinen Worten eine vertikale Linie, streckt die Beine optisch und macht die Silhouette proportionierter. Besonders wirkungsvoll sehen solche Hosen mit Schuhen auf kleiner Absatzhöhe oder mit Modellen aus, die die Vertikale des Looks fortsetzen. Eine Alternative bilden Röcke in A-Linie: Sie sind oben schmaler und weiten sich nach unten allmählich, betonen die Taille und rahmen die Hüften sanft ein, ohne an der breitesten Stelle der Figur einen abrupten Übergang zu erzeugen.

Akzent auf dem Oberkörper

Die dritte, aber eine der wichtigsten Techniken besteht darin, den Blick auf den Oberkörper zu lenken. Dafür schlägt Tan strukturierte Schultern, voluminöse Ärmel, leuchtende oder akzentuierte Farben sowie auffällige Accessoires im Gesichtsbereich vor, zum Beispiel große Ohrringe. Die Logik ist einfach: Wenn im Look ein ausdrucksstarker Akzent oben erscheint, verteilt sich der Blick gleichmäßiger über die Silhouette, und die Hüften sind nicht mehr der einzige „Anziehungspunkt“. Die Aufgabe besteht also nicht darin, den unteren Teil der Figur zu verstecken, sondern die Proportionen durch den Kontrast zwischen oberer und unterer Zone auszubalancieren.

Einfarbiger Unterteil und heller Oberteil

Ein weiterer Weg, eine stimmigere Silhouette zu formen, ist die Wahl eines ruhigen, einfarbigen Unterteils. Tan betont, dass es nicht unbedingt um Schwarz gehen muss: Je nach Gesamtlook funktionieren auch dunkelblau, braun, grau oder milchige Töne. Die wichtigste Bedingung ist, dass im unteren Bereich keine übermäßigen kontrastreichen Details vorhanden sind. Fügt man zu diesem ruhigen Unterteil ein helles oder leuchtendes Oberteil hinzu, verschiebt sich der Akzent erneut nach oben, und der Look wirkt stimmiger und proportionierter, ohne dass man ausschließlich dunkle „verhüllende“ Kleidungsstücke verwenden muss.

Verlängerte Jacken: die Längenvorgabe

Die fünfte Technik sind verlängerte Jacken und Hemden, die vertikale Linien an den Seiten des Körpers erzeugen und die Silhouette dadurch optisch höher und schlanker machen. Hier weist der Stylist auf ein wichtiges Detail hin: Die Länge der Oberbekleidung ist entscheidend. Die Jacke sollte nicht an der breitesten Stelle der Hüften enden – besser ist es, wenn sie etwas länger ist und unterhalb dieser Linie verläuft. So lässt sich ein zusätzlicher horizontaler Akzent genau dort vermeiden, wo man ihn nicht erzeugen möchte, und die Figur wird nicht in der Mitte „durchgeschnitten“.

Die Philosophie des Stylisten: Proportionen statt Verkleidung

Zusammenfassend wiederholt André Tan die Hauptaussage: Anstatt automatisch schwarze Kleidung, maximal weite Stücke oder den Versuch zu wählen, die Silhouette zu tarnen, sollte man auf Schnitt, Länge, vertikale Linien und die Platzierung der Akzenten achten. Genau diese Details sind nach Worten des Designers in der Lage, die Wahrnehmung des Looks vollständig zu verändern, ohne dass man auf die eigene Figur verzichten muss. Der Ansatz des Stylisten stimmt mit seinen früheren öffentlichen Analysen von Trends und typischen Fehlern in Looks überein, in denen er ebenfalls den Fokus auf die Ausgewogenheit der Proportionen und die bewusste Auswahl von Details legte, statt auf ein einziges „verhüllendes“ Rezept.