Der ukrainische Designer Andre Tan hat eine Auswahl an Schuhen veröffentlicht, die seiner Meinung nach in den Herbst 2026 in die Garderobe gehören. Der Link zum Video des Designers auf Instagram wird vom Unterhaltungsprojekt Styler (RBC-Ukraine) zitiert. Im Mittelpunkt steht dabei nicht ein einzelnes „Haupt“-Paar, sondern eine Reihe von Silhouetten, die zusammen das gesamte Spektrum an Looks abdecken: von strenger Klassik bis hin zu effektvollen Abend-Akzenten. Die zentrale Botschaft Tans besteht darin, dass die Herbstgarderobe 2026 vom gewohnten Dominanz der universellen Sneaker weggehen und zugunsten einer ausdrucksstärkeren, zugleich aber ausgewogeneren Schuhwahl wechseln sollte.
Klassische Oxfords als Alternative zu Loafers
Die erste Position in Tans Liste sind klassische schwarze Oxfords. Der Designer nennt sie direkt eine interessante Alternative zu den gewohnten Loafers für den Herbst 2026. Gleichzeitig warnt er davor, sie „zu wörtlich“ zu tragen. Die Empfehlung basiert auf dem Kontrast – Oxfords sollten mit femininen Kleidern und Röcken oder mit entspannten, weiten Hosen kombiniert werden. Dieser Kniff, so das Konzept des Designers, mildert die Strenge der Form und macht den Look moderner. Auf den Illustrationen zur Auswahl ist zu sehen, wie schwarze Modelle mit massiver Sohle zu weißen Socken und Spitze getragen werden, was genau den kontrastreichen und nicht den kanonischen Ansatz unterstreicht.
Träger und die Rückkehr der 1920er-Ästhetik
Die zweite aktuelle Modell des Jahres – Schuhe und Ballerinas mit charakteristischem Träger. Tan verbindet diese Silhouette mit der Mode des vergangenen Jahrhunderts, insbesondere mit der Ästhetik der 1920er-Jahre, die seiner Einschätzung nach in der Saison Herbst/Winter 2026/27 deutlich zurückkehrt. Die Silhouette mit dem Träger, der einen Ausschnitt an der Spitze bildet, fügt sich sowohl in feminine als auch in modernere Alltags-Outfits ein. Auf den Fotos zum Material wird dieses Modell in einer lackierten schwarzen Version auf Plateau mit weißen Socken gezeigt – ein weiteres Beispiel dafür, wie ein Retro-Detail in einer modernen, leicht „Milky“-Ausführung präsentiert wird.Zweifarbig-Kontrast im Stil von Coco Chanel
Der dritte Trend – Schuhe in zwei kontrastierenden Farben. Tan verweist auf die ikonischen Zweifarben-Schuhe, die von Coco Chanel populär gemacht wurden, als eines der bekanntesten Beispiele für ein solches Design. Die konkrete Umsetzung kann variieren: eine kontrastierende Spitze, eine Ferse in einem anderen Farbton oder die Kombination aus zwei Farben in einem Paar. Laut dem Designer kann ein solches einfaches Detail selbst einen Basis-Look interessanter und optisch „teurer“ wirken lassen. In der Auswahl entspricht diesem Trend ein Paar beiger Stilettos mit schwarzer Spitze und Fersenträger – eine klassische Interpretation der Zweifarben-Lösung.
Stiefel in maximaler Höhe und „Wow-Schuhe“ mit Dekor
Der vierte Punkt – Stiefel in maximaler Höhe. Tan rät, Modelle zu wählen, die die Beine optisch strecken, den Look aber nicht übermäßig feminin machen. Das Gleichgewicht wird durch die Kombination mit langen Mänteln, Strickstücken in Midi-Länge oder einem voluminösen Oberteil erreicht. Der fünfte und abschließende Trend – die sogenannten „Wow-Schuhe“ mit auffälligem Dekor: Steine, Metallteile, Blumen, Federn und andere Details, die in der neuen Saison den Schuhen erlauben, fast das wichtigste Accessoire des Looks zu werden. Die wichtigste Regel, die der Designer formuliert, ist einfach: Je auffälliger die Schuhe, desto ruhiger sollten die übrigen Elemente des Outfits sein.
Tragen: das Prinzip des Gleichgewichts
Die durchgängige Logik aller fünf Empfehlungen Tans – Kontrast und Gleichgewicht. Die Klassik (Oxfords) wird durch Femininität oder Oversize-Hosen aufgewertet, die Retro-Träger werden in einem modernen Material präsentiert, die Zweifarbigkeit wirkt als Akzent auf einer ruhigen Basis, und die dekorativen „Wow-Schuhe“ verlangen Zurückhaltung im restlichen Look. So ist der Herbst 2026 in der Version des Designers eine Saison, in der der Schuh aus der Rolle des „neutralen Zubehörs“ heraustritt und zu einem eigenständigen Stilmittel wird – aber nur unter der Bedingung, dass die übrigen Details des Looks im Hintergrund bleiben.