Das Unternehmen Anthropic hat zwei aktualisierte Versionen seiner Flaggschiff-KI-Systeme veröffentlicht – Fable 5.1 und Mythos 5.1. Laut den Entwicklern sind beide Modelle leistungsfähiger, günstiger im Betrieb und weisen eine geringere Anzahl an Fehlalarmen der integrierten Sicherheitssysteme auf. Der Release wird von einer Überarbeitung der Datenverarbeitungspolitik und einer aktualisierten Systemkarte begleitet, in der das Unternehmen die Verhaltensrisiken der neuen Versionen offen bewertet.
Zwei Modelle, ein Release
Das Update betrifft beide Produktlinien: Fable 5.1 und Mythos 5.1 erhielten einen Leistungszuwachs und eine Senkung der Aufrufkosten, was sie für Massenentwickler zugänglicher macht. Gleichzeitig hat Anthropic die Funktion der Sicherheitsfilter gelockert, durch die frühere Versionen häufig legitime Anfragen blockierten. Dies spiegelt sich unmittelbar in unabhängigen Rezensionen wider, in denen das „sanftere“ Verhalten der neuen Modelle bei Beibehaltung der grundlegenden Schutzmechanismen festgestellt wird.
Zero Data Retention und Unternehmenskontrolle
Die wichtigste infrastrukturelle Neuerung dieser Ausgabe ist der Wechsel von Anthropic zu einer Null-Datenretention-Politik (zero data retention). Kunden können die Modelle nun auf eigener Infrastruktur ausführen, ohne das Risiko eines Datenlecks auf externe Server des Unternehmens. Laut Branchenmedien wurde diese Entscheidung nach aktivem Druck seitens der Unternehmenskunden getroffen, für die die Datensicherheit ein zentraler Hemmschuh bei der KI-Einführung war. Im Herbst erhalten die Nutzer zusätzlich den Service Enterprise Frontier Safeguards – ein hochfrequentes Monitoring der KI-Aktivitäten unter voller Kontrolle des Kunden. Die Entwickler haben zudem versichert, dass die sensiblen Daten der Unternehmen niemals für das Training der Modelle verwendet wurden und ohne ausdrückliche Genehmigung auch in Zukunft nicht verwendet werden.
Benchmarks und eigenständige Entdeckungen
Beide Systeme erzielten Rekordwerte im Test Terminal-Bench 4.0, der die Programmierung über die Kommandozeile bewertet, sowie im komplexen Gesamtaufgabensatz Humanity's Last Exam. Bemerkenswert ist, dass die Modelle bereits vor dem offiziellen Release eine Reihe eigenständiger Aufgaben erfüllten: Sie optimierten die GPU-Architektur und erstellten auf Basis vorhandener Fotografien eine hochdetaillierte Karte des Planeten Venus. Diese Beispiele unterstreichen die Entwicklung der agentischen Fähigkeiten – der Fähigkeit der KI, mehrstufige Aufgaben eigenständig zu zerlegen und auszuführen.
Getrennte Vertriebspolitik
Der Zugang zu den Modellen bleibt getrennt. Fable 5.1 ist allen Entwicklern verfügbar, während die Version Mythos 5.1 von Anthropic ausschließlich registrierten Partnern bereitgestellt wird, die sich mit Cybersicherheit oder Lebenswissenschaften beschäftigen. Dieser Ansatz ermöglicht es dem Unternehmen, den Einsatz des leistungsfähigsten Modells in sensiblen Bereichen zu kontrollieren.
Systemkarte und Risikobewertung
Zusammen mit dem Release veröffentlichte das Unternehmen eine Systemkarte mit einer Analyse des KI-Verhaltens. Die Experten bewerteten Mythos als Modell mit „geringem Risiko“ in Szenarien des Verlusts der menschlichen Kontrolle durch autonomes Selbstverbesserungsverhalten. Dabei zeigt Mythos 5.1 eine etwas höhere Neigung zu fehlerhaftem Verhalten als die Version Opus 5, übertrifft jedoch Mythos 5 und Claude Sonnet 5 in Bezug auf Zuverlässigkeit. Besonders hervorgehoben wurde die Verbesserung der Anweisungsbeachtung: Das Modell ignoriert direkte Anweisungen seltener, erfindet Eingabedaten seltener und gibt erfundene Aufgabenstellungen nicht als tatsächlich ausgeführt aus.