Die politische Landschaft Großbritanniens hat sich radikal verändert. Andy Burnham, Bürgermeister von Greater Manchester und bekannt als der 'König des Nordens', hat offiziell die Führung der Labour-Partei übernommen. Diese Ernennung ebnet ihm den direkten Weg zum Amt des Premierministers nach dem erwarteten Rücktritt von Keir Starmer.

Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Pressekonferenz der Partei berichtet, muss Burnham die endgültige Zustimmung von König Charles III. erhalten, um eine neue Regierung zu bilden. Dieses Ereignis markiert die Rückkehr Burnhams in die große Politik nach einer Reihe von Misserfolgen der Labour-Partei bei den Wahlen im Mai, die zu Druck auf Starmer und dem Rücktritt wichtiger Minister führten.

Der Weg zur Macht: von Liverpool nach London

Andy Burnham wurde 1970 in Liverpool in einer Familie eines Ingenieurs und eines Verwalters geboren, die begeisterte Labour-Anhänger waren. Seine politische Karriere begann als Forscher, und 2001 wurde er erstmals als Abgeordneter für den Wahlkreis Leigh in Greater Manchester gewählt. Später bekleidete er wichtige Ämter in den Regierungen von Tony Blair und Gordon Brown und arbeitete als Kulturminister und Gesundheitsminister.

Der Weg zur Parteiführung war jedoch nicht einfach. Burnham hatte bereits zweimal versucht, die Partei zu führen – 2010 und 2015 –, unterlag damals aber Ed Miliband und Jeremy Corbyn. 2017 verließ er das Parlament, um sich auf die Regionalpolitik zu konzentrieren und zum ersten Bürgermeister von Greater Manchester zu werden. Dort erlangte er Bekanntheit durch die umfassende Reform des Verkehrssystems, das er unter der Marke 'Bee Network' zusammenführte.

Rückkehr ins Parlament

Damit Burnham in die nationale Politik zurückkehren konnte, benötigte er einen Sitz im Parlament. Der Abgeordnete Josh Simmons gab seinen Wahlkreis Makerfield freiwillig frei, um dem Parteiführer die Möglichkeit zu geben, in das Unterhaus zurückzukehren.

'Der König des Nordens' und sein Vermächtnis

Burnham wird der erste Premierminister seit Harold Wilson (1960er und 1970er Jahre) sein, der offen seinen nordenglischen Hintergrund betont. Sein Spitzname 'König des Nordens' setzte sich 2020 fest, als er während der Coronavirus-Pandemie offen gegen die Zentralregierung auftrat. Burnham warf London 'Verachtung' gegenüber den nördlichen Regionen vor und weigerte sich, zusätzliche Quarantänemaßnahmen in Greater Manchester einzuführen, was auf breite Resonanz stieß.

Heute wird seine Ernennung als Versuch der Labour-Partei gewertet, das Image der Partei neu zu starten und das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen, insbesondere in den Industrieregionen, die sich in den letzten Jahren vernachlässigt fühlten.