Der ukrainische Designer und Stylist André Tan hat in einer neuen Analyse für das Projekt Styler (RBC-Ukraine) fünf schnelle stilistische Manipulationen aufgezählt, mit denen man längst getragene Kleidung „aufpepsen' kann, ohne Zeit für Shopping zu verlieren. Seiner Meinung nach hängt ein modernes Outfit oft nicht von der Neuheit der Dinge ab, sondern davon, aus welchem Winkel man sie betrachtet: Es genügt, das Hemd anders zu tragen, die Taille zu betonen, die Ärmel hochzukrempeln, die Tasche zu wechseln oder ein einziges ausdrucksstarkes Accessoire hinzuzufügen. Nachfolgend finden Sie die Aufschlüsselung jedes Tricks mit praktischen Details.
Trick 1: asymmetrisches Tragen des Hemdes
Der erste und vielleicht auf den ersten Blick am wenigsten auffällige Trick ist die Art, wie man das Hemd trägt. Tan rät davon ab, es vollständig in die Hose oder den Rock zu stecken: Stattdessen kann man nur den vorderen Teil oder einen Rand des Kleidungsstücks einstecken. Dieser Kniff verleiht dem Look eine leichte Lässigkeit und macht ihn weniger formell. Außerdem betont das asymmetrische Tragen optisch die Taille und erzeugt den Eindruck längerer Beine – besonders vorteilhaft wirkt dies in Kombination aus Hemd mit Jeans, klassischen Hosen oder einem Rock.
Trick 2: der Gürtel als Akzent, nicht nur zur Fixierung
Der zweite schnelle Weg, ein Outfit gesammelter wirken zu lassen, ist die Verwendung eines Gürtels. Selbst einfache Jeans, Hosen oder ein Kleid wirken ganz neu, wenn die Taille mit einem gut abgestimmten Accessoire betont wird. Dabei betont der Designer: Man sollte sich nicht ausschließlich auf die Funktionalität des Gürtels beschränken. Er kann ein vollwertiger Akzent des Looks werden – Aufmerksamkeit auf sich ziehen durch eine interessante Schnalle, eine ungewöhnliche Textur oder eine kontrastierende Farbe. Dieses Detail macht sogar ein Basis-Outfit „rund', ohne dass man viele andere Accessoires hinzufügen muss.
Trick 3: Ärmel hochkrempeln, aber nicht übertrieben
Ein weiterer Trick, der buchstäblich nur wenige Sekunden dauert, ist das Hochkrempeln der Ärmel von Hemd, Jacke oder jedem anderen Kleidungsstück mit langen Ärmeln. Entblößte Handgelenke machen den Look laut Tan leichter und dynamischer. Wichtig ist jedoch, es nicht zu übertreiben: Zu hohe und zu enge Krempeln wirken unnatürlich. Die optimale Variante sind zwei bis drei saubere, aber leicht lässige Krempel. Gerade diese Ungezwungenheit hilft dem Outfit, moderner zu wirken, und erzeugt keinen Eindruck übermäßiger Anstrengung.
Trick 4: Die Tasche entscheidet mehr, als man denkt
Der vierte Punkt mag unwesentlich erscheinen, doch gerade Accessoires haben oft einen erheblichen Einfluss auf den Gesamteindruck des Looks. Tan rät, auf die Tasche zu achten: Ein einziges missglücktes Modell kann selbst ein gut abgestimmtes Outfit weniger aktuell wirken lassen, während ein richtig gewähltes Accessoire das Bild vollständig verändert. Anstelle einer formlosen Alltags Tasche schlägt der Designer ein Baguette-Modell, einen weichen Clutch oder eine leuchtende Tasche vor. Dabei muss nicht die gesamte Kleidung gewechselt werden – manchmal genügt ein einziger neuer Akzent.
Trick 5: ein auffälliger Akzent – und nur einer
Der letzte Trick besteht darin, dem Look ein einziges ausdrucksstarkes Detail hinzuzufügen: massive Ohrringe, eine große Brosche, ein leuchtendes Tuch, ein ungewöhnliches Collier oder ein anderes auffälliges Accessoire. Hier gilt eine wichtige Regel: Der Akzent muss einer sein. Trägt man gleichzeitig große Ohrringe, ein auffälliges Collier, ein leuchtendes Tuch und eine massive Brosche, droht der Look überladen zu wirken. Daher rät Tan, ein einzelnes Detail auszuwählen, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht und das Outfit ergänzt, anstatt mit ihm zu konkurrieren.
Widersprüchliche Angaben
In offenen Quellen finden sich ähnliche Analysen der Tricks von André Tan mit unterschiedlicher Datierung: In Materialien von Obozrevatel.com sind solche Ratschläge auf den „Herbst 2023' datiert, während sie in einer Veröffentlichung von Unian.net dem Frühjahr 2025 zugeordnet werden. Die aktuelle Analyse von Styler (RBC-Ukraine) enthält keine Zuordnung zu einer bestimmten Saison und wird als universeller Satz stilistischer Tricks präsentiert. Der Widerspruch betrifft also nicht die Ratschläge selbst, sondern den zeitlichen Rahmen, in dem das Material in verschiedenen Medien präsentiert wurde; im Wesentlichen bleiben die genannten Tricks unverändert und sind saisonunabhängig.
Das wichtigste Fazit: Stil bedeutet nicht neue Dinge
Das Fazit der Position des Designers lautet, dass ein stilvoller Kleiderschrank nicht zwingend den ständigen Erwerb neuer Kleidung bedeutet. Oft genügt es, bekannte Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: das Hemd anders zu tragen, die Taille mit einem Gürtel zu betonen, die Ärmel hochzukrempeln, die Tasche zu wechseln oder ein einziges ausdrucksstarkes Accessoire hinzuzufügen. Nach Einschätzung Tans muss man, um einen gewohnten Look aufzufrischen, weder viel Zeit noch Geld ausgeben – manchmal genügen fünf Minuten und einige einfache stilistische Manipulationen, damit Dinge, die lange im Kleiderschrank lagen, neu aufleuchten.