Am Morgen des 16. September 2026 griffen russische Streitkräfte einen passagierführenden Reisebus im Rajon Nikopol der Oblast Dnipropetrowsk mit einem unbemannten Luftfahrzeug an. Laut Angaben der lokalen Behörden kamen infolge des Angriffs fünf Menschen ums Leben, mindestens sieben wurden verletzt. Dies teilten der Leiter der Dnipropetrowsker Oblaststaatlichen Verwaltung, Alexander Hantscha, und der Leiter der Dnipropetrowsker Oblastmilitärverwaltung, Nikolai Lukaschuk, mit.

Bestätigte Opfer und Art des Angriffs

Alexander Hantscha präzisierte in seiner Erklärung, dass fünf Zivilisten unmittelbar am Ort des Einschlags getötet wurden, während sich die sieben Verletzten zum Zeitpunkt der Informationserhebung unter ärztlicher Beobachtung befanden und die nötige medizinische Versorgung erhielten. Seinen Worten zufolge wurde der Angriff mit Hilfe eines unbemannten Luftfahrzeugs durchgeführt. Nikolai Lukaschuk betonte bei der Kommentierung des Vorfalls, dass die russischen Streitkräfte „zynisch einen Passagierbus angegriffen“ hätten – ein Linienfahrzeug, in dem Menschen auf dem Weg zu ihren jeweiligen Bestimmungsorten saßen. Er sprach den Angehörigen der Getöteten sein aufrichtiges Beileid aus und wünschte allen Verletzeten eine baldige Genesung.

Busstrecke und Umstände

Laut dem am Frontscheibenfenster des Fahrzeugs befestigten Schild fuhr der Bus auf der Strecke „Pokrow – über Nikopol – Dnipro“. Dies bestätigt, dass sich im Moment des Angriffs gewöhnliche Passagiere im Fahrzeug befanden, die eine reguläre Linienstrecke befuhren. Von Nikolai Lukaschuk veröffentlichte Fotos der Einschlagfolgen zeigen Schäden an einem weißen Mercedes-Benz Sprinter, der auf offenem Gelände in der Nähe einer Straße abgestellt war. In der Umgebung erstrecken sich Feldflächen, die für den Rajon Nikopol typisch sind.

Strafverfahren und rechtliche Einordnung

Die Staatsanwaltschaft der Oblast Dnipropetrowsk hat bereits ein Strafverfahren wegen eines Kriegsverbrechens gemäß Artikel 438 des Strafgesetzbuchs der Ukraine eingeleitet. Dieser Artikel sieht eine Verantwortung für die Verletzung der Gesetze und Gebräuche des Krieges vor, was es erlaubt, einen gezielten Angriff auf ein ziviles Fahrzeug mit Passagieren als Kriegsverbrechen zu qualifizieren. Die Behörde verspricht, die Ermittlungen fortzusetzen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Kontext: systematische Angriffe auf die Region Nikopol

Nikolai Lukaschuk wies darauf hin, dass die russischen Besatzer die friedliche Bevölkerung des Rajons Nikopol regelmäßig terrorisieren. Der Vorfall vom 16. September wurde zu einem weiteren Fall gezielter Angriffe auf zivile Infrastruktur und zivile Objekte in der Region. Zuvor waren in der Oblast Dnipropetrowsk weitere Angriffe registriert worden: So hatte Russland kürzlich mit einer ballistischen Rakete Kriwoj Rih angegriffen, und zudem wurde die obligatorische Evakuierung der Bewohner von zwei Dörfern der Oblast verordnet. Die Gesamtheit dieser Ereignisse belegt eine anhaltend hohe Bedrohung für die Bevölkerung der Region während des gesamten Jahres 2026.