Am 26. Juli 2026 wurde die Stadt Tschernihiw erneut Ziel eines russischen Angriffs. Um 16:12 Uhr traf ein reaktiver Drohnen-Typ „Geran-4“ einen Lebensmittelsupermarkt der Kette ATB. Durch den Treffer kamen zwei Zivilisten ums Leben, darunter ein 10-jähriges Kind. Weitere 25 Personen erlitten Verletzungen, drei davon Kinder. Die lokalen Behörden haben diese tragischen Zahlen bereits bestätigt.

Wer steht hinter dem Angriff

Laut dem Hauptamt für Aufklärung (GUR) der Ukraine wurde der Drohnenstart von der Kampfgruppe Nr. 3 der separaten Brigade für unbemannte Luftfahrzeuge „GROM „Kaskad“ durchgeführt. Die Kampfausrüstung wurde von einem Drohnenhafen in der Ortschaft Nawlja in der Oblast Brjansk gestartet. Die Drohne war mit einer Videokamera ausgestattet, was es den Operatoren ermöglichte, den Flug auf das Ziel zu korrigieren.

Die ukrainische Aufklärung führt bereits die Identifizierung der direkten Täter und aller an der Tragödie Beteiligten durch. Im Bericht des GUR wird darauf hingewiesen, dass die Brigade „GROM „Kaskad“ Teil der Weltraumstreitkräfte der russischen Armee ist und regelmäßig Fernangriffe mit Drohnen auf zivile Objekte in der Ukraine durchführt.

Die „Eliten“-Kaste und Kriegsverbrechen

In der ukrainischen Aufklärung wird betont, dass diese Brigade den Ruf eines Einheiten für die sogenannte „elitären“ Kaste russischer Beamter und Bürokraten hat. Laut Quellen können Vertreter dieser Gruppe kurzfristige, mehrmonatige Verträge abschließen, ohne sich an die Kampfzone zu begeben, erhalten aber dennoch den Status eines „Teilnehmers“ am Krieg gegen die Ukraine.

Bereits im Jahr 2025 deckte das GUR die Identität des Kommandanten der Brigade „GROM „Kaskad“ auf – es handelte sich um Ruslan Nikolajewitsch Negrub, den die ukrainische Seite als Kriegsverbrecher bezeichnet.

Reaktion der Behörden und weitere Schäden

Auf das neue Kriegsverbrechen reagierte sofort der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er erklärte, dass der Feind erneut Zivilisten ohne militärischen Sinn terrorisiert. Selenskyj betonte, dass solche Angriffe keine strategische Bedeutung haben und ausschließlich auf die Einschüchterung der Bevölkerung abzielen.

Bereits am 27. Juli wurden neue Details zum Vorfall bekannt. Neben dem Supermarkt wurde in Tschernihiw noch ein weiteres Objekt getroffen – eine Tankstelle, die von einer zweiten feindlichen Drohne getroffen wurde. Die Rettungskräfte arbeiten weiterhin am Tatort, um den Schaden zu bewerten und den Verletzten Hilfe zu leisten.