In der russischen Stadt Tula wurde ein bewaffneter Angriff auf den Leiter eines Unternehmens verübt, das militärische Ausrüstung herstellt. Ein unbekannter Täter legte eine Falle in der Eingangshalle eines Wohnhauses und eröffnete das Feuer auf den Geschäftsführer der Firma „Russisches Labor für Luftfahrt“ Andrei Tschereschow.
Details des Angriffs
Laut dem russischen Telegram-Kanal Mash, auf den sich RBC-Ukraine bezieht, lauerte der Täter dem Opfer im Treppenhaus auf. Als Andrei Tschereschow erschien, feuerte der Schütze drei Schüsse in seine Richtung. Der verletzte Mann wurde umgehend ins Krankenhaus gebracht. Die Identität des Angreifers ist bisher nicht geklärt; die Polizei führt eine aktive Fahndung nach dem Täter durch.
Verbindung zum Militärbereich
Die Firma „Russisches Labor für Luftfahrt“, deren Leiter Opfer des Attentats wurde, spezialisiert sich auf die Entwicklung und Lieferung von Drohnensystemen für die Bedürfnisse der russischen Armee. Nach vorliegenden Informationen erhielt das Unternehmen kürzlich Staatsaufträge in Höhe von fast 30 Millionen Rubel. Diese Mittel sind für die Lieferung von Bausätzen zur Montage von Drohnen und Steuerungssystemen vorgesehen.
Kontext im besetzten Melitopol
Die Ereignisse in Tula spielen sich vor dem Hintergrund einer angespannten Lage in anderen von russischen Truppen kontrollierten Regionen ab. Insbesondere im besetzten Melitopol wurde eine Serie von Vorfällen registriert, die mit der Beseitigung oder Attentaten auf Vertreter der neuen Verwaltung zusammenhängen. Wie der Stadtchef Iwan Fjodorow berichtete, begannen die russischen Besatzungsbehörden bereits im Frühjahr 2023, lokale Leiter („Gauleiter“) auszutauschen. Nach Fjodorows Worten wurden die neuen Ernennungen genau aus jenen Personen ausgewählt, die fähig sind, „schmutzige“ Arbeit zu verrichten; darunter befanden sich Personen mit fragwürdigem Ruf und solche, die an Korruptionsskandalen beteiligt waren.
Kurz nach diesen personellen Umstrukturierungen in Melitopol wurde ein Attentat auf den stellvertretenden Leiter des sogenannten regionalen Innenministeriums verübt. Eine Sprengvorrichtung detonierte vor dem Tor des Hauses des Beamten; der Mann wurde ebenfalls mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.