Google hat in Android eine automatische Migration von Passwörtern zwischen verschiedenen Managern eingeführt, was eine der schwächsten Stellen im täglichen digitalen Hygiene-Verhalten des Nutzers schließt. Früher bedeutete ein Wechsel des Passwort-Anbieters fast immer den Export der Daten in eine unverschlüsselte CSV-Datei, deren Speicherung auf dem Gerät oder in der Cloud und den anschließenden Import in den neuen Dienst – eine Kette, bei der an jedem Schritt Passwörter in die Hände eines Angreifers geraten konnten. Der neue Mechanismus führt den Transfer direkt auf dem Gerät in wenigen Sekunden aus und erfordert keine Übertragung von Dateien auf das Smartphone, was das Risiko eines Datenlecks erheblich senkt.

So funktioniert die automatische Migration

Der Prozess basiert auf drei Schritten. Zuerst öffnet der Nutzer den neuen Passwort-Manager und wählt die Option, Daten von einem anderen Anbieter zu importieren oder zu kopieren, woraufhin die App die Aufgabe an das Betriebssystem weitergibt. Anschließend scannt Android selbst die installierten Apps, findet bestehende Passwort-Manager mit synchronisierten Daten und zeigt eine Liste der verfügbaren Importquellen an. Nach dem Tippen auf „Weiter“ leitet das System den Nutzer in den alten Manager um, um die Identität zu bestätigen und den Transfer zu autorisieren; danach werden die Daten in wenigen Sekunden sicher zwischen den Apps migriert.

Sicherheit und Verzicht auf CSV-Dateien

Der entscheidende Unterschied des neuen Ansatzes ist das Fehlen einer Zwischen-Datei im Klartext. Da die Datenübertragung innerhalb des Geräts unter Steuerung des Betriebssystems und erst nach ausdrücklicher Bestätigung im ursprünglichen Manager erfolgt, verlassen die Passwörter nicht den geschützten Bereich und werden nicht im Klartext auf der Festplatte abgelegt. Google betont, dass die Funktion so entwickelt wurde, dass der Nutzer die volle Kontrolle über seine eigenen digitalen Daten behält und den Dienst jederzeit ohne Verlust des Zugriffs auf Konten wechseln kann.

Welche Dienste unterstützen die Funktion bereits

Zum Zeitpunkt der Ankündigung wird der Transfer von Google Passwort-Manager, 1Password, Bitwarden und Dashlane unterstützt. Für die übrigen Entwickler ist die Möglichkeit vorgesehen, ihre Implementierung später über die Credential Transfer API anzubinden, sodass die Liste der kompatiblen Apps laut Angaben des Unternehmens erweitert wird.

Verfügbarkeit: Android 8.0 und Google Play Services

Das Werkzeug basiert auf den Google Play Services und ist auf allen zertifizierten Geräten mit Android 8.0 Oreo und neueren Versionen verfügbar. Deshalb müssen Besitzer nicht auf ein vollständiges Update des gesamten Betriebssystems warten: Die Funktion wird über die Service-Ebene ausgerollt, was ihre Bereitstellung an Endnutzer auf verschiedenen Smartphone- und Tablet-Modellen beschleunigt.