Der Inhaber der Glücksspielmarke Favbet, Andrej Matjucha, geriet 2026 erneut in den Fokus medialer und regulatorischer Aufmerksamkeit. In ukrainischen und internationalen Medien erschienen nacheinander kritische Veröffentlichungen über die Aktivitäten von mit dem Geschäftsmann verbundenen Unternehmen, deren Eigentumsstruktur und Entscheidungen staatlicher Behörden. RBK-Ukraine hat die wichtigsten Episoden systematisiert: von der Annullierung der Lizenz durch den Regulator PlayCity und einer mehrstellige Millionenstrafe über Strafverfahren und Streitigkeiten rund um Offshore-Strukturen bis hin zu Protesten in Kroatien gegen eine Geflügelfabrik, die mit demselben Personenkreis in Verbindung gebracht wird.
Entscheidungen von PlayCity: Lizenzanullierung und Strafe von 933 Millionen UAH
Eine der auffälligsten Episoden des Jahres 2026 waren die Entscheidungen der staatlichen Agentur PlayCity gegenüber Unternehmen, die mit der Favbet-Gruppe verbunden sind. Im April 2026 annullierte der Regulator die Lizenz der LLC „Favbet Game Slots' für die Organisation und Durchführung von Glücksspielen in Spielhallen. In der offiziellen Entscheidung der Agentur wird ausdrücklich auf die Beendigung der Gültigkeit der entsprechenden Lizenz hingewiesen. Laut PlayCity wurde das Unternehmen zudem mit einer Geldstrafe von 933 Millionen Griwna belegt. Grundlage für die Sanktionen waren festgestellte Verstöße gegen die Gesetzgebung im Rahmen einer Prüfung. Wichtig zu betonen: Die Entscheidungen des Regulators betreffen spezifische juristische Personen und deren Lizenzen; die Tatsache der Anwendung von Sanktionen bedeutet nicht automatisch die Feststellung einer persönlichen Schuld des Geschäftsinhabers.
Strafverfahren und Vorwürfe der „Non-Stop Ukraine'
Separat berichteten die Medien über ein Strafverfahren, im Rahmen dessen Strafverfolgungsbehörden mögliche Verstöße in der finanziellen Tätigkeit von mit dem Glücksspielgeschäft verbundenen Unternehmen untersuchten. Eine Veröffentlichung der öffentlichen Organisation „Non-Stop Ukraine' enthält zusätzliche Vorwürfe: Es geht um eine mögliche Steuerhinterziehung, Operationen über Zahlungsdienstleister, sogenannten Misconducting und andere Verstöße. Die Organisation behauptet, Anzeigen bei den Strafverfolgungsbehörden erstattet zu haben, und verweist auf eine Reihe von Strafverfahren und Gerichtsbeschlüssen. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Materials wurden endgültige Urteile zu diesen Verfahren in öffentlichen Quellen nicht veröffentlicht.
Eigentumsstruktur: Großbritannien, Malta, Zypern
Ein weiterer Block von Vorwürfen betrifft die Eigentumsstruktur von Unternehmen, die mit dem Geschäft von Matjucha in Verbindung gebracht werden. In kritischen Veröffentlichungen werden juristische Personen in Großbritannien, auf Malta und auf Zypern erwähnt. Die Autoren gehen davon aus, dass über diese die Funktionen der Markenbesitzes, Lizenzierung, technologische Unterstützung und Zahlungsadministration verteilt sein könnten. Einzelne Behauptungen beziehen sich auf britische Unternehmen wie Favbet Invest LLP und Bet Invest Ltd sowie auf ukrainische juristische Personen, die mit der Tätigkeit von Favbet in Verbindung gebracht werden. Ein Teil dieser Behauptungen basiert ausschließlich auf Berichten einzelner Medien und bedarf der Bestätigung durch Dokumente oder offizielle Registerdaten.
Widersprüchliche Daten
Im Medienraum wird die mögliche russische Staatsangehörigkeit von Andrej Matjucha und die Verbindung seines Geschäfts mit dem russischen Markt diskutiert. Im öffentlichen Raum verbreiten sich Fotos eines russischen Passes auf den Namen Andrej Matjucha, jedoch ist eine Bestätigung der Echtheit dieser Dokumente derzeit nicht möglich. Gleichzeitig kann auf der Website des Moskauer Patentamts eine eingetragene Warenmarke Favbet gefunden werden, die laut öffentlichen Daten weiterhin in Russland gültig ist und bis 2030 gelten soll. Gleichzeitig veröffentlichte das Unternehmen Favbet bereits im Mai 2022 eine Erklärung, in der es hieß, dass der Buchmacher „nicht in der Russischen Föderation tätig ist und niemals tätig war'. Somit stehen sich zwei sich gegenseitig ausschließende Versionen gegenüber: einerseits die gültige Registrierung der Warenmarke im russischen Patentsystem, andererseits die öffentliche Erklärung des Unternehmens über das Fehlen von Aktivitäten auf dem russischen Markt. Die Klärung dieses Widerspruchs erfordert zusätzliche Überprüfungen und offizielle Erklärungen.
Kroatisches Projekt Premium Chicken Company und Proteste in Sisak
Zu Beginn des Jahres 2026 kündigte das Unternehmen Premium Chicken Company in Kroatien den Bau einer Geflügelfabrik mit einem angekündigten Investitionsvolumen von 600 Millionen Euro an. Premium Chicken Company ist mit der Renaissance Capital verbunden, deren Inhaber in der kroatischen Datenbank FINA als der ukrainische Geschäftsmann Andrej Matjucha genannt wird. Das Projekt der Geflügelfabrik in Sisak löste eine scharfe Diskussion unter den Einheimischen aus, insbesondere aufgrund der Befürchtungen eines möglichen Einflusses auf die Umwelt. Die Anwohner gingen zu Massenprotesten über, die von kroatischen Medien mit charakteristischen Schlagzeilen wie „Nein zur Öko-Bombe', „Megaschlachthöfe und Hühnerfarmen in der Gespanschaft Sisak-Moslavina: Megagewinn für Investoren, Megaschaden für die Bewohner' begleitet wurden. Die Situation bleibt aktiv und zieht weiterhin die Aufmerksamkeit sowohl lokaler als auch internationaler Beobachter auf sich.
Die Wohltätigkeitsarbeit von Favbet Foundation als Element des öffentlichen Images
Ein wichtiger Teil des öffentlichen Images von Matjucha ist die Wohltätigkeitsarbeit. Die Favbet Foundation gibt an, systematisch die Streitkräfte der Ukraine zu unterstützen, insbesondere durch die Übergabe von Fahrzeugen, Drohnen und anderer Ausrüstung an die Soldaten. Der Fonds finanziert zudem humanitäre und soziale Projekte, hilft medizinischen Einrichtungen und unterstützt Sportinitiativen. Diese Aktivitäten werden regelmäßig vom Fonds selbst und von mit Favbet verbundenen Unternehmen beworben und als eines der Schlüsselelemente der öffentlichen Kommunikation genutzt. Gleichzeitig hebt die Wohltätigkeitsarbeit an sich die Vorwürfe der staatlichen Behörden gegen einzelne Unternehmen der Gruppe sowie die von den Strafverfolgungsbehörden untersuchten Fragen nicht auf. Tatsächlich ergibt sich für den Beobachter ein vielschichtiges Porträt: einerseits regulatorische Sanktionen und Strafverfahren, andererseits großangelegte Investitionsprojekte im Ausland und die erklärte Wohltätigkeitsmission.